On the Road: Yamahas Digitalkonsolen und "Little Britain"


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Eigentlich ist Ian Wheaton auf dem Gebiet der Komödientheater-Tourneen ein alter Hase. Doch nach nunmehr 18 Jahren, von denen er viele bei Victoria Wood am Front-Of -House-Platz saß, haben sich die "Mischverhältnisse" für ihn noch mal völlig verändert. Inzwischen ist er bei der sensationellen neuen Bühnen-Show "Little Britain" für den Sound verantwortlich - und diese Aufgabe unterscheidet sich zum Teil doch deutlich von dem, was er von seiner Arbeit für Victoria Wood kannte. Nun ist eine Show, in der TV-Sketche für die Bühne adaptiert wurden, ohnehin schon eine besondere Herausforderung, doch es war vor allem sein fremdartig anmutendes Pult, das große Aufmerksamkeit erregte.

"Tatsächlich habe ich von Sonalyst neben einer neuen PA auch das neue Yamaha-M7CL-Mischpult geliefert bekommen – und es ist fantastisch", erzählt er. "Meiner Erfahrung nach wird PA immer besser. Als ich anfing, hatten die Mixer so Knubbel-Knöpfe wie am Herd, dagegen ist dieses Pult hier sehr viel geschmeidiger."

Sonalyst ist eine neue Audiofirma mit Sitz im britischen Crayford, gegründet vom bekannten Toningenieur Rory Madden.

Madden hat zuletzt schwerst in neues Equipment investiert: so zum Beispiel in die oben erwähnte neue Digitalkonsole von Yamaha und in die kompakten Line-Array-Systeme Mica und M1D von Meyer Sound. Es ist nicht wirklich schwierig, Madden zum Reden zu bewegen: "Eine wichtige Rolle bei der Entscheidung spielte mein Wunsch, nach all den Tourneen mal eine Pause zu machen. Dreißig Jahre lang verbrachte ich in Tourbussen, Hotelzimmern und auf Flughäfen, vermisste ständig meine Familie - das war für mich ein guter Grund, meinen Horizont zu erweitern.
Nun hatte ich das Glück, mit Künstlern aus der ersten Liga zusammen zu arbeiten.
2004 lud man mich ein, den Sound für 'Tonight's The Night', das Musical von Rod Stewart und Ben Elton am Londoner West End, zu gestalten. Bei der Show wurde ein Yamaha PM1D benutzt - und diese Gelegenheit weckte meine Lust auf mehr. Ich war überzeugt, dass ich es schaffen kann, eine ideale Theatertour-Ausstattung zusammenzustellen und diese auch anbieten zu können."

Madden, ein langjähriger Verehrer der Midas-XL4-Mischkonsole, überlegte sich den Umstieg auf digitales Equipment von Yamaha sehr sorgfältig "Ich stolperte über Yamahas PM5D-RH, als ich den Sound von Lionel Ritchie mixte. Wir brauchten ein kompaktes, sehr flexibles Pult mit einer kompletten Effekt- und Dynamik-Sektion an Bord. Diese Konsole hielt, was sie versprach: intuitive Bedienung, klarer Sound – keinerlei Probleme!"
Der Erfolg von ‘Tonight’s The Night’ brachte die Angebote ein. "Da war auf einmal eine Marktnische, auf der ich meinen Stempel hatte. Ich hörte mir absolut jedes Audio-Teil an. Die Meyer-Boxen, das M7CL und die Shure UHF-R-Serie kamen alle gleichzeitig auf den Markt. Und im Zusammenspiel sind sie ideal für die sehr speziellen Bedürfnisse von Theater-Tourneen. Im Moment stellen diese Produkte einfach die ideale Kombination dar", schwärmt Madden. Das Yamaha M7CL vollbringe nun den lang ersehnten Brückenschlag von analog zu digital. "Es ist praktisch, voll gepackt mit Extras, klingt fantastisch (insbesondere der Kompressor) und ist so preiswert, dass das Erreichen der Gewinnzone kein ewiger Traum bleiben muss. Daher sind auch meine Bankberater sehr zufrieden damit."

