Die Firma Ricard SA Live Music beim Fête de la Musique 2007 (Place Denfert-Rochereau, Paris) PM5D und EtherSound


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Das berühmte Fête de la Musique in Paris wird seit langem schon mit kostenlosen Konzerten verbunden. Diese werden von der Firma Richard SA Live Music organisiert. Bei dieser Veranstaltung auf dem Place Denfert-Rochereau, bei der auch die Unternehmungen Fonds d’Action und Initiative Rock beteiligt sind, treten am Abend mehrere Gruppen auf. In diesem Jahr waren einige technische Neuerungen zu verzeichnen - zwei PM5D, sechs AD8HRs und ein EtherSound-System.

In Frankreich ist Ricard Live Music eine alteingesessene Institution, die Fachkreise im ganzen Land kennen. Jedes Jahr richtet RLM eine Tournee mit zwei jungen Künstlern und elf Terminen aus, die von der Firma gecastet und betreut werden. 2007 waren es die Gruppen Sandi Thom und Shy’m, die zwischen dem 24. Mai und dem 16. Juni bei kostenlosen Konzerten in Besançon, Saint-Étienne, Marseille, Montpellier, Bordeaux, Nantes, Amiens und Le Havre spielten.

Eigenes Equipment und Partnerschaften

Für diese Tournee und für einmalige Konzerte kombiniert Ricard SA Live Music eigene Equipment-Bestände mit denen von Partnern und von Verleihfirmen. Die Firma hat ihre eigene zerlegbare Bühne, eigene Traversen sowie einfaches Audio- und Lichtequipment. "Ricard schafft kein kostspieliges Equipment an, weil es sich angesichts der unregelmäßigen Benutzung nicht lohnt", erklärt Nicolas Laheurte, seit elf Jahren Geschäftsführer bei RLM sowie Betreuer der technischen Seite der Ricard-Veranstaltungen. "Wir leihen uns für solche Sachen Equipment von spezialisierten Firmen aus und gehen überdies Partnerschaften mit wichtigen Marken für Licht und Sound ein. Auf diese Weise haben wir immer die neuesten Technologien."

Yamaha ist einer der zuverlässigsten Partner. RLM und Yamaha Musique France pflegen seit langem eine enge Beziehung, von der beide Seiten profitieren. Ricard SA Live Music hat Vorteile durch die exzellente Yamaha-Technik, während für Yamaha die RLM-Tour eine wichtige Gelegenheit ist, um potenziellen Kunden die Geräte in Aktion vorzuführen. Das Logo am FOH-Platz erfreut sich schon großer Prominenz.

Dank der Hilfe Yamahas war Ricard Live Music in der Lage, eines der ersten PM1Ds in Frankreich zu benutzen. "Als das DM2000 herauskam, besuchte ich Yamaha Musique France bei einer Show", so Nicolas. Ich wollte Yamaha eigentlich um ein DM2000 bitten, aber man bot mir sofort ein PM1D an. Dabei gab es in Frankreich nur zwei Stück - und eines davon hatten wir." Das PM1D wurde für die "Richard SA Live Music Tour" ein paar Mal verwendet, bis Yamaha 2007 vorschlug, es mit neuerer Technologie zu ersetzen.

Das "Fête de la Musique"-Festival

Das "Fête de la Musique" ist seit langem schon eine der wichtigsten Veranstaltungen für RLM. Es wird seit vielen Jahren auf dem Place Denfert-Rochereau in Paris ausgetragen. Im Gegensatz zur Tournee, wo RLM die Künstler bestimmt, werden diese hier von einer Vereinigung namens FAIR (Fonds d’Action und d’Initiative Rock, verwaltet vom Kultusministerium) ausgewählt. Vier Gruppen teilten sich in diesem Jahr die Bühne: Kaolin, Stuck In The Sound, Katel und Nadj. RLM war technischer Dienstleister und kümmerte sich um Bühne und Infrastruktur für diese wichtigen kostenlosen Konzerte. Gemietet wurde sowohl das Sound- als auch das Lichtequipment (von Potar Hurlant).

