Picture: Total Production International
Es ist oft so, dass die einflussreichsten Musiker überhaupt, die zudem von ebenbürtigen Kollegen extrem geschätzt werden, nicht zwingend die größten Namen haben müssen.
Jim Capaldi war so ein Fall. Der Drummer und Texter war nicht nur ein Protagonist der wichtigen Band Traffic, sondern er hatte auch große Soloerfolge vorzuweisen und arbeitete stets mit den bekanntesten Musikern der Welt zusammen - Hendrix, Santana, Clapton, George Harrison und Paul Kossoff - um nur einige zu nennen.
Capaldi starb 2005 im Alter von 60 Jahren an Magenkrebs. Im Januar 2007 fand zu seinen Ehren ein Konzert im Roundhouse (London/Camden Town) zugunsten der Wohltätigkeitsorganisation "Jubilee Action Street Children’s Appeal" statt, für die Capaldis Frau Aninha arbeitet und bei der er vor seinem Tode ebenfalls aktiv war.
Simon Kirke, Yusuf Islam (Cat Stevens), Dennis Locorriere, Jon Lord, Gary Moore, Pete Townshend, Joe Walsh, Paul Weller, Bill Wyman und natürlich Steve Winwood von Traffic gehörten zu den Rock-Größen, die mit Freude einen Abend lang Traffic- und Capaldi-Songs spielten und somit ihrem Freund und Kollegen die letzte Ehre erwiesen haben.
Der Konzertabend "Dear Mr. Fantasy" (nach dem gleichnamigen Traffic-Song) besaß als "All Star"-Show typische Merkmale, zu denen ein abwechslungsreiches Programm ebenso wie Änderungen in letzter Minute gehörten. Die Audiofirma RPA wurde folglich ordentlich auf Trab gehalten. Aber wo sonst, wenn nicht hier, könnte sich eine gerade von RPA angeschaffte PM5D-Konsole besser beweisen?
"Es wäre ganz schön hart gewesen, diese Show mit einer Analog-Konsole fahren zu müssen", erklärt RPA-Eigentümer Ian Grove. "Bei so vielen Acts ist es eine große Herausforderung, alles reibungslos ablaufen zu lassen, und wir wussten, dass auch Dinge passieren würden, die man nicht vorhersehen kann. So war uns zum Beispiel nicht wirklich klar, was einige Acts vorhatten - Pete Townshend zum Beispiel trafen wir erst beim Gig selbst. Wegen solcher Sachen ist die Recall-Fähigkeit des Pultes sehr nützlich. Wir konnten die Konsole an der Probebühne einrichten und mussten während der Show nur noch nachregeln. Wahrscheinlich waren drei Viertel des Abends bei den Proben schon vorprogrammiert worden, aber wir brauchten noch immer Freiraum, um während der Vorstellungen aktiv mixen zu können."
Digitalkonsolen waren also entscheidend für das Gelingen des Abends, und schon die reine Anzahl an Künstlern erforderte entsprechend viele FOH- und Monitor-Tonleute. Für beide Aufgaben fiel Ians Wahl auf PM5Ds (die Monitor-Konsole wurde von Britannia Row bereitgestellt) - und nicht nur, weil die Pulte ausgezeichnete Hilfen sind.
"Der Hauptgrund für meine Entscheidung war, dass die Pulte ausgesprochen zuverlässig funktionieren, aber es spielte auch eine Rolle, dass sie in der Branche am weitesten verbreitet zu sein scheinen", so Ian. "Es gibt Toningenieure, die auf Analog-Pulte schwören, aber selbst diejenigen, welche Digitalkonsolen verwenden, sind an ein bestimmtes Betriebssystem gewöhnt, weil sich diese immer etwas unterscheiden. Daher stellte das PM5D dank seiner starken Verbreitung die beste Wahl dar."
Ian entschied sich auch für ein Yamaha 02R, das als Nebenkonsole für die Ansagen des Moderators "Whispering" Bob Harris zuständig war. Außerdem fungierte es als Schnittstelle zwischen dem PM5D und einer zusätzlichen Konsole, die ausschließlich für Steve Winwoods Auftritt verwendet worden war.
Eine weitere Herausforderung, der sich RPA stellen musste, war, dass bei den Proben die d&b-PA der Firma benutzt wurde, während der Auftritte aber ein Outline-Butterfly-Linearray-System von Britannia Row, das ursprünglich für die Vodafone Live Music Awards im Roundhouse installiert worden war. Aber dank der Recall-Safe-Funktion des PM5Ds wurden Probleme, die beim Transfer des Mixes von einem System auf das andere entstehen können, minimal gehalten.
"Am Konzertabend selbst benutzen wir das Butterfly-System zum ersten Mal. Die Recall-Safe-Funktion des PM5Ds ermöglichte es uns, schnell und ohne Probleme ein paar Bestandteile einer bestimmten Szene zu verändern, ohne dass wir alle Parameter aufrufen mussten", erklärt Ian.
"So konnten wir zum Beispiel viele EQs mit Recall-Safe schützen, sodass diese Einstellungen den ganzen Abend stehen blieben, aber es war dabei möglich, ganz schnell und einfach andere Parameter zu verändern. Obgleich ich vorher schon mit dem PM5D gemixt habe, war dies eine Funktion, die ich vorher noch nie verwendete. Aber der Zugang erfolgte dank des übersichtlichen Benutzerinterfaces auf sehr intuitive Weise. Und das war ein echtes Erlebnis!"
Die PM5Ds bekamen natürlich ordentlich zu tun. Alle 48 Mono-Inputkanäle und diverse Stereo-Kanäle wurden benutzt. "Wir fuhren sie bis zum Limit, doch sie arbeiten die ganze Zeit absolut reibungslos", so Ian. "Die Snapshot- und Recall-Safe-Funktionen waren von unschätzbarem Wert und ein klarer Indikator für mich, mit dem Kauf des PM5Ds die richtige Entscheidung getroffen zu haben. George (Moore, Monitor-Mix) war meiner Meinung. Dabei hatte er mir ursprünglich empfohlen, ein anderes Pult zu kaufen."
Den Erfolg fortsetzend, nahm RPA das PM5D inzwischen mit auf die Tour von Dennis Locorriere, dem ehemaligen Leadsänger von Doctor Hook.
"Wieder arbeiteten wir hart am PM5D", so Ian. Jeder Song hatte völlig andere Einstellungen, was alles über Recalls realisiert wurde - ein Szenen-Snapshot pro Song. Allein in einem Song werden acht Effekte verwendet. Wir haben die Konsole total ausgereizt, womit diese ganz locker umgegangen ist."

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