
Vor 14 Jahren feierte Riverdance seine offizielle Premiere - und noch immer gibt es in der Regel mindestens zwei Ensembles, die zeitgleich irgendwo auf der Welt komplette Bühnen-Inszenierungen der berühmten irischen Stepptanz-Show aufführen. Allein in diesem Jahr tourte Riverdance bereits durch die Vereinigten Staaten, Kanada, Europa, Japan, Taiwan und - sicherlich ein Höhepunkt - im Heimatland Irland. Und immer mit dabei, im Herzen der Tournee-Audiosysteme, sind Yamahas PM5D-Digitalkonsolen.
Riverdance kam erstmals beim Eurovision Song Contest 1994 während einer Pause zur Aufführung. Die erste Bühnenproduktion in voller Länge, genannt "Riverdance - The Show", wurde ein Jahr später im Februar dem irischen Publikum in Dublin präsentiert.
Seitdem gab es in der Öffentlichkeit nicht das geringste Anzeichen für ein nachlassendes Interesse. Auch heute begeistert Riverdance noch überall auf der Welt das Publikum - obgleich es bereits rund um den Globus gespielt wurde und obwohl - oder vielleicht gerade, weil es eine ganz neue Art von Tanzshow ist, die dem puren Rock'n'Roll näher ist als alles, was es vorher im Genre gegeben hatte. Das Sounddesign für alle Riverdance-Inszenierungen wird von Mick O’Gorman und seiner Firma MOSCO durchgeführt - und Yamahas PM5D spielt eine zentrale Rolle bei seiner Arbeit.
Obwohl die Zuschauer ihre Aufmerksamkeit vor allem auf die sechs Hauptdarsteller der bis zu 32 Tänzer richten, treten bei jeder Inszenierung auch eine fünfköpfige Liveband, zwei Solo-Sänger, zwei afroamerikanische Stepptänzer und ein spanischer Flamenco-Gitarrist auf. Außerdem singen mehrere Mitglieder des Ensembles selbst und spielen die Bodhran, eine flache irische Trommel.
Aufgrund der zahlreichen benötigten Audioinputs ist die Soundmischung einer solchen Show höchst komplex. Allein für den FOH-Sound, der aus den Kanälen LCR sowie aus laufzeitangepassten Fills und Delaylines besteht, werden gleich zwei Yamaha PM5D-RHs benötigt. Beide Pulte werden jeweils um zusätzliche Inputs erweitert und verfügen so über bis zu 72 Kanäle. Das Monitoring für die Tänzer wird über Sidefills und Lautsprecher umgesetzt, die von der Traverse für die Beleuchtung aus geflogen werden. Die Livemusiker benutzen In-Ear-Monitoring.
Mick O’Gorman: "Die Show macht regen Gebrauch von Soundeffekten und Voiceovers. Solche Teile der Vorstellung arbeiten mit Timecode. Dieser wird zum Beispiel vom Soundeffekt-Playback ausgegeben, um Mix- und Effekt-Wechsel im PM5D zu triggern."
Riverdance habe in Sachen Pultautomation in den Bereichen Muting und Routing sowie beim Scharfschalten der Kanäle schon immer Pioniergeist gezeigt, sagt Mick. "Wir nutzen schon deshalb seit Mitte der 90er-Jahre Digitalpulte von Yamaha. Das erste Pult war ein ProMix1, dann kam das Upgrade auf ein 01V und später das 01V96."
"Für weitere Bühnen-Inszenierungen verwenden wir gerne auch ein LS9-32", so Mick weiter. "Und wenn Analog-Konsolen benutzt werden, nehmen wir regelmäßig Yamahas Multieffekt-Geräte mit hinzu. Wir haben tatsächlich bereits seit langem eine starke Verbindung zu Yamaha - und das Equipment tut immer exakt genau das, was wir von ihm erwarten."
Mick und sein Team programmieren auf den PM5Ds für jede große Riverdance-Tanznummer eine eigene Hauptszene. Während diese Nummer läuft, wird dann durch mehrere Sub-Szenen hindurchgesteppt, je nachdem, wie Tanz und Musik sich ändern.

