Die Tournee der Idole: Âge tendre et têtes de bois (In zartem Alter und dickköpfig) - ohne Yamaha gar nicht möglich!


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Vom großen Erfolg der Frankreich-Tour von Âge tendre et tête de bois zwischen März und Juni 2006 waren selbst die eigenen Produzenten überrascht! Und ohne die neuesten digitalen Klangwunder von Yamaha wäre die Durchführung der Tour so gar nicht möglich gewesen: Zwei 48-Spur-M7CL, vier AD8HR-Preamps und eine DME64N verrichteten, verbunden über ein CAT5-Ethersound-Netzwerk, ihren Dienst.

Der Name der französischen Show Âge tendre et têtes de bois stammt aus einer berühmten Radiosendung aus den 60er-Jahren, ausgestrahlt von Europe 1 und produziert von Albert Raisner (dem auch die Tournee gewidmet ist). Die Teenager von damals sind inzwischen Senioren geworden - so wie auch die Künstler, die sie damals gehört haben. Die Liebe zur Musik ist jedoch bis heute geblieben - inklusive einer nicht zu unterschätzenden Nostalgie. Und genau diese Tatsache ist auch der Produktionsfirma Appels Productions nicht entgangen…

Wir versetzen uns in den Produzenten, der die Show folgendermaßen plant: Es soll eine Frankreich-Tournee mit zwölf Künstlern und einem DJ, alle aus den 60ern, stattfinden. Dabei würde der Ablauf der vier Stunden dauernden Show immer der gleiche sein. Es sollen live die großen Hits gesungen werden, begleitet von einem achtköpfigen Orchester auf der Bühne. Zusagen gibt es von: Frank Alamo, Richard Anthony, Jean-Jacques Debout, François Deguelt, Gilles Dreu, Leny Escudero, Nancy Holloway, Los Machucambos, Michel Orso, Annie Philippe, Demis Roussos und Michèle Torr.

Was für ein Ausmaß eine solche Tour anzunehmen vermag, kann man sich kaum vorstellen - ganz zu schweigen von der komplizierten Infrastruktur. Um rentabel zu bleiben, war es von Anfang an zwingend notwendig, einen sehr engen und strikten Plan einzuhalten. Zwei Sattelschlepper, zwei Shows am Tag (nachmittags und abends), drei oder vier Vorstellungstage die Woche in Häusern mit einem Fassungsvermögen von mehreren Tausend Zuschauern. Selbst unter diesen Voraussetzungen arbeiten fast 70 Leute für die Tournee...

Für die Technik startet der Aufbau um 6 Uhr morgens. Um 11 Uhr ist alles fertig, und nach dem Soundcheck und Mittagessen wird um 14 Uhr das Publikum eingelassen. Die erste Show dauert von 15-19 Uhr, die zweite von 20:30 Uhr bis Mitternacht. Zwischen den Shows gibt es Abendessen für die Crew. Von 1-4 Uhr morgens wird zusammengepackt. Die Reise zum nächsten Veranstaltungsort dauert maximal zwei Stunden - und dann geht das Ganze von vorne los. Man kann genauso gut sagen, dass vor allem eine perfekte und optimierte Effizienz allerhöchste Priorität hat, um die Arbeit der Licht- und Tonleute überhaupt erst zu ermöglichen.

Die Firma Actes (http://www.spectacles-son-et-lumiere.com) war für die Technik der Tour verantwortlich. "Vor ein paar Jahren wäre ich gezwungen gewesen, den Auftrag bei solchen Vorgaben abzulehnen", so Joël Donger, Technischer Leiter von Actes. "Aber erstens gibt es jetzt das neue M7CL-Pult - kompakt, leicht, leistungsfähig und mit jeder Menge Onboard-Signalprozessoren ausgestattet. Und zweitens hat die Ethersound-Technik ihren Siegeszug angetreten. Also überdachte ich die Sache noch einmal. Für mich gleicht es einer Revolution, all diese Signale in einem einzigen CAT5-Kabel statt in einem Multicore-Kabel zu befördern. Ganz zu schweigen von dem Audionetzwerk, das ganz einfach anzuschließen ist und alle seine Einstellungen und Zuordnungen mit einem einzigen Klick findet - all dies konnte mich auf Dauer überzeugen. Es ging hier zwar um eine beachtliche Investition, aber ich blieb dabei. Entweder mit diesem Gerät oder die Tour würde nicht für mich stattfinden! Dabei konnten wir uns auf den Support von Yamaha und Auvitran verlassen. So schickte Auvitran Jérémie Weber, um unsere Techniker weiterzubilden. Wir hatten inzwischen mehr als 50 Konzerte und nicht einen einzigen Systemcrash. Und wir sind Pioniere. Eine volldigitale, vollständig auf einem Ethersound-Netzwerk basierende Tournee hat es in diesem Bereich so noch nicht gegeben!"

