3 x PM5D @ Umbria Jazz '06


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Yamaha-Konsolen beim renommierten 'Umbria Jazz'-Festival im italienischen Perugia

Beppe Bottega
(FOH)
Luca Morson
(Monitors)

Zum 33. Mal fand dieses Jahr im italienischen Perugia das berühmte Festival 'Umbria Jazz' statt. Das Spektakel ist seit langem eine Pflichtveranstaltung für Musikfans aus aller Welt, die sich an den zahlreichen Schauplätzen der Hauptstadt Umbriens dicht aneinanderdrängen. Von der gemütlichen Trattoria über kleine Bars bis hin zur Santa Giuliana Arena mit 4600 Sitzplätzen stehen in dieser Zeit sämtliche Etablissements der Stadt unter dem gemeinsamen Banner der guten Musik. Unter den renommiertesten Austragungsorten gab es zwei, die Yamaha-Equipment verwendeten: die Piazza IV Novembre und die Arena.

Piero Bravin ist im zweiten Jahr "Resident"-FOH-Toningenieur an der Santa Giuliana Arena, ein altgedienter Profi, der in der italienischen Liveszene ebenso zu Hause ist wie bei Rundfunk und Fernsehen. Und Bravin ist von dieser Ausgabe des Festivals begeistert: "Von der professionellen Seite aus betrachtet war dies das beste Jahr für mich. Wir kamen wirklich gut mit den Toningenieuren der Künstler klar, zu denen unter anderem Pat Metheny, Wayne Shorter, Diana Krall und Chick Corea gehörten, der mit seinem Quartett und der Bayrischen Kammerphilharmonie auftrat."

Die Firma Reference Laboratory lieferte eine Yamaha-Digitalkonsole für jene Leute, die digital arbeiten wollten (Reference Audio ist die Zulieferfirma der Arena für die Bereiche Ton- und Beleuchtung. Sie lieferte außerdem ein komplettes Sortiment hoch spezialisierter Kabel). Das PM5D-RH wurde für diesen Anlass von Bravin persönlich ausgewählt, der uns erklärt: "Ich glaube, dass die Leute, die Analogtechnik bevorzugten, sich genau deshalb so entschieden haben, weil sie die Möglichkeiten der Technologie gar nicht voll ausschöpfen. Sie verwenden weder die Kompressoren noch die Filter so richtig. Folglich nutzen sie nur einen lächerlich kleinen Anteil des Potenzials einer Digitalkonsole. Ich entschied mich für das PM5D-RH, weil es ein praktischer Allrounder ist, und weil Digitaltechnik gerade bei Festivals extrem hilfreich sein kann."

Die Konsole wurde vom Toningenieur des Fusion-Shootingstars Jamie Cullums benutzt, der von Bravin handfesten Support genoss. Und natürlich verwendete Bravin selbst das Pult, der mit zwei Künstlern arbeitete, die aus zwei total verschiedenen Genres stammten: mit der lebenden Rhythm-&-Blues-Legende Salomon Burke und mit dem kolumbianischen Harfen-Virtuosen Edmar Castaneda. "Für diese beiden machte ich auch ausgiebigen Gebrauch von den Pult-eigenen Kompressoren", fügt Bravin hinzu, der schon viel Erfahrung mit Yamaha-Konsolen sammeln konnte.

Die Fans, die jährlich in die Hauptstadt Umbriens strömen, passieren zunächst über angedeutete Rolltreppen die berühmte Rocca-Paoline-Festung. Dann lassen sie die Bühnen des Carducci-Gartens hinter sich, wo eine ganze Reihe von Jazz-, Blues- und Gospel-Künstlern nonstop von Mittag bis Mitternacht spielen. Im weiteren Verlauf der Hauptstraße der Stadt erreicht man danach die zentral gelegene Piazza IV Novembre. Nach Einbruch der Dunkelheit verwandelt sich der Platz von einer geschäftigen Kreuzung in einen Open-Air-Schauplatz, den der kraftvolle Swing von Bigbands, die fröhliche Würde von Gospel-Gruppen und die mitreißende Fusion vieler anderer Genres zum Leben erwecken. Aber was auch immer gespielt wird - verbunden werden alle diese Stilrichtungen durch ihre wichtigste Zutat: den Jazz.

