Yamaha LS9 tourt mit den Helden für Großbritanniens Kids


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Es klingt ein wenig ironisch, dass bei aller Logistik für gigantische, hochkarätige Konzert-Tourneen es gerade die Vorstellungen für sehr junge Besucher sind, die sich für Produktions-Teams als besonders aufreibend und in technischer Hinsicht herausfordernd erweisen.

1999 von Tell-Tale Productions (heute "Wish") ins Leben gerufen, sind "The Tweenies" eine sehr erfolgreiche BBC-Fernseh-Serie, die sich an Drei- bis Sechsjährige wendet. Inzwischen wurden mehr als 300 Folgen gedreht. Außerdem gab es Tourneen durch Arenen, um den jungen Fernsehzuschauern die Chance zu geben, die populären Charaktere einmal so richtig live erleben zu dürfen - und nicht nur durch die Mattscheibe.

Die 2007er "Enchanted Toyshop"-Tour ("Der verzauberte Spielzeugladen") führte "The Tweenies" erstmals durch Großbritanniens Theater. Diese intimeren Bühnen brachten die Kinder noch näher an ihre Helden heran, ohne dass bei der Spannung, der Qualität und beim Spaßfaktor der Show Kompromisse eingegangen werden mussten.

Die Tour, die am 16. März startete und bis zum 27. Oktober weiterläuft, besteht aus mehr als 200 Vorstellungen auf 43 verschiedenen Bühnen mit Fassungsvermögen zwischen 900 und 1600 Personen pro Show. Die Anforderungen an die Audioproduktion waren extrem hoch, weshalb die Produktionsfirma "Show Support" extra für diese Tour eine Yamaha-LS9-Konsole mit 32 Kanälen anschaffte.

“Das Yamaha LS9 ist angesichts seines Preises das mit Abstand am besten ausgestattete Pult, welches derzeit am Markt erhältlich ist. Uns gehören bereits ein M7CL und diverse 01Vs, alles extrem zuverlässige Geräte, weshalb wir großes Vertrauen in die Produkte von Yamaha haben”, erklärt Richard Rowley, Geschäftsführer von Show Support.

Tim Headley verbrachte 15 Jahre mit Analog-Konsolen. Der Front-Of-House-Toningenieur hatte nur einen Nachmittag Zeit, sich im Lager von Show Support an das LS9 zu gewöhnen, um anschließend vier Tage für die Vorstellung zu proben.

"Gegen Ende der ersten Woche habe ich das Pult schätzen gelernt", so Tim. "Insbesondere weil ich zum ersten Mal dank einer Drahtlosverbindung zwischen Pult und Laptop mit Yamahas Studiomanager von überall aus im Zuschauersaal den Sound justieren kann."

Die Haupt-PA der Tour besteht aus sechs d&b-C4-Stacks mit vier E3s und zwei Tannoy V12s als Fills. Diese sind mit der Hausanlage verpatcht, während das LS9 dafür sorgt, dass der Mix beider Seiten absolut übergangslos geschieht.

"Wirklich gut finde ich das virtuelle Rack mit den Grafik-EQs. Es erlaubt mir, die Haus-Anlage mit EQs zu bearbeiten, ohne Sachen zu verstellen, die an der Bühne vorher eingerichtet worden waren."

Die Show basiert, man ahnt es schon, ausschließlich auf vorbereiteten Audio-Playbacks, die von zwei manuell synchronisierten Akai-DD8-HD-Rekordern stammen.

"Ich starte sie gleichzeitig ein, aber keines der Geräte folgt dem Timecode des anderen. Dies ist nur der Fall, wenn das Hauptgerät Aussetzer hat und den zweiten, als Backup fungierenden Akai verliert", so Tim. "Am LS9 habe ich daher zwei Mixe mit jeweils acht Kanälen. Dank des Channel-Link-Modus folgt der eine Mix den Einstellungen des anderen. Wenn ich also die Mischung während der Vorstellung editiere, werden die Veränderungen auf den zweiten Fader-Satz kopiert. Falls nun die Haupt-DD8 ausfällt, kann ich naht- und problemlos den Backup-Mix verwenden."

Trotz der kurzen Eingewöhnungsphase konnte Tim dank der Benutzerfreundlichkeit des Pultes auch die tiefer gehenden Funktionen sehr schnell in den Griff bekommen. Sein schwieriger Job, bei dem es galt, Monitor und FOH gleichzeitig zu mixen, hat sich in vielen Bereichen vereinfacht.

