Camden Crawl: auf Kneipentour mit Yamaha-Konsolen


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Als fester Bestandteil des fortwährend expandierenden britischen Festival-Kalenders bereichert das Camden Crawl (Crawl: Kneipentour) im Londoner Stadtteil Camden die Szene um eine gänzlich neue Vorgehensweise. Statt auf dem Lande mit mehreren Bühnen zu agieren, brachte das Crawl 15 verschiedene Indoor-Veranstaltungsorte unter einen Hut, zu denen Pubs, Clubs und Restaurants gehören, und spannt einen weiten Bogen zwischen verschiedensten Acts und musikalischen Stilen - vom Unbekannten bis zur Berühmtheit - und von der Insider-Musik bis hin zum Mainstream-Sound.

In diesem Jahr fand das Crawl erstmals zwei Tage lang statt. Vom 19. bis zum 20. April kamen Tausende von Besuchern nach London und erlebten zusammen mit den hier im Norden der Metropole ansässigen jungen Leuten (viele Studenten) Konzerte von insgesamt über 80 Acts. Dabei musste nur ein einziges Ticket erworben werden, das entweder ein oder zwei Tage gültig war.

Bei so vielen Veranstaltungsorten und noch viel mehr Acts war der logistische Aufwand, der betrieben werden musste, um das ganze Festival zu beschallen, enorm. Zwischen den Gigs blieb nicht viel Zeit, die Veranstaltungsorte waren eher klein und die wenigsten für Livemusik zugeschnitten. Aber man wächst mit seinen Herausforderungen, wie in diesem Falle Britannia Row. Die Audiofirma bot den diesem Event eigenen Unzulänglichkeiten mit kompakten Digitalkonsolen von Yamaha die Stirn.

Brit Row bereitete in der eigenen Lagerhalle im Londoner Bezirk Wandsworth sieben gleich ausgestattete Kompaktsysteme vor, bei denen Yamahas Digitalkonsolen mit Aktivlautsprechern von Turbosound kombiniert wurden. Innerhalb eines Tages konnten diese handlichen Anlagen von einem einzigen LKW zu allen Veranstaltungsorten gebracht werden.

Die Anlagen in der "Oh Bar", im "Black Cap" und im "Cuban" verfügten alle über M7CL-48-Konsolen, die im "Camden Tup" und im "Enterprise" jeweils über ein LS9-16 und das "Earl Of Camden" über ein DM2000.

In diesem Jahr wurden erstmals sehr viele Yamaha-Konsolen verwendet, was aber nicht daran lag, dass man vorher die Pulte nicht wollte: "Letztes Jahr hätten wir gerne schon mehr davon benutzt, aber die jüngste Generation Yamaha-Pulte ist gerade erst erschienen, wir konnten sie damals einfach nicht bekommen.", so Brit Rows Roly Oliver, dem sein Kommentar sichtlich Spaß machte.

"Aber dieses Jahr wollte ich dabei sein. Die Kombination aus Digitalkonsole und aktiven Lautsprechern war sowohl für die Künstler als auch für uns die perfekte Lösung. Wir haben weniger Stress, wenn der Toningenieur für jeden Künstler den jeweiligen Sound einrichten und dann alle Einstellungen sofort aufrufen kann. Bei Analog-Systemen hätten in dieser Situation die meisten Leute einfach die Gain-Einstellungen aufgeschrieben und gehofft, dass alles klappt."

Es gibt natürlich noch immer viele Toningenieure, die konsequente Analog-User sind, und für die eine Verwendung von Digitalpulten ein Sprung ins kalte Wasser darstellt. Aus den Begebenheiten des Festivals ergab sich, dass Brit Row die Systeme auf eine sichere Weise zum Laufen bringen musste. Gepaart mit der Benutzfreundlichkeit der Yamaha-Konsolen kam es zu keinen Protesten gegen sie.

"Wir haben den Systemen eine Standard-Einrichtung für den jeweiligen Veranstaltungsort verpasst", so Roly. Wir haben keine Anfragen für Kanal-Listen oder ähnliches rausgegeben, denn sobald man eine Tür öffnet, glauben die Leute, sie könnten alles Mögliche anfragen. Bei so vielen Bands und so kurzen Übergängen war einfach nicht die Zeit, um jeder Band ihr eigenes Setup etc. zu geben.