So spielten auf der großen Bühne des Platzes unter anderem Bobby Jones und der Nashville Super Choir, die Bradley University Big Band, The Reverse, Ray Gelato’s Giants, das Monterey Next Generation Jazz Orchestra und die Gruppe Funk Off, eine hoch talentierte Straßenband aus der benachbarten Toskana. Und einige Konzerte dürfen sogar zu Recht als ausgesprochen explosives Rhythmus-Konzentrat bezeichnet werden, wie zum Beispiel der feurige Latin-Sound von Sergio Mendes und seiner Band oder die mitreißenden Afro-Klänge von Mory Kante, Großmeister auf der Kora, einer Stegharfe aus Westafrika.

Für diese extrem abwechslungsreiche Mischung von Künstlern orientierte sich die Verleihfirma Pro Sound Service aus der italienischen Stadt Silea (in der Nähe von Treviso) an den positiven Resultaten der vorherigen Festival-Ausgaben und installierte zwei PM5D-Konsolen, die den kompetenten Händen von Beppe Bottega (FOH-Mix) und Luca Morson (Monitor-Mix) anvertraut wurden. Christian Bobbo, eines der Gründungsmitglieder von PPS, erklärt uns, warum: "Neben den Sommer- und Winterausgaben des 'Umbria Jazz' arbeiten wir auch für andere sehr unterschiedliche Projekte. So verwendeten wir unsere PM5Ds in diesem Jahr schon beim venezianischen Karneval im Frühjahr auf dem berühmten Markusplatz und gegen Ende des Sommers bei zwei Pyro-Musical-Shows im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele von Venedig."

Bottega: "Die Toningenieure der beiden Headliner, Mory Kante und Sergio Mendes, waren mit den Konsolen vertraut und hatten ihre "Szenen" bereits auf Speicherkarten oder Laptops vorbereitet. Dadurch konnten wir beim Soundcheck beachtlich viel Zeit sparen. Diese Vorgehensweise kommt immer häufiger vor. Ich habe in diesem Jahr mit einigen wichtigen internationalen Künstlern zusammengearbeitet, die speziell nach dem PM5D fragten. Auch diese erschienen mit ihren Speicherkarten komplett startbereit an den Austragungsorten."

In Perugia war der Mikrofon-Aufbau für die verschiedenen Konstellationen recht ähnlich. Also bereitete Bottega während der Proben für jede Bigband eine Basis-Szene vor. "Für gewöhnlich stand für die Soundchecks sehr wenig Zeit zur Verfügung. In solchen Situation ein Pult wie dieses zu haben, war ein Segen. Nach dem Recall der Misch-Szene, die wir am vorherigen Tag gespeichert hatten, und ein paar kleinen Nachbesserungen waren wir schon startbereit." Wir verwendeten auch nur die eigenen Dynamik-Prozessoren des PM5Ds.

Wie Bottega arbeitete auch Morson schon bei diversen vorherigen Ausgaben des "Umbria Jazz"-Festivals. Er verglich die Benutzung des PM5Ds in Perugia mit Erfahrungen, die er auch auf Tourneen macht. "Ich benutzte das Pult mit Nek und Piero Pelù (beides italienische Popstars) und obwohl ich sagen würde, dass meine Kenntnisse vom Pult gar nicht bis in alle Tiefen reichen - man lernt bei Digitalsystemen nie wirklich aus - kenne ich die Pulte ganz gut und mag sie sehr. Während der Tourneen programmierte ich meine eigenen Szenen, speicherte diese und machte dann die nötigen Feinjustierungen. Bei Projekten wie den Konzerten auf dem Perugia-Platz - oder auch bei anderen Festivals - sind digitale Pulte von noch größerer Wichtigkeit. Schließlich sind während der gesamten Veranstaltung immer andere Künstler auf der Bühne. Das PM5Ds kann ganz einfach und extrem intuitiv benutzt werden - und alle seine Funktionen zudem auf verschiedene Arten und Weisen. Während der ersten zwei Tage konnte ich Mischszenen anfertigen, die meine spätere Arbeit extrem erleichtert haben."

Für den Brasilianer Sergio Mendes und seine Band wurden 16 Sends für die Bühnenmonitore benötigt - und die Inputs beider PM5Ds waren praktisch voll belegt. Auch für Morson eine schwierige Situation, der unser Gespräch mit den Worten abschließt: "Eine wirklich komplizierte Lage. Es gab zwei Keyboard-Setups, zwei sehr gut ausgestattete Perkussionisten, ein großes Schlagzeug und eine ordentliche Anzahl von Gesangsmikrofonen - eine interessante und komplexe Situation, in der wir uns befanden. Dennoch hat uns der Job eine Menge Spaß gemacht. Beppe und ich haben während des Festivals viele Komplimente von den Bands selbst und von ihren Toningenieuren bekommen. "