"Wenn die Timecode-Automation aktiv ist, können wir natürlich trotzdem eingreifen, um sicherzustellen, dass jede kleinste Optimierung auch wirklich zur rechten Zeit am rechten Platz ist. Auf dieselbe Weise sind wir in der Lage auch unsere Reverbs etc. abzuändern - und zwar entweder pro Szene oder pro Subszene."
Ein großer Vorteil für Mick ist, dass dank der PM5D-Konsolen Platz gespart wird - und zwar nicht nur aufgrund der relativ geringen Ausmaße der Pulte, sondern auch, weil keine externen Geräte-Racks mehr benötigt werden.
"Wir benutzen nur die internen Effekte und Dynamics. Und wir erkunden gerade, was uns die neuen Add-On-Effekte, also der 'Channel Strip', der 'Master Strip' und der 'Rex-X-Hall' für Möglichkeiten eröffnen. Wir haben uns nämlich vor kurzem ein PM5D-RH in der Version 2 zugelegt."
Die Qualität der Effekte ist enorm wichtig, weil der Sound der Schuhe der Tänzer einer der wichtigsten Bestandteile der Riverdance-Show ist. Mick benutzt geschickt die PM5D-Effekte und Panorama-Regler, um den Klang so glaubwürdig wie möglich klingen zu lassen.
"Der Sound von den Schuhen wird verstärkt. Aber wir wollen natürlich, dass es so klingt, als würde er nach wie vor von der Bühne kommen - und nicht aus den Lautsprechern. Um dies zu erreichen, setzen wir verschiedene Techniken ein, bei denen die Laufzeiten geschickt manipuliert und die Signale ausgeklügelt auf die Lautsprecher für L, C und R sowie auf jene Boxen unter der Bühne und im hinteren Bühnenbereich verteilt werden", erklärt Mick.
"Um Übersprechungen zu vermeiden, benutzen wir nur die besten Mikrofone, stellen sie sorgfältig auf, und auch die Inszenierung selbst ist sehr pragmatisch choreographiert. So werden zum Beispiel laute Tanz-Passagen typischerweise auch von lauter Musik begleitet, was zur Vermeidung potenzieller Probleme beiträgt."
Dank der rationalen Denkweise Micks wird dem Publikum stets der bestmögliche Sound präsentiert. Und die Yamaha-Konsolen reisen weit, um den Toningenieur bei seiner Arbeit zu unterstützen.
"Uns ist es sehr wichtig, dass die Klangqualität bei allen Vorführungen auf allen Sitzen gleich gut ist. Bei einem gerammelt vollen Haus in einem Theater-Umfeld können wir den Sound nicht an jedem Platz abhören. Also sorgen wir für aufwändige Anlagen und nutzen die beste Technik, die der Markt hergibt, um alle Plätze so gleichmäßig wie möglich zu beschallen."
"Die Ton- und natürlich auch die Licht-Leute bekommen sehr oft ausgesprochen positives Feedback von den Zuschauern. Wir haben immer offene Ohren für die Kommentare der Besucher - und die Yamaha-Konsolen haben einen großen Anteil an der Zufriedenheit der Leute."
"Als professionelle Audiofachleute sind wir sowohl von der Klangqualität als auch von der Zugänglichkeit und Benutzerfreundlichkeit aller Yamaha-Produkte beeindruckt. Und wir sehen zu, dass wir uns immer weiterentwickeln, indem wir einerseits anpeilen, im nächsten Jahr auch die Add-On-Effekt-PlugIns einzusetzen, und andererseits das Monitoring für alle Riverdance-Vorstellungen über eine separate Yamaha-PM5D-Konsole abwickeln wollen, die sich am seitlichen Bühnenrand befinden soll."
Die Vorteile einer solchen Erweiterung liegen für Mick auf der Hand: "Diese geplanten Veränderungen sorgen für weniger Platzbedarf, und es wird eine aufwändigere Automation möglich. Außerdem können die Vorstellungen besser aneinander angeglichen werden."