"Ich gehöre zur 'älteren Generation', zur analogen sozusagen, die mit großen Multicore-Kabeln hantiert hat", erklärt Fabrice Bouquillon. FOH-Ingenieur der Tour, der seit drei Jahren für Actes arbeitet. "Es war alles andere als selbstverständlich für mich, sämtliche Signale durch ein einziges Kabel mit 5 mm Durchmesser zu schicken, wo zudem auch noch die Rückwege durchgehen. Aber ich lernte, wie man die Ethersound-Monitor-Software verwendet, die sich um das Netzwerk und um die Patch-Verwaltung kümmert - und tatsächlich ist nichts kompliziert daran. Zu Beginn hatte ich gewarnt, dass ich nur wenig über diese neue Technologie weiß. Doch Jérémie Weber von Auvitran kam zu mir, und wir plauderten über alles, was mit IT oder Netzwerktechnik zu tun hatte, was mir sehr half. Er hat die Technik entmystifiziert und mir dadurch viel Zuversicht in Sachen Ethersound gegeben. Es ist eine Frage der Herangehensweise. Wenn du deine alten Anschauungen über Bord werfen kannst, bist du bereit. Den jungen Technikern, die bereits eine Affinität zu IT haben, wird es wahrscheinlich leichter fallen als mir."

Das Ethersound-Netzwerk, das inklusive Backup-Leitungen drei CAT5-Kabel verwendet, bestand aus einer 48-Spur-Playback-M7CL-Konsole (mit Auvitran-AVY-ES-Karten und einer Aviom-Karte für die Wiedergabe der Musiker), einer DME64, vier AD8HR-Preamps, an denen die Signale von der Bühne ankamen und einem 48-Spur-Front-M7CK mit drei AVY-ES-Karten, das als Master fungierte. Alle Geräte waren miteinander verkettet.

Der FOH-Toningenieur benutzte ein paar Avalon-Opto-Kompressoren, um jene Wärme zu erzeugen, die er gewohnt war - und zwar auf den Stimmen und auf dem gesamten Mix. Seinen Angaben nach ist der Aufbau höchst originell: "Die Musiker benutzen dank passender Mini-YGDAI-Karte mit 16 Ausgängen In-Ear-Monitoring, und zwar Aviom-Systeme. Als Stereogrundlage werden ihnen der Front-Mix-Output und eine Reihe Stereo-Premixe geschickt. Jeder Musiker versorgt sich darüber hinaus selber nach Belieben in mono über einen kleinen Mixer. Die physikalischen Front-Of-Stage-Playbacks werden von der Playback-Konsole und Playback-Ingenieur Mathieu Plancher verwaltet. Der Front-Sound kommt aus den Omni-Outputs und passiert das Avalon 747, dessen Output wird wieder digitalisiert, um das Signal via Netzwerk zu einer DME zu schicken, die das Signal entnimmt und es zurück zur Aviom schickt."

Auf der Wiedergabeseite fiel die Wahl auf einen Line Array von Audio Performance. "Bei Einsätzen wie diesem entspricht das System allen unseren Anforderungen", erklärt Joël Donger. "Und zwar sowohl, was die Belastung und Leistung angeht, als auch bezüglich einer leichten Aufstellung. Wobei wir wissen, dass es mehrere Lösungen für die Kreation eines solchen Systems gibt. Das weiß auch der Hersteller, daher wird er uns von den neuesten Modellen profitieren lassen, sobald diese erhältlich sind. Die Herausforderung besteht nicht darin, einen möglichst hohen Lautstärkepegel zu erzielen, sondern den Raum so gut wie möglich zu erhalten, ohne die Ohren der Zuhörer zu belasten. Außerdem geht es um Sprachverständlichkeit, und zwar sowohl bei DJ Hubert (früher bei Europe 1) als auch bei den Künstlern." Fabrice Bouquillon bestätigt: "Manchmal habe ich leider einfach nicht die Zeit, meinen Front-Lautsprecher optimal in einigen Räumen zu platzieren, aber trotz allem starten wir immer pünktlich mit einem korrekten, wirksamen und beachtlichen Sound. Einem Sound mit einer echten Persönlichkeit. Ich habe mich entschieden, eine Pulteinstellung pro Künstler zu speichern, der jedes Mal drei oder vier Stücke singt. Es ist nur für den Anfang, ich selbst übernehme danach. Ich bin froh, einen aktiven Teil zu haben. Ich spiele jeden Nachmittag einen anderen Mix aus. Manche Künstler singen auf einem Orchester-Track, aber die meisten werden von den acht Musikern auf der Bühne begleitet."

Hier ein paar Beispiele von Städten, die seit dem 21. März 2006 besucht worden sind: Montpellier, Marseilles, Tours, Orléans, Amiens und als letzte Stadt La Rochelle am 2. Juni. Für das Zénith in Rouen wurde von der Firma AMP eine Videoaufzeichnung für eine DVD zugesichert. Radio Nostalgie und Melody TV, die Partner der Aktion, waren stets stark präsent. Von Oktober bis Dezember 2006 ist bereits eine zweite Tournee von Âge tendre et tête de bois geplant. Sie geht durch Paris, ins Palais des Congrès, zum Olympia und zum Zénith. Mit von der Partie ist wieder dieselbe Crew!