
Das Glastonbury-Festival, jene berühmte Open-Air-Veranstaltung, die jährlich auf den Wiesen der südwestenglischen Grafschaft Somerset stattfindet (vom 27. bis zum 29. Juni 2008), feiert eine besondere Premiere: Zum ersten Mal wird eine Hauptbühne bei einem großen britischen Musikfestival die Vorteile eines vollständigen Signalpfades vom Mikrofon bis zur Endstufe in hoher digitaler Auflösung von 24 Bit und 96 KHz genießen.
Die kultige John-Peel-Bühne ist die drittwichtigste Arena beim Glastonbury-Festival. Hier spielt die Avantgarde zeitgemäßer Musik. 2008 versammeln sich an einem Wochenende 32 Künstler, zu denen unter anderem British Sea Power, Spiritualized, Biffy Clyro, The Futureheads, The National, Band of Horses, The Kills, Reverend and the Makers, MGMT und The Cribs gehören.
Es macht natürlich absolut Sinn, dass auf einer Bühne, wo die Musik am Puls der Zeit spielt, auch eine innovatives Soundsystem zum Einsatz kommt. Folglich bietet sich hier für Yamaha und die Firma SAW (South West Audio) die Möglichkeit, den Festivalsound der Zukunft zu präsentieren.
Nick "Biggles" Pemberton ist sowohl technischer Vertriebs-Spezialist bei Yamaha als auch freier Toningenieur - und er ist derjenige, der das Soundsystem zusammen mit Yamahas Installations-Manager Scott Fraser entworfen hat.
Nick Pemperton erklärt: "Die Audiobranche richtet sich heute zunehmend auf die vielen Toningenieure aus, die standardmäßig nur noch Digitalkonsolen anfordern. Und auch SWA möchte für die John-Peel-Bühne ausschließlich Digitalpulte haben - und es sollen auch unbedingt Yamaha PM5Ds sein."
Sowohl am Monitor- als auch am FOH-Platz wird ein PM5DRH durch eine DSP5D-Engine ergänzt. Yamahas neue, rackfähige Pulterweiterung hat alle Leistungsmerkmale eines PM5Ds mit Ausnahme der Bedienoberfläche. Ein Dual-Opticon-Glasfaser-Strang von Neutrik verlinkt FOH und Monitore, während ein EtherSound-Audionetzwerk die Ampfarm anbindet, und zwar über eine MY16ES64-Interface-Karte und drei DME8o-ES-Satelliten. Die 16 Yamaha-Endstufen der neuen Tn5-Reihe in der Ampfarm speisen eine große EAW-PA.
"Da hier In-Ear-Monitoring vorherrscht, gibt es in der Anlage keine analogen Bestandteile", so Pemperton, der fortfährt: "Alle Signale werden an der Stagebox für FOH und Monitore gesplittet. Bei einem weiteren Split werden die Signale für den Sendebetrieb zur BBC und einem Ü-Wagen geschickt, der selbst über eine Yamaha M7CL-Konsole verfügt."
Neben der Audioqualität wird hier natürlich auch die Betriebssicherheit ganz groß geschrieben. Glastonbury ist berüchtigt dafür, jede Art von technischem Equipment stark zu belasten und so auf Herz und Nieren zu testen!
Obgleich diese Anlagen-Konfiguration neuartig ist, wurde sie bereits ausreichend getestet. Die Firma Autograph, Marktführer im Theatersound-Segment, benutzte bereits ein ähnliches System für zwei Produktionen im Londoner Kultur-Stadtteil West End - und das mit großem Erfolg.
Überdies bot Yamaha bereits Kurse für die Toningenieure des Festivals an, welche mit dem Yamaha-System arbeiten sollen. Viele Fachleute trafen sich schon Anfang Juni 2008 bei Yamaha in Milton Keys für umfassende Probe-Läufe.
Pemperton: "Wir haben ein identisches System aufgebaut und den Leuten gesagt, dass eine solche Anlage an der John-Peel-Bühne steht und sie hier das System ausprobieren können, um vor dem Festival ausreichend Sicherheit zu bekommen. So konnte sich jeder Techniker perfekt auf die Veranstaltung vorbereiten."
"Ich glaube, das wird ein wirklich gutes System. Es hat sich bereits bewährt, und wir wollen ein bisschen damit angeben und in einem höchst anspruchsvollen Umfeld zeigen, wie die Zukunft in der Beschallungsbranche aussieht. Das Festival wird ein ernster Test werden, aber dank der kompletten Redundanz, die mit diesem System einhergeht, bin ich davon überzeugt, dass seine Betriebssicherheit auf dem gleichen hohen Niveau wie die Klangqualität spielen wird", so Pempertons letzte Worte in dieser Sache.
Mark Bott von South West Audio fügt noch etwas hinzu: "Im vergangenen Jahr haben wir so viel Yamaha-Equipment wie nie zuvor aufgestellt. Und auch dieses Mal werden wir mehrere Yamaha-LS9- und -M7CL-Pulte zu den Bühnen im Park-Bereich stellen. Aber wird dachten, die Zeit sei mehr als reif, auch bei der John-Peel-Bühne die Dinge weiter zu bringen."
"Dank unserer guten Erfahrung mit Yamahas Digitalsystemen und der Tatsache, dass auch die Ethersound-Netzwerke sich bewährt haben, sind wir sehr froh, mit Nick arbeiten und gemeinsam demonstrieren zu können, was heute möglich ist. Das unerbittliche Programm der John-Peel-Bühne wird die Anlage ordentlich auf den Prüfstand stellen, aber ich bin sicher, sie wird eines der Highlights des Festivals sein."