Voller Einsatz für Yamaha – auch am Tag der Arbeit


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Sieben Konsolen in einer zentralen Rolle auf einem großen Festival in Rom

Alljährlich steigt in Rom am Tag der Arbeit auf der Piazza San Giovanni das traditionelle Primo-Maggio-Festival, das stets über eine halbe Million junger Fans anlockt. Auch die 15. Auflage des von den Gewerkschaften CGL, CISL und UIL organisierten Musikmarathons kam in den Genuss einer weitreichenden Berichterstattung durch die Medien. Tatsächlich wurde das Festival, auf dem von TV-Comedian Claudio Bisio insgesamt 27 Solokünstler und Bands präsentiert wurden, vom 3. Kanal des staatlichen Fernsehens RAI landesweit live übertragen, und am Tag darauf vom RAI International Sat Channel sogar über die Landesgrenzen hinaus.

Zur Besetzung gehörten alt gediente Singer/Songwriter wie Francesco De Grigori oder Enzo Janacci, dem während der Show mehrere Künstler anlässlich seines 70. Geburtstages Tribut zollten. Aber auch viel versprechende Newcomer der italienischen Rock-Szene waren dabei, wie zum Beispiel Parto delle Nuvole Pesanti und Radiodervish.

Auf einem Event von solcher Wichtigkeit vertrauten die Produzenten bei der entscheidenden Technik wie FOH, Monitor und Broadcast-Mix auf Yamaha-Equipment.

Massimo Ferranti, Geschäftsführer der römischen Produktionsfirma ABC, die seit der ersten Ausgabe des Festivals für die Umsetzung verantwortlich ist, war enorm stolz auf das perfekte technische Gelingen des Events. "Unser Dreamteam", erklärt er, "kommt alle Jahre wieder für diese Show zusammen – mit einen harten Kern aus Rom und einer Reihe sehr angesehener Firmen und Techniker wie Audio Rent, ‘Red‘ Talami, Tony Soddu, Amek & Vanis mit ihrem ‘Weißen Mobil‘ sowie Alberto ‘Mente‘ Butturini, der in diesem Jahr unser Toningenieur für die TV-Übertragung war."

Zu dem von Audio Rent (der Audioanbieter der Veranstaltung) zur Verfügung gestellten Equipment gehörten nicht weniger als fünf Yamaha-Konsolen, wie uns Thomas Spring, der Techniker der Schweizer Firma, erklärt: "Den Löwenanteil am System hatten zwei PM1D- und zwei PM5000-52-C-Mixer - jeweils für Front Of House und Monitor. Neben dem PM1D nahmen wir ein DM1000V2 in Betrieb, das für die RAI-Signale, die Radio-Mics der MCs und die Kommunikation zwischen Bühne und FOH-Plattform zuständig war. Die PM1D-Systeme verfügten über zwei CPUs, die im ‘Mirror‘-Modus gefahren wurden – die PM5000-52C-Pulte über 52 Kanäle."

Um die Übergangszeit zwischen den Acts so kurz wie möglich zu halten, wurde eine große Drehscheibe auf die Bühne aufgesetzt, sodass, während eine Gruppe auf der Vorderseite der Bühne (Stage A) noch spielte, auf der hinteren Hälfte (Stage B) bereits die Backline für die nächsten Künstler vorbereitet und der Linecheck durchgeführt werden konnte. Von den Splittern auf der Bühne wurden die Signale via Kabel zu den verschiedenen Mischern geschickt – und obgleich es für 48 Inputs vorbereitet war, konnte das System bis zu 54 Inputs verarbeiten.

Klaus Hausherr, ABCs Verbindungsmann zu Audio Rent und mit der Koordination des Audio-Equipments betraut, arbeitete auch am Monitor-Mix mit insgesamt 20 Sends für die verschiedenen Boxen. Er fügt hinzu: "Wir haben außerdem zwei Sends für die Sidefills, acht für IEM und drei für die Effekte. Die zwei PM5000 waren, was die Inputs angeht, vollständig voneinander getrennt, ansonsten aber verlinkt, mit einem PM5000 als Master- und einem als Slave-Pult."

Neben der Möglichkeit, die Einstellungen für jede Band abzuspeichern, schätzt Hausherr, der schon seit der ersten Auflage des Festivals dabei ist, noch ganz andere Eigenschaften der Konsolen. "Sie sind sehr flexibel und auf höchstem Niveau – insbesondere die Mikrofon-Vorverstärker."

Das mobile Studio von Amek Ferrari und Vanis Dondi parkt bereits im 13. Jahr hinter der Bühne. Die zwei kaskadierten DM2000-Pulte mit Software-Version 2 lieferten den Mix für den Ü-Wagen von RAI, der diesen dann nach ganz Italien und in die weite Welt übertrug.