Und was sagt der Mann an der Front? Bestätigt Wheaton Maddens Einschätzung dieser neuen Technik? "Yamaha schickte uns Tree (David Tordoff, Ex-Monitor-Mann bei Radiohead), einen ihrer Trainer. Er kam für ein paar Stunden zu uns, und offen gesagt, brauchten wir auch nicht mehr. Dem ersten Eindruck nach sah das Pult leicht zu bedienen aus, und genau so war es auch. Es ist alles da, was du brauchst, wie zum Beispiel ein Fader für jeden Kanal, und es gibt keine Unmengen von Untermenüs, durch die man sich durchwühlen muss. Einfach ein paar Knöpfe drücken, und schon bist du dort, wo du hin willst."

Die "Little Britain"-Show ist offensichtlich eine sehr wilde Version der Fernsehserie - macht sie das zu einer sehr komplexen Veranstaltung mit zahllosen Cues? "Wir verbrachten eine kurze Woche mit Proben in den Twickenham Studios, und ich wusste sofort, dass ich keine langen Cue-Listen programmieren brauchte, weil ich sie sowieso alle drei Tage hätte ändern müssen, wenn wir von Ort zu Ort ziehen. Bei einer sprachlastigen Show wie dieser haben die verschiedenen akustischen Verhältnisse in den wechselnden Veranstaltungshallen einen großen Einfluss auf den Gesamtsound." Hierbei sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass Wheaton sowohl den FOH-Mix als auch die Bühnenmonitore mischte. "Von diesem Blickwinkel aus gesehen arbeitete ich also auch manuell, und das ist überhaupt kein Problem für das Pult", so Wheaton.

"Das Publikum kann sehr laut sein, also bin ich viel an den Lautstärke-Reglern zugange. Auf der anderen Seite gibt es nur vier Main-Voices. Auf jedem dieser Kanäle benutze ich einen Kompressor. Egal, ob der Darsteller flüstert oder schreit, ich bin sicher, dass niemandem etwas entgeht. Die Kompressoren arbeiten sehr musikalisch, ich bin beeindruckt. Das Gleiche gilt für die Effekte. Ich benutze nicht viele für die Show, ein bisschen Delay und ein paar Reverbs – aber sie alle klingen wirklich gut. Ein Schlüsselelement des Pultes ist, dass es den Sound rein gar nicht färbt - und mit einer PA wie dieser kann man das beurteilen."

Die Show manuell fahren, wie man das wahrscheinlich einst vor vielen Jahren mit analogen Pulten getan hat? Muss man sich beim Umstieg auf Yamahas Digitalpulte eine völlig neue Arbeitsweise angewöhnen? "Wie ich schon sagte, jeder Kanalzug hat einen eigenen Fader – also ist das Pult sehr schnell. Und ich mag die Tatsache, dass ich jeden Kanal der zentralen Steuereinheit des Pultes zuordnen kann. Ich habe das ganze Ding schon im Griff, obgleich ich von der Konsole vor zwei bis drei Wochen noch nicht einmal gehört hatte. Okay, es sieht nicht wirklich wie ein Mischpult aus, aber das ist mir egal. Schließlich sieht das, was auf dem CentraLogic™ -Display erscheint, durchaus so aus. Dort sind alle Bedienelemente für den Kanalzug am Start, und darauf kommt es an. Aber schön ist auch, dass alle Kanäle ihren eigenen, tatsächlich physikalisch vorhandenen Fader haben, und sowie man einen davon berührt, erscheint sein Kanal sofort auf dem Display.

Auf die Frage, ob er auch noch andere Funktionen der Konsole während der Proben entdeckt habe, antwortet Wheaton: "Der USB-Key ist ein feines Feature. Ich verwende ihn nicht, um Leute von der Benutzung des Pultes auszuschließen, das ist auf einer Tournee wie dieser ist nicht nötig, sondern als Backup. Falls der Speicher des Pultes verloren geht, kann ich ihn in fünf Sekunden wieder herstellen. Das Pult fährt auf Knopfdruck wieder hoch – so einfach ist das."

Gibt es etwas, was Sie anderen Toningenieuren, die das Pult bedienen werden, empfehlen wollen? "Nicht wirklich, es gibt eine riesige Menge von Möglichkeiten, mehr, als die meisten Leute jemals brauchen werden. Unterm Strich hat Yamaha beim Bau des Pultes richtig nachgedacht. Es wirkt auf mich, als sei es von einem Toningenieur, nicht von einem Software-Programmierer entwickelt worden. Es verfügt über eine Logik, nach der auch ich funktioniere. Sowie Du etwas brauchst, ist es schon da."