Snow Patrol gleitet mit einem Yamaha-PM5D um den Globus


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Eigentlich kann Toningenieur Wayne 'Rabbit' Sargeant so schnell nichts erschüttern. Doch als er zum ersten Mal eine Digitalkonsole vor die Augen bekam, war seine erste Reaktion nach eigenen Angaben: Angst. Ereignet hat sich diese unheimliche Begegnung in den USA, wo er sich auf eine Tour mit der schottischen Band Snow Patrol als Monitor-Mischer vorbereiten sollte.

"Doch die Angst war von kurzer Dauer. Gegen Ende der ersten Session wollte ich auch eins!", erzählt Rabbit mit einem Grinsen.

Bei der besagten Konsole handelte es sich um Yamahas PM1D, und seitdem ist Rabbit auch ein bekennender Fan seines neuen Babys, eines PM5Ds.

 "Wie bei vielen anderen Toningenieuren, die von Analog-Konsolen kamen, fand auch bei mir der Umstieg vor allem im Kopf statt", so Rabbit. "Das Schwierigste ist es, diese irrationale Furcht zu überwinden. Wenn man erst einmal dabei ist, ist alles ganz unkompliziert, und man lernt schnell die unglaublichen kreativen Möglichkeiten zu schätzen, die sich eröffnen."

Rabbit hat sich für eine Yamaha-Konsole entschlossen, weil sein allererster Eindruck ein sehr guter war. "Zum einen sah die Anordnung der Oberfläche so aus, als würde man leicht damit klarkommen, aber auch das Betriebssystem passte mir. Meiner Meinung nach ist es sehr stabil und funktioniert zuverlässig. Es basiert nicht auf Windows, und ich bin sicher, dass es mich nicht hängen lässt - was für einen Tour-Toningenieur unglaublich wichtig ist."

Obgleich Rabbit bei Snow Patrol eigentlich den Monitormix macht, ist er von Haus aus FOH-Ingenieur. Als die Band zu einer Welt-Tournee aufbrach, wechselte er auf den FOH-Platz und entschied sich für ein PM5D als Tourpult.

 "Sehr vorteilhaft ist, dass es eine weltweite Einheitlichkeit gibt. Wo auch immer ich auf dem Globus war, der Support war stets leicht erreichbar", sagt Rabbit. "In einigen Ländern - Korea zum Beispiel - kamen die wichtigsten Yamaha-Vertreter des Landes sogar vorbei und checkten, ob alles okay war. Das fand ich super. Die Leute waren unglaublich hilfsbereit."

Ein anderer großer Vorteil ist: Yamahas globales Netzwerk sorgt dafür, dass das PM5D in vielen Ländern ausgeliehen werden kann. So konnte die Organisation um Snow Patrol einige Kosten sparen, da sie nicht die ganze Tour mit einem eigenen Pult machen mussten. Rabbit brauchte nur seine zuvor gespeicherten Einstellungen in das jeweilige PM5D vor Ort hineinladen, und schon war er startbereit.

 "Das Pult kann sehr leicht vor Ort gemietet werden. Einfach alles reinladen und los geht's. Das ist um ein Vielfaches einfacher als bei Analogkonsolen - da habe ich Fotos von den Pulten machen müssen, damit ich die Einstellungen und alles andere rekonstruieren konnte. Jetzt lade ich einfach die ganze Show ins PM5D, und muss mich nur noch ein bisschen um den EQ kümmern", freut sich Rabbit.

 "Sobald man die 'User Defined Keys' (Benutzerdefinierbare Tasten) eingerichtet hat, läuft alles wie geschmiert", fährt der Toningenieur fort. "Die internen Effekte sind ebenfalls exzellent, es gibt einen wirklich guten Hall und man spart viel Platz, weil man nicht rackweise externes Equipment herumschleppt. Heute ist ein Avalon-Channelstrip für den Lead-Gesang das einzige externe Gerät, das ich benutze. Alle anderen Effekte kommen aus dem PM5D."

Es gibt natürlich immer Fälle, in denen ein Toningenieur in Situationen gerät, wo die Verwendung eines eigenen Pultes sehr wichtig wäre. Aber leider ist dies nicht immer möglich. Festivals sind ein Paradebeispiel, weil die Crews oft das nehmen müssen, was vor Ort ist. In der Digital-Domain ist das ein echtes Problem, wo es kein einheitliches Protokoll für Glasfaser-Multicores gibt. Pult A arbeitet nicht unbedingt mit dem Multicore, das für Pult B gebaut wurde.

Mit dem PM5D jedoch ist dies kein Problem. Man kann die XLR-Preamps für jede andere Konsole verwenden, oder in anderen Worten: Das PM5D kann in jedes andere System eingebunden werden.

 "Die Ausmaße der Konsole sind so gering, dass wir problemlos das eigene Pult mitnehmen können", so Rabbit. "Man kann es ganz einfach in bestehende Systeme einbinden, ohne ein anderes Multicore zu benutzen. Durch seine Unkompliziertheit spielt das Pult auf Festivals seine Vorteile voll aus - selbst wenn man im Ausland arbeitet und die Sprachbarriere einem die Erklärung der Feinheiten des digitalen Audios erschwert."

Wenn es dann auch noch um Kreativarbeit geht, wird Rabbit richtig zufrieden. Denn Digitalkonsolen erlauben Toningenieuren Dinge, die mit analogen Pulten entweder sehr zeitaufwändig oder gar nicht möglich wären.

 "Bestimmte Sachen kann man mit einem Analog-Pult vergessen. Die Möglichkeit, Szenen zu speichern und sofort wieder mit verschiedenen Konfigurationen und Effekten aufzurufen, verändert definitiv das Gesicht von Livesound", so Rabbit. "Besonders beim Front-Of-House-Sound beginnen die Grenzen zwischen Live und Studioproduktion zu verschwimmen. Man bekommt statt einem Standard-"Mach es einfach laut"-Mix einen ausproduzieren Sound hin."

 Rabbit fährt fort: "Man kann zum Beispiel einen Gitarren-Input nehmen und diesen über das interne Routing auf zehn Kanäle aufsplitten, dann verschiedene Effekte hinzufügen und den Sounds so regelrecht aufschichten. Pro Gig sind die Drums nicht mehr auf einen Sound festgelegt. Da Szenen jederzeit speicher- und wieder aufrufbar sind, kann sich der Sound eines Songs völlig von einem anderen unterscheiden. Solche Sachen würden mit Analogtechnik extrem viel Zeit kosten, denn man kann keine Einstellungen in Echtzeit aufrufen."

 Rabbits Fazit: "Digitale Audiotechnik eröffnet so viele Möglichkeiten. Eigentlich hast du auf der Bühne ein Aufnahmestudio in Echtzeit. Ich finde das total aufregend. Und mit dem PM5D es sogar sehr intuitiv bedienbar."