Vanis: "Wie immer funktionierten die Pulte perfekt. Wir empfingen die analogen Signale von den zwei Bühnen-Splittern. Nach der Vorverstärkung, Konvertierung und dem Mixvorgang schickten wir die Stereosumme Worldclock-getaktet digital im AES/EBU-Format und ein analoges Backup zum RAI-Wagen, wo anschließend noch die Mikrofone der MCs und die Audiospuren von bereits aufgenommenem Videomaterial hinzugemischt wurden."

Amek fügt hinzu: "Wir arbeiteten mit kaskadierten Pulten, weil wir so 48 Fader auf einem einzigen Layer hatten. Das erlaubte uns, mit zwei Toningenieuren simultan am gleichen Projekt zu arbeiten."

Alberto Butturini, der sich beim Primo Maggio zum zweiten Mal um die Audio-Komponente der Sendung kümmerte, erklärt: "Ich mixte das Audio für RAI 3 mit der unverzichtbaren Hilfe von Amek, der für die Außen- und Zuschauer-Mikrofone verantwortlich war. Alles lief ziemlich reibungslos, und das, obwohl nicht weniger als 27 Acts auftraten! Ich hatte das DM20000V2 bereits für kleinere Veranstaltungen genutzt, aber in diesem Fall hatte ich gleich zwei zur Verfügung – für zehn oder zwölf Stunden pro Tag an vier aufeinander folgenden Tagen. Ich hatte also ausreichend Gelegenheit, die Pulte bis an ihre Grenzen zu fahren. Sie sind sehr schnell, und ich mag vor allem die Dynamics und das Timbre der Konsolen. Selbstverständlich haben wir die Recall-Funktionen ausgiebig verwendet. Mit Hilfe der internen Bibliotheken stellte ich ein paar grundlegende Parameter für die verschiedenen Instrumente ein und speicherte die EQs und Kompressoren für Stage A sowie Stage B ab. Anstatt nun während der Soundchecks Zeit zu verschwenden und für jeden Act alles zu resetten und neu zu justieren, rief ich die zuvor gespeicherten Einstellungen wieder auf und nahm lediglich ein wenig Finetuning vor. Statt 20 benötigte ich nur ein paar Minuten, um einen Sound nachzubessern, der ja bereits zu achtzig Prozent stand."

Zudem schätzte Butturini vor allem die Möglichkeit, die einzelnen Kanäle in den Szenenspeichern zu benennen, sowie die Schnittstelle mit dem Studio Manager, der ihm einen kompletten Überblick über jeden Kanal (Kompression, Parameter, Gates, etc...) verschaffte. "Dies beschleunigte unsere Arbeit enorm - bei einer solchen Veranstaltung, auf der die Künstler so wenig Zeit zur Verfügung haben, muss ja alles schon beim ersten Song punktgenau sitzen."

Die Aufgabe, die unglaubliche Menschenmenge auf dem Platz und in den Seitenstraßen mit lautem und klaren Sound zu beschallen, fiel Italiens Rock-Veteran Paolo "Red" Talami zu. Der Toningenieur hatte das PM1D bereits bei diversen anderen hochkarätigen Events verwendet, wie zum Beispiel 2004 bei Quincy Jones' Musikmarathon "We Are The Future" in Rom, aber er erinnert sich noch immer sehr gern an den ersten Kontakt mit der Konsole: "Ich hatte bereits Erfahrung mit Pulten wie dem O2R, ein sehr entfernter Verwandter des PM1D, welches nichtsdestotrotz einige grundlegende Konzepte teilt. Folglich war meine erste Begegnung mit dem PM1D sehr erfreulich. In diesem Jahr waren die beiden FOH-Konsolen nicht miteinander verbunden worden – jede einzelne (die eine für Stage A, die andere für Stage B) verfügte über 54 Input-Kanäle, bei einer Haupt-Patchliste von 45 Inputs von Stage Manager Tony Soddu. Wir hatten also neun Kanäle in Reserve für Last-Minute-Wünsche."

Was seine Lieblingsfunktion an der Piazza San Giovanni anging, hatte Talami nicht den leisesten Zweifel: "Das war auch der Grund, warum ich das PM1D wählte, nachdem Audio Rent mir zuvor die Alternativen präsentiert hatte – genauer gesagt, die Möglichkeit, jedwede Arbeit während der Soundchecks abzuspeichern und diese für die Performance wieder aufzurufen. Unterm Strich ist das PM1D eine extrem praktische Konsole, welche zudem noch fantastisch klingt!"