Yamahas digitale Mixing-Engines beim LIVE-EARTH und DIANA-Konzert


Zurück

Zwei hochkarätige Live-Konzerte ereigneten sich Anfang Juli 2007 in Londons neuem Wembley-Stadion - und bei beiden Veranstaltungen spielte jeweils eine digitale Yamaha-DME64N-Mixing-Engine eine tragende Rolle.

Dem Konzert für Diana am 1. Juli folgte sieben Tage später der britische Part des Live-Earth-Spektakels. Beide Veranstaltungen hatten miteinander gemein, dass sehr viele Top-Acts kurze Auftritte hatten. So traten zum Beispiel beim Diana-Konzert Leute wie Elton John oder das English National Ballet auf, während sich bei Live Earth Mega-Stars wie Madonna oder Metallica die Klinke in die Hand gaben. Natürlich hatte jede Band bzw. jeder Künstler seine eigenen besonderen Anforderungen, und die Zeiten zwischen den Gigs waren zu allen Überfluss auch noch ungemein kurz. Keine leichte Aufgabe also für Britannia Row, eine solch extreme logistische Herausforderung zu meistern.

Besonders anspruchsvoll war der Aufbau des Bühnenmonitorings, weil eigentlich jedes Mitglied einer jeden Band andere Wünsche hatte. Brit Row benötigte also ein Lösungskonzept, nach dem alle Einstellungen mit einem Mal aufgerufen werden konnten. Außerdem sollte der Mann am Monitorpult in der Lage sein, den Acts trotz der kurzen Pausen zwischen den Vorstellungen und des daraus resultierenden Drucks allen Bedürfnissen nachzukommen.

Die Firma entschied sich für drei verschiedene Monitor-Konsolen, in deren Mitte eine Yamaha-DME64N als Schaltmatrix fungierte.

Brit Row hatte bereits beim Wireless Festival in Londons Hyde Park im Juni eine DME auf diese Art und Weise verwendet, und nachdem sich das System bewährt hatte, war die Firma überzeugt, eine solche Anlage würde auch bei den extrem wichtigen Wembley-Spektakeln bestehen können.

"Dieses Jahr ist eines der ersten, in denen wir Digitalkonsolen auf normalen Festivals eingesetzt haben, wo die Bands einfach ohne Soundcheck losspielen", so Brit Rows Monitor-Experte Jon Lewis. "Die DME schien der ideale Weg zu sein, die Wechsel zwischen mehreren Konsolen problemloser und schneller zu bewerkstelligen. Es funktionierte dort wirklich gut, und wir konnten wirklich voll hinter der Sache stehen. Also haben wir uns entschieden, Die Technik auch bei Diana und Live Earth einzusetzen."

Die DME64N, mit drei MY8-ADDA96-Karten ausgestattet, sorgte so dafür, dass die an sich sehr komplizierte Anlage stark vereinfacht wurde, da beim Wechsel der Konsolen nicht mehr manuell umgepatcht werden musste. Man sparte also viel Zeit.

"Die DME kümmerte sich um alle Outputs der Konsolen und schaltete zwischen diesen hin- und her", erklärt Jerry Wing von Brit Row. "Als Sync-Referenz diente ein Apogee Big Ben, sodass die gesamte Monitoranlage ein in sich geschlossenes System darstellte. Alles tanzte sozusagen nach einer Pfeife - es funktionierte einfach unglaublich gut."

Über die 24 Kanäle der drei MY8-ADDA96-Wandler-Steckkarten wurde die Verbindung zu einem Analog-Pult hergestellt, über das die Kanäle der Anlage maximiert wurden. Im letzten der vier DME-Steckplätze befand sich zudem MY16-AE mit 16 AES/EBU-Kanälen, die eine Verbindung zu den AES/EBU-Schnittstellen der Digitalmixer herstellte.

"Beim Diana-Konzert gab es eine Hausband, und wir brauchten außerdem zwei komplette Setups für Orchester. Daher mussten mehr als 60 Outputs verwaltet werden. Hier spielte die DME ihre Vorteile voll aus. Wir benutzten sie als große Schaltmatrix, aber das Beste überhaupt war, dass die gesamte Verpatchung bereits in der DME selbst stattgefunden hat", erklärt Jon Lewis

"Alle Verpatchungen zwischen den Konsolen und der DME haben bereits im Lager stattgefunden und - erst einmal eingerichtet - handelte es sich hier um einen buchstäbliches 'Plug In And Go'-Lösungskonzept ('Einstecken und loslegen'), das ohne die DME definitiv wesentlich komplizierter ausgesehen hätte."

Jon fährt fort: "Während die Bands wechselten, mussten wir einfach nur eine Taste auf der DME drücken, um die Konfiguration für den folgenden Act einzustellen. Dann rief man dem Mann an der jeweiligen Konsole nur ein 'du bist drauf' zu, und das war es auch schon. Ich habe eine Menge Zeit und Ärger gespart, was angesichts des Druckes zweier so hochkarätiger Konzerte sehr angenehm war."

Die DME hatte bei Bedarf auch einen Rosa-Rausch-Generator für den Linecheck parat. Der war immer griffbereit und sehr nützlich beim Aufspüren von Verbindungsproblemen.

"Die DME war wirklich das einzige Gerät, welches über genau jene Funktionen verfügte, die wir unter diesen Umständen benötigt hatten ", so Jerry Wing. "Das System ersparte uns sehr viel Ärger. Es war sogar so, dass die meisten Leute die Anlage gar nicht bemerkten, und genau darauf kommt es in so einer Situation ja an."

John Lewis pflichtet dem bei: "Das war toll! Es hat wirklich gut funktioniert. Ich würde diesen Aufbau in einer vergleichbaren Situation definitiv wieder wagen."