Die Einrichtung begann am Tage der Konzerte um 4 Uhr früh. Die Bühne war um 9 Uhr fertig, das Equipment gegen 12 Uhr verkabelt und die Soundchecks dauerten bis 19 Uhr. Die Auftritte gingen dann bis Mitternacht. Um 1 Uhr war alles zerlegt worden, und um 3 Uhr sah der Platz aus wie vorher. Bei all der Arbeit wurden lediglich sieben Fahrer/Monteure, vier Licht-Ingenieure und vier Toningenieure beschäftigt!

Bei der Veranstaltung ergab sich wieder einmal die Gelegenheit, die ohnehin enge Beziehung zwischen RLM und Yamaha weiter zu vertiefen. Yamaha lieferte ein PM5D für FOH, ein weiteres in der RH-Version für den Monitor-Mix sowie sechs ferngesteuerte AD8HRs als Stagebox, die über ein AuviTran-Interface und EtherSound mit der FOH-Konsole verbunden waren. Beschallt wurde mit einer V-DOSC-PA von L-Acoustics.

Manche Gruppen kommen mit ihrem eigenen technischen Personal (FOH-Tonmann, Monitor-Tonmann, Licht). Um diesen Leuten zu helfen, mit den außergewöhnlichen Umständen beim Fête de la Musique klarzukommen, hält RLM einen Toningenieur bereit, der das Equipment blind bedienen kann und den Gästen zeigt, wie man das Beste aus den Geräten holt. Emmanuel Humeau, selbst ein Freiberufler, macht diesen Job schon seit Jahren. "Ein Toningenieur, der hier auf eigene Faust versuchen würde, klarzukommen, hätte keine Chance. Er muss wissen, wie die Anlage aufgebaut wurde. Das ist hier sehr speziell, also brauchen die Leute Hilfe. Sie bekommen ein paar Hausnummern als Orientierung. Ich empfehle außerdem ein paar externe Geräte - z.B. ein Lexicon 300, ein M5000 von t.c. electronic oder ein Eventide H3000. Die Dynamics werden in der Konsole abgehandelt", erklärt Humeau.

"Die AD8HRs als Stagebox zu benutzen, war eine Idee von Yamaha", erinnert sich Humeau. "Wir haben sechs Geräte (mit jeweils acht Preamps), was für unsere Konzerte eigentlich immer ausreicht (die meisten Gigs benötigen um die 30 Kanäle). Wir benutzen sie zusammen mit einem Auvitran-Interface, um die Signale im EtherSopund-Format in einem Glasfaserkabel zu verschicken. Das muss so sein, weil unsere Multicores kaum bis zum Ende der Straße reichen. Über die Glasfaser-Leitungen bekommt man einen besseren Sound und ein leistungsfähigeres System - eine schöne zusätzliche Funktion der PM5D-Konsolen, die wir auf der RLM2007-Tour entdeckt haben und die sich für unsere Zwecke hervorragend eignen. Auf der Bühne wurden die Signale in zwei Pakete ausgesplittet. Ein Paket geht zum PM5D-RH-Monitorpult, und das andere zum AVRED-E/S-EtherSound-Interface von Auvitran. Wir brauchen nur ein einziges Glasfaserkabel, das in einem Kabelkanal in der Mitte des Zuschauersaals verläuft. Die Rückwege vom FOH-Mixer laufen digital im AES/EBU-Format in Richtung Bühne und sind mit den XTA-Prozessoren für die V-DOSC-PA verbunden. Das FOH-PM5D wird von einem tragbaren Computer aus mit dem Studiomanager bedient, um Änderungen in letzter Minute vornehmen zu können.

Damien Bertrand, Toningenieur der Gruppe Kaolin (und von weiteren Künstlern wie z.B. Philippe Katerine) ist ein echter Analog-Fan und hätte niemals selbst ein PM5D angefordert. Die beauftragten Toningenieure wurden jedoch aus praktischen Gründen gebeten, das bereitstehende Equipment zu benutzen, und er stimmte zu. Mit der Anleitung von Emmanuel Humeau hatte er den Dreh in Rekordzeit raus, obgleich er zuvor noch nie ein PM5D angefasst hatte. Am Abend wurden Tausende von Zuschauern Zeuge der Klangqualität der Anlage, die ihre Arbeit glänzend erledigte, obwohl sie an den Bühnenseiten gar nicht unbedingt optimal aufgestellt war. Im nächsten Jahr vielleicht ein Fall für eine DSP5D-Pulterweiterung?

www.ricard.fr
www.ricardsa-livemusic.com
www.lefair.org