"Also benutzen wir jedes System eigentlich wie ein analoges. Der einzigen echten Unterschiede waren die Flexibilität, die Audioqualität und die sofort aufrufbaren Soundcheck-Einstellungen. Es gab von niemandem Kritik und auch insgesamt keine Probleme."

Toningenieur Liam Halpin agierte als - wie er es nennt - "Schulmeister". Er half, die Pulte vorzubereiten, und begleitete den jeweiligen Gast-Tonmann bei den Soundchecks, was morgens 30-40 Minuten in Anspruch nahm. Das nächste Mal sollte der Sound-Engineer erst beim Auftritt an die Konsole treten.

"Alle kamen wirklich gut mit den Yamaha-Konsolen klar", so Liam. "Ich hab sie diversen Leuten von Grund auf zeigen müssen, und bevor ich ihnen die Pulte erklärte, schienen sie ein bisschen nervös zu sein, was sich aber sehr schnell legte."

"Es gab einen, der meinte, er würde das Midas Venice dem M7CL vorziehen. Falls es länger als eine halbe Stunde dauern würde, das Pult zu erlernen, würde er bei seiner Ansicht bleiben. Er erlernte das Pult in weniger Zeit als einer halben Stunde…"

Die Yamaha-Konsolen sorgten mit ihren internen Effekten und Dynamikprozessoren dafür, dass externes Equipment überflüssig war - angesichts der kleinen Veranstaltungsorte ein Schlüsselargument für die Pulte, denn der Platz für das Audioequipment und die Mix-Position war wirklich minimal.

"Jeder Veranstaltungsort war gerammelt voll mit Leuten, sodass die Ausmaße der PA und der Konsolen wirklich so gering wie möglich sein mussten. Aber dank der kompakten Pulte und des fehlenden - weil nicht nötigen - externen Equipments konnten wir in jeder Location eine gute Mix-Position besetzen", so Roly.

"Alles war auf den praktischen Nutzen ausgelegt, aber natürlich wollten wir eine hervorragende Klangqualität liefern und auch unter diesen widrigen Umständen den Künstlern die Möglichkeit geben, eine gute Show zu fahren", fährt Roly fort. "Ich war über viele Jahre selbst Tonmann und bei Club-Gigs oft auf zweifelhafte Haus-Anlagen angewiesen. Ich weiß, dass ich dieses Rig hier geliebt hätte. Es gab Myriaden neuer Acts beim Camden Crawl, denen wir wirklich unter die Arme greifen wollten. Wir waren fest entschlossen, das modernste System zu liefern, dass hier noch Platz findet, wollten den Druck von den Tonleuten nehmen und am Ende jeden um eine tolle Erfahrung bereichert haben."

Es schien eindeutig, dass Brit Rows Ziel erreicht worden war. Die Qualität der Produkte sorgte dafür, dass alles reibungslos ablief. "Es waren so wenig Einrichtungsarbeiten nötig, dass die gesamte Veranstaltung enorm entspannt ablief", so Roly. "Die Systeme waren so überschaubar und beweglich, dass die Übergänge sehr schnell ablaufen konnten. Nach jedem beendeten Auftritt konnte man mit nur einem Knopfdruck die Einstellungen für die nächste Band wieder herstellen. Alle Tonleute waren sehr zufrieden, alles lief unglaublich reibungslos ab, was natürlich nicht zuletzt an der Qualität der Produkte lag."

Liam Halpin stand außerdem bereit, nötigenfalls während der Auftritte einzugreifen, registrierte aber zufrieden, dass er kaum gebraucht wurde. "Bei allen lief es prima. Ich drückte mich für gerade mal fünf Minuten dort herum, maximal, weil einfach keiner Probleme hatte - nicht einmal der Mann, der zuvor, als ich ihm die Konsole zeigte, noch ziemlich durchhing. Aus den ganzen Gesprächen die ich führte, ging hervor, dass alle mächtig Spaß hatten."