Yamahas PM5D-Mixer und die Mixing-Engines der DME-Reihe unterstützen die Queen-Welt-Tournee


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Während die verbleibenden Queen-Mitglieder Brian May und Roger Taylor positiv überrascht waren, dass 21 Jahre nach ihrer letzten Tour noch immer Clair Brothers Audio der weltweit größte PA-Verleih ist, haben sich andere Dinge geändert, und zwar auf subtile, um nicht zu sagen kurzlebige Art und Weise.

Ihr Tour-Programm führt die Band durch verschiedene Arenen Europas, gefolgt von diversen Stadion-Auftritten diesen Sommer und einer Tour im Herbst durch die USA. "Mit den Bandproben aber begannen wir in Rogers Heimstudio. Folglich war Platz ein großes Thema", so Monitor-Mann Steve May.

Steve, ein großer Kerl mit grauem Wuschelkopf, gehört zu jenen umgänglichen Tonleuten, die in wenige, wohl gewählte Sätze jede Menge Information packen: "Die Band schlug vor, ein PM1D zu verwenden, aber zu diesem Zeitpunkt hatten die Preamps des Pultes noch kein Upgrade erfahren. Außerdem ist der Mixer fast so groß wie ein XL4. Die logische Konsequenz war das neue PM5D."

Mit seiner vielfach zitierten Schwäche für alte analoge Midas-Schlachtrösser, muss man sich fragen, wie der erfahrene Toningenieur wohl das schmucke Yamaha-Pult finden wird. "Insgesamt klingt es großartig, das findet auch die Band. Es geht hier um eine lebhafte Show mit vielen Musikern, zu denen nicht zuletzt auch Paul Rodgers als neuer Frontmann gehört. Außerdem haben wir es noch mit einer zwölf Meter großen Hebebühne im Publikum zu tun – es gibt also jede Menge Mixe, die erstellt werden müssen. Ich benötige dementsprechend alle 24 Ausgänge und drei Matrix-Sends. Was mir an diesem Pult von Anfang an gefiel, war die Tatsache, dass man es in Richtung Analog-Feeling konfigurieren kann."

Anschließend ließ Steve eine Warnung verlauten, der jeder kluge Toningenieur Beachtung schenken sollte:

"Das schwächste Glied in dieser Kette bist immer du. Solange ein Pult nicht zu 100 Prozent beherrscht wird, bleibt man, egal bei welcher Aufgabe, immer eingeschränkt." Auf die Frage, ob ihm das passiert sei, antwortete er: "Nein, aber der Witz ist, dass man beim Erstellen von Mischszenen sicher gehen muss, dass man von schlichten Grundeinstellungen aus startet."

Was nicht heißen soll, dass Mays Setup schlicht ist, wo doch die Outputs wie eingangs erwähnt zwei Sätze "In Ears" und ein Vielfaches an Wedges und Fills versorgen müssen. Außerdem verwendet Steve einen digitalen XTA-Outboard-Kontroller (XTADP324SiDD). "Ich denke, ich brauche ihn, um damit den Output zu boosten. Das heißt, der Onboard-EQ ist exzellent, wie auch die Gates und Kompressoren. Tatsächlich brauche ich aber den Onboard-EQ kaum, denn das Pult färbt das Signal nicht wirklich." Ein großes Lob also an die Musiker und die Qualität ihrer Signale.

"Was ich wirklich brauche, ist ein zusätzlicher grafischer Equalizer, denn diesbezüglich hat das PM5D nicht genug zu bieten. Ich benutze, um dieses Loch zu schließen, Yamahas digitale Mixing-Engine DME64. Und das haut hin", so Steve May. "Die Oberfläche ist ein wenig frickelig und könnte etwas Benutzer-freundlicher sein. Aber diesbezüglich ist Yamaha wirklich auf Zack! Ich habe bereits mit Yamaha darüber gesprochen und meine Erfahrung lehrt mich, dass man meinen Anmerkungen dort Beachtung schenkt."

Insgesamt betrachtet wird man dem Wechsel von analoger zu digitaler Mix-Technologie weniger Bedeutung zumessen als der Band selbst – und vor allem der weitaus prägnanteren Präsenz Rogers. Dennoch gab das PM5D Steve May die Möglichkeit, zahlreiche verschiedene Mixe nicht nur für einen Wechsel der Bühne, sondern selbst für die Anpassung gepfefferter dynamischer Variationen von Song zu Song zu erstellen, was auch der Band nicht entgangen ist. Ein guter Grund für Steve, die Konsole für die gesamte Welttournee zu buchen.