"Eine meiner Lieblingsfunktionen ist die Fähigkeit des Pultes, automatisch bis zum Vorstellungspegel einzufaden, während ich die Mehrspurgeräte abfahre", so Tim. "Vor der Vorstellung muss ich mit unserem Technischen Leiter Ian Plimbley, der sich backstage befindet, einen Prefade-Check für die In-Ear-Monitoring-Systeme durchführen. Sobald wir startbereit sind, betätige ich, nachdem der Inspizient sein Startzeichen gegeben hat, eine der frei definierbaren Tasten des LS9', um die Hausmusik auszufaden, während meine beiden Hände frei bleiben, um die Mehrspurgeräte abzufahren. In dem Moment, wo ich "Play" drücke, sind die Fader bereits in Position.

Tatsächlich beschränkt sich der Monitoring-Teil von Tims Job nicht ausschließlich auf das normale Bühnenmonitoring. Die jungen Besucher sollen sich so gut wie möglich amüsieren, weshalb alle Schauspieler auf der Bühne auch so genannte Animatronic-Köpfe tragen, die ebenfalls von Tims Monitorsignal gespeist werden. Der zum Kostüm gehörige künstliche Kopf, der die dargestellten Personen so realistisch wie möglich erscheinen lässt, verfügt über einen Mund, welcher sich passend zur Musik und zu den Dialogen bewegt. Erreicht wird dies über eine ASU (Automatic Sync Unit) in jedem der Köpfe, über die Mundbewegungen zum Audiosignal synchronisiert werden, ähnlich der Manipulation von Lichteffekten über einen Audioausgang.

"Jeder Schauspieler bekommt über ein Sennheiser-G2-In-Ear-Monitor-System (IEM) ein linkes und ein rechtes Monitor-Signal", erklärt Tim. "Das linke Signal versorgt das IEM-System des Schauspielers, während das rechte einen viel höheren Pegel nutzt, um die ASU mit einem Prefade-Mix zu speisen. Auf diese Weise können die Schauspieler zu ihrem persönlichen Soundtrack spielen, während der künstliche Mund dem Dialog folgt."

Tim fährt fort: "Ich verwende wegen einiger sehr intensiver Dialoge auf jedem Kanal der Darsteller einen Kompressor und einen De-Esser. So bekomme ich die Ausreißer in den Griff und sorge dafür, dass bei hohen Pegeln das Zuhören sehr viel angenehmer ist. Da es in jedem Kanal zwei Dynamikprozessoren und außerdem noch interne SPX-Effekte gibt, musste ich keine externen Geräte mitbringen. Folglich brauche ich überall sehr wenig Platz, sodass von den Theatern Plätze verkauft werden können."

Dies bestätigt Richard Rowley, der hinzufügt: "In Theatern hat Platz oberste Priorität. Die geringen Ausmaße des LS9' sorgen dafür, dass bei uns 32 Kanäle, zahlreiche Signalprozessoren und eine effektive Output-Steuerung so wenig Raum wie möglich einnehmen. Außerdem lässt sich das Pult sehr schnell bedienen."

Tim Headley fährt fort: "Im Nachhinein war es super, dass das Pult bereits ausgesucht worden war. Ich hätte mich damals noch für ein Analog-Pult entschieden. Aber das LS9 öffnete mir neue Türen. Ich bin total froh darüber, auch wenn ich erst spät die Seiten gewechselt habe. Die Konsole funktioniert bei jeder Show perfekt und die EQs lassen sich wunderbar feinfühlig einstellen." Digitaltechnik wirkt sich ganz und gar nicht negativ auf den Gesamtklang aus.

Tim lässt sich auch nicht nehmen, die Hilfe von Yamaha zu erwähnen, die dafür sorgte, dass er bei dem System so schnell auf dem neuesten Stand war. „Ich muss sagen, dass der technische Support von Yamaha hervorragend war, insbesondere Ian Scott. Er ließ sich auch viel Zeit, mir zu erklären, wie der Yamaha-Studio-Manager auf meinem Apple Macintosh läuft - die rein technische Seite davon.“

Den Abschluss macht Richard Rowley, der den Gesamteindruck, den das LS9 hinterlassen hat, auf den Punkt bringt: „Das LS9 hat voll überzeugt. Ich denke, wir werden in nicht allzu ferner Zukunft drei weitere in den Verleih von Show Support mit aufnehmen.“