"Luglio suona bene" ("Der Juli klingt schön") nannte die Musica per Roma Foundation ihr vielschichtiges Musik-Programm, das einen Monat lang in der römischen Cavea zu hören war. Die Cavea ist ein vom weltberühmten Architekten Renzo Piano für die "ewige Stadt" gestaltetes Outdoor-Amphitheater und gehört zum Auditorium des Parco della Musica.
Es war die dritte Ausgabe der beliebten Sommerveranstaltung, und wieder einmal begeisterten verschiedenste musikalische Genres die Massen. Neben italienischen Musikern vom Schlage Georgia und Sergio Cammariere traten unterschiedlichste Künstler auf, deren musikalisches Spektrum von Jazz (John Zorn und Enrico Rava) über Weltmusik (Khaled, Madredeus, Talvin Singh Trio und Ali Farka Touré) bis hin zu Rock- und Pop mit internationalen Top-Acts wie Joe Jackson, Todd Rundgren, Diana Ross, Ricky Fanté und Brian Wilson reichte.
Die römische Firma Madema SpA war hierbei verantwortlich für Bereitstellung, Aufbau und Bedienung der Beschallungsanlage in der wunderschönen Indoor-Halle des Veranstaltungsortes. Sie installierte ein fest eingebautes Audio-System, welches von der Mehrzahl der Künstler, die vor der spektakulären Kulisse des Parco della Musica (Musikpark) auftraten, verwendet wurde.
Als Konsole für den Mix, der durch eine von Beppe Andolina designten Line-Array-Anlage ausgestrahlt wurde, diente ein PM5000 (48 Mono IN + 4 St /12 VCA + 2 PSU). Ausgewählt und bedient wurde es von Klaus Hausherr, Mademas Audiochef für das Auditorium.
Der Schweizer Toningenieur, der auch für andere hochkarätige Festivals und Konzerte innerhalb und außerhalb Italiens arbeitet, ist seit eineinhalb Jahren am Auditorium im Musikpark. "In dieses Auditorium, einer der schönsten Veranstaltungsorte Italiens, hat Madena bei der Installation der Anlage eine Menge Feinarbeit gesteckt", erklärt er. "Ich habe während meiner Reisen kaum ein System von solcher Professionalität und Güte gesehen. Was die Hardware betrifft, haben wir das PM5000 im vergangenen Winter schon bei mehreren Anlässen benutzt. Nach der Verwendung beim 'Luglio Suona Bene'-Festival mit seiner Vielfalt an Musik-Genres muss ich zugeben, das es ein Vergnügen ist, mit diesem Pult zu arbeiten, weil es einfach sehr gut klingt. Yamaha hat meiner Meinung nach einen extrem hohen Standard erreicht - die Preamps zum Beispiel sind wirklich exzellent. Tatsächlich arbeiten hier die gleichen Verstärker, die in der firmeneigenen RH-Version des PM5Ds ihren Dienst verrichten."
Was die Benutzung an FOH-Plätzen angeht, beschreibt Hausherr das PM5000 zwar als relativ standardmäßig. Doch fügt er hinzu: "Die Funktion, die ich am meisten von allen schätze und am häufigsten benutze, ist die Möglichkeit, mit Hilfe der Pult-Software die acht Mono-Aux-Sends als Post-Pan-Gruppen, Pre-Pan-Gruppen oder als normale Aux-Regler zu verwenden. Das kann sehr sinnvoll sein, wenn zum Beispiel mehrere Kanäle, etwa Bläser, Keyboards oder Gruppen von Background-Vokalisten, komprimiert werden sollen. Anstatt acht Kompressoren zu verwenden, reichen hier zwei davon in der Subgruppe."
Hausherr betont, dass die Leistungsfähigkeit eines Toningenieurs daran gemessen werden kann, wie dieser die Anlage für die Beschallung verwendet, und wie er es schafft, den Zuhörern das Gefühl zu geben, dass der Sound von der Bühne - und nicht aus den Boxen kommt. "Dieses Ziel erreichen die wenigsten Toningenieure, bei den Konzerten des 'Luglio Suona Bene' aber war ich dank der flexiblen Anlage dazu in der Lage."
Um solch eine schwierige Aufgabe zu lösen, ist die Audioqualität am FOH-Platz natürlich von essentieller Bedeutung. Bei den Abhörmonitoren, die in der Regel 27 bis 45 Meter von der Bühne entfernt stehen, muss immer die Phase gedreht werden, was in der Regel mit Hilfe von Outboard-Delays geschieht. Das PM5000 löst das Problem sehr viel eleganter, wie uns Hausherr erklärt: "Bei dem Pult ist diese Funktion schon mit eingebaut. So können die auf die Konsole montierten Monitore mit Hilfe des Pults in der Phase gedreht werden. In der Cavea bekam dieser Aspekt eine besondere Bedeutung. So stand die Konsole nicht nur weit von der Bühne entfernt (um den Zuschauern nicht die Sicht zu versperren), sie war auch höher positioniert als normalerweise üblich."
Neben der eigentlichen Mischung wurde das PM5000 zudem für wichtige "Dienstleistungen" verwendet. "Sowohl im Auditorium als auch in der Cavea hatten wir öfter die Aufgabe, die Audio-Signale beim Fernsehen, Rundfunk und bei Ü-Wagen-Kameras einzuspeisen", erklärt Hausherr. "Dank der Matrix des Pultes konnten wir diese Dienste ohne Probleme bereitstellen. So wurde die Arbeit aller Beteiligten erleichtert. "
Solche Nachfragen kommen sehr regelmäßig - in der Cavea fast jeden Abend. Und tatsächlich konnte Madema acht Speisungen vom PM5000 zum Presse-Bereich schicken, wo die Techniker sich ganz einfach an eine Stagebox anstöpseln und die benötigten Signale für ihre Kameras, etc. abzapfen konnten. Diese Leitungen werden auch für die Aufnahmen von Konzerten verwendet, die Madema archiviert.
Im "Drive Rack" an der Seite der Konsole hat Hausherr Yamahas Digital Engine DME32 (16 In x 16 Out) positioniert, die für die delikaten EQ-Einstellungen und Delays der gesamten großen PA zuständig ist. Diese besteht aus vier geflogenen Line-Array-Systemen, 16 Frontfills am Rand der halbrunden Bühne und sechs Subwoofern, installiert auf Wällen, die fast fünf Meter über dem Niveau der Bühne enden.
Neben dem PM5000 und der DME32 stellte Madema außerdem vier Yamaha-SPX990-Multi-Effektgeräte bereit - zwei für das FOH-Rack und noch Mal zwei für den Monitor-Tonmann Carmelo Carlaccini.
Am Ende des wichtigen römischen Sommerspektakels war Hausherr begeistert: "Die Benutzung von zwölf VCA-Kompressoren auf dem PM5000 sicherte uns eine exzellente Einsatzflexibilität für so viele Künstler aus allem möglichen Genres. Wir waren persönlich hochzufrieden und ernteten für unsere Arbeit viel Dank von allen Beteiligten."
P.S. Brian Wilson, (Gründer der legendären Beach Boys), war einer der Künstler, die sich auf Tour befanden und ihre eigene Anlage zur Cavea mitbrachten. Seine kalifornische Verleihfirma hat sich ebenfalls für Yamaha-Konsolen entschieden. So standen jeweils ein PM5D vor und auf der Bühne.