Seit seiner Gründung im Jahre 1952 basiert der Erfolg des New Musical Express' (NME) auf seinem enormen Wissensvorsprung, wenn es um neuartige, progressive Rockmusik geht. So war das legendäre Musikmagazin die erste Organisation überhaupt, die Single-Charts veröffentlichte (erstmals vor 54 Jahren), die seit 1953 regelmäßig Auszeichnungen vergab sowie Pollgewinner kürte - und zwar mit der Absicht, junge große Talente bei Konzerten auf der ganzen Insel zu promoten, indem man sie einem stets anspruchsvollen Publikum präsentierte.
Die "New Music Awards Tour" im vergangenen Frühling wurde von jeweils vier Bands pro Abend bestritten, die 18 Abende lang an 13 verschiedenen Veranstaltungsorten spielten. Headliner war das Londoner Quartett Boy Kill Boy, das kürzlich von NME mit den Worten "wie The Smiths, die sich mit Hard-Fi einen halben Disco Biscuit auf der Hacienda-Herrentoilette teilen" umschrieben wurden. Mitten im ekstatischen Bühnentreiben mischte bei den meisten Gigs der Tour Monitor-Experte Stan Saunders mit, der nicht nur mit frischer Haarpracht auffiel, sondern auch mit einem ebenso neuen und nicht minder trendigen Yamaha-Mischpult: dem beispiellosen M7CL.
"Ich sah das Pult zum ersten Mal, als ich bei der letzten Gary-Numan-Tour meine Kollegin Mags (Magaly Couturier) besuchte, die dort für den Monitormix verantwortlich war. Sie war sehr zufrieden mit dem Pult, und ich merkte, dass es Zeit für mich wurde, mich kopfmäßig auf Digitalmixer einzustimmen. Eigentlich steht in meinen persönlichen Spezifikationen in großen Buchstaben "NO DIGITAL", aber der Puls der Zeit schlägt immer schneller, und ich weiß, dass wir mit dieser Einstellung in Gefahr geraten, den Anschluss verlieren."
Stageaudio Services, eine Firma aus dem britischen Stourbridge, lieferte die Beschallungsanlagen für fast alle Veranstaltungsorte der Tour, außer für solche, die selbst über eine eigene PA verfügten. Am FOH-Platz stand ein MIDAS Heritage-Pult, das wie üblich von einer LKW-Ladung voller Grafik-EQs und anderen Outboard-Geräten begleitet wurde. Da alle Bands dasselbe analoge FOH-Pult benutzten, verließ man sich sorgsam auf die Dienste einer Digitalkamera, indem man mit dieser die Input-Gains und die EQ-Einstellungen abfilmte. Im Gegensatz zum Midas stelle das M7CL eine komfortable All-In-One-Lösung dar, die sich links auf der typischerweise kleinen Bühne befand. Wir haben Stan gefragt, wie er mit seinem Sprung ins kalte Wasser der Digital-Domain zurechtgekommen ist.
"Bei LME in Birmingham ist man das Pult zusammen mit mir ein paar Minuten lang durchgegangen. Dann kam ich zurück zum Lager und brauchte nur 30 Minuten, um das Pult für die Tour einzurichten. Das war ein klarer Fall von 'zack, bumm und fertig'. Bei einer Show hatten wir einen Ersatz-Monitormann, dem zehn Minuten reichten, um am M7CL startbereit zu sein. Okay, es gibt ein paar Kleinigkeiten, von denen ich hoffe, dass die Jungs in Japan diese in Zukunft verbessern werden, aber im Großen und Ganzen war das Pult in seiner Bedienung sehr direkt. Die Möglichkeit, dass man den Mix einer jeden Band bei einer Show speichern kann, hat sich angesichts der wenigen Zeit, die in den Spielpausen zur Verfügung stand, als sehr hilfreich erwiesen."
Ein weiterer erfahrener Toningenieur, der mit Freude das alte Sprichwort zitiert: Verbünde Dich mit dem Feind, den Du nicht besiegen kannst.