FOH, Monitor und Live-Recording mit einer einzigen Yamaha-LS9-Digitalkonsole


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Es fing damit an, dass die Firma Marquee Audio eine aus der südenglischen Grafschaft Surrey stammende Verleihfirma namens Kinetic mit einem Paar extrem kompakter LS9-Digitalkonsolen belieferte, das kurze Zeit später bei der 30-tägigen Großbritannien-Tournee von Barbara Dickson eingesetzt wurde. Das größere der beiden Pulte, ein LS9-32, benutzte Gareth Fox-Williams von Kinetic nicht nur gleichzeitig für den FOH-Mix und acht Monitor-Mixe, sondern auch für eine Mehrspuraufnahme, um sich für die Zukunft die Möglichkeit der Produktion eines Livealbums offen zu halten.

Laut Fox-Williams war die Vorbereitung auf seine dritte Tour mit Barbara Dickson der Moment, an dem ihm endgültig klar wurde, wie angewiesen er auf Digitalkonsolen ist. "Im vergangenen Jahr habe ich als passionierter Digital-Fan eine ganze Menge erfolgreicher Arbeit mit einem Yamaha M7CL hinter mich gebracht. Als ich dann mitbekam, wie ähnlich dieser Konsole das Yamaha LS9 ist, musste ich unbedingt eines bestellen, obgleich ich noch kein einziges aus Fleisch und Blut gesehen habe. Und es kam mir auf Anhieb sehr vertraut vor. Die Navigation verläuft auf intuitive Weise und die Qualität stellt jedes Konkurrenzprodukt problemlos in den Schatten."

Tatsächlich nahm Fox-Williams die zweite Konsole, ein LS9-16 mit 16 Mic/Line-Inputs und 32 Kanälen, als Reserve mit, aber es gab keinen Anlass, dass Pult aus dem Case zu holen. "Da ich einer der ersten Tonleute war, die das LS9 als Hauptpult auf einer wichtigen Tour benutzten, dachte ich, ein Reservepult macht sich angesichts potenzieller Probleme mit z.B. der internen, einfach ausgeführten Stromversorgung gut. Da es nur 10 KG wiegt, war das kein Kraftakt." In einem Single-Rack befanden sich noch zwei 8-kanalige Preamps, mit denen das LS-9 erweitert werden konnte, falls es in Betrieb genommen wäre. "Ich habe eine Kopie der Systemdaten vom Hauptpult über einen USB-Stick auf das Reservepult überspielt. Der USB-Stick hatte übrigens nicht nur die Pulteinstellungen gespeichert, sondern wir benutzten ihn auch als Aufnahmemedium für den FOH-Mix als Referenz. Außerdem waren auf dem Stick die Ansagen vor dem Konzert gespeichert, die wir mit einer der vom Benutzer definierbaren Tasten des Pultes abgefahren haben."

Zu Kinetics Tourausstattung (gespielt wurde in Theatern und Konzerthallen in ganz Großbritannien) gehörte ein Sherman RS-5-PA-System, dass teilweise an die Hausanlagen angekoppelt wurde. "Wenn es große problematische Ränge gab, nahmen wir für diese die Housefills in Anspruch. Ich ließ auf meinem Laptop den Yamahas Studio-Manager laufen - verbunden über eine Drahtlos-Verbindung mit dem Pult. Die Möglichkeit, auf dem Rang zu sitzen und gleichzeitig die EQs der Housefills einzustellen und die Lautsprecher auszupegeln ist fantastisch. Und mit den an den Outputs vorhandenen Delays konnte ich schön die Laufzeiten anpassen. Und obgleich ich vom Pult aus acht Monitor-Mixe machte und außerdem drei oder vier Effekte einsetzte, hatte ich noch Kapazität für Reserve-Mixe und weitere Ausgänge frei."

Fox-Williams, der so illustre Stamm-Kunden wie Steeleye Span und Maddy Prior hat, verwendete das LS9 auch, um die Konzerte von Barbara Dickson aufzunehmen. "Ich hatte zwei MY16-AT in den Steckplätzen, wodurch ich 32 Inputs und Outputs im ADAT-Format via optisches Kabel erhielt. 24 dieser Outputs wurden für eine Mehrspuraufnahme auf einen PC mit Cubase verwendet. Ich bin das erste Mal so vorgegangen, aber der Versuch war ausgesprochen erfolgreich und alle haben mitgefiebert."

Nach einer sechswöchigen Tournee mit einer Konsole, die drei Aufgaben gleichzeitig erledigt, hatte Fox-Williams ausreichend Gelegenheit, das LS9 zu testen - und er war wirklich beeindruckt: "Es ist einfach von Grund auf für den Live-Betrieb zugeschnitten worden und hat alle Effekte und Dynamikprozessoren mit an Bord, EQ, Delay, Kompression, Gates. Ich habe nicht nur eine halbe Stunde Einrichtungszeit gespart, sondern auch Gewicht: nämlich etwa 150 KG, da keine externen Geräteracks gebraucht wurden. Und weil man diese nicht berücksichtigen musste, konnte man schon im Laden viel Vorbereitungszeit einsparen!"

Seit der Veröffentlichung der LS9-Reihe hat sich Marquee Audio sehr schnell zu einem der führenden Händler im ProAudio-Sektor für diese kompakten Yamaha-Konsolen entwickelt. Die LS9-Reihe folgt den Fußstapfen der berühmten Yamaha-Live- und Festinstallations-Pulte PM1D, PM5D und M7CL. Die LS9-Serie besteht aus dem LS9-32 mit 32 Mic/Line-Inputs und 64 Kanälen, sowie dem LS9-16 mit 16 Mic/Line-Inputs und 32 Kanälen. Das Pult berechnet nicht nur zahlreiche hochwertige Gates, Kompressoren und Equalizer, sondern es verfügt auch über ein eingebautes USB-Interface, um mittels USB-Stick Aufnahmen zu machen - oder zum Abspielen von Hintergrundmusik. Unterm Strich haben die bemerkenswert kompakten Pulte alle Funktionen für kleine bis mittelgroße Live-Beschallungen und Festinstallationen mit an Bord.