Northamptons wunderschönes Royal Theatre wurde 1884 von C.J. Phipps erbaut, jenem berühmten viktorianischen Architekten, der auch solch prestigeträchtige Etablissements wie das Theatre Royal Bath, das Theatre Royal Glasgow oder Edinburghs berühmtes Lyceum erschaffen hat.
99 Jahre später wurde hier eine zweite, angrenzende Bühne hinzugefügt, das Derngate. Als vielseitige, auf Tour-Produktionen aus den Bereichen Schauspiel, Oper, Konzert, Tanz und Sport ausgelegte Mehrzweckhalle ergänzte der neue Anbau das Theater perfekt.
Obgleich beide Einrichtungen ein gemeinsames Foyer haben, waren diese weder organisatorisch verbunden noch verfolgte man eine gemeinsame künstlerische Richtung (außer im Jahr 1999, als man kurz gemeinsame Wege ging). Zwischen 2005 und 2006 mussten beide Spielstätten aufgrund einer umgerechnet 20 Millionen Euro teuren Sanierung schließen. Dabei wurde die ganze viktorianische Pracht des Royals wieder hergestellt, ohne dass die Besucher heute jedoch auf den Komfort einer Audioanlage aus dem 21. Jahrhundert verzichten müssen.
Zwar war lange bekannt gewesen, dass die im Royal Theatre installierte Audioanlage eine beachtliche Modernisierung benötigen würde, doch erst die Wiedereröffnungs-Gala nach der Sanierung sollte der Auslöser für die Installation eines nagelneuen Yamaha-Systems werden, als Sounddesigner Alan 'Whizz' Mathieson bei der Veranstaltung an einem Yamaha PM5D saß. Liam Matthews, Audio- und Lichtchef des Theaters, nutzte diese wunderbare Gelegenheit und bat Mathieson und seinem nicht minder renommieren Berufsgenossen Gareth Fry (Oliver-Award-Gewinner 2007 in der Kategorie Sounddesign) um Rat beim Erneuern der Theater-Anlage.
Mathieson hatte bereits von Yamahas Lautsprechern der Installation-Serie gehört und war ausgesprochen beeindruckt von den neuen Systemen. Zusammen mit Veranstaltungstechnik-Ausrüster Orbital wurde ein A/B-Vergleich zwischen der Installation-Serie und einem vergleichbaren Konkurrenzprodukt arrangiert. Yamahas Ruf beim Bau von Beschallungs-Lautsprechern währt zwar noch nicht so lange wie bei dem anderen getesteten Hersteller, aber er entwickelt sich doch rasend schnell.
Liam Matthews berichtet: "Ich war wirklich positiv überrascht von der Qualität der Yamaha-Lautsprecher. Beim Soundtest waren beide Marken zwar recht dicht beieinander, aber überraschenderweise klangen die Yamaha-Systeme sowohl im Passiv- als auch im Bi-Amp-Modus ein gutes Stück besser. Und dabei sind sie sogar preiswerter."
Doch nicht nur bei Yamahas Installation-Lautsprecherserie fiel die Entscheidung leicht. Matthews orderte gleich ein komplettes, auf dem Netzwerk-Protokoll EtherSound basierendes Yamaha-System inklusive einer digitalen Mixing-Engine von Typus DME64N, mehrerer AD8HR-Mikrofon-Preamps, einem bidirektionales NA148ES-EtherSound-Audiointerface mit 48 Kanälen, einem M7CL-Digitalmixer für Front-Of-House-Mischungen sowie der Verstärker-Modelle XM4180, XP7000 und XP3500.
"Es waren nicht nur die Lautsprecher, die ersetzt werden mussten", so Liam. "Nach 20 Jahren Gebrauch war die gesamte Anlage am Ende. Wir hatten seit neun Monaten Equipment geliehen und mussten überhaupt immer dann Geräte mieten, wenn Effekte von hinteren Lautsprechern aus nötig waren. Dies war nun die Chance, ein ganz neues, auf einen langen Gebrauch ausgelegtes System zu installieren, das über ein gutes Preisleistungsverhältnis verfügt und Verleih-Equipment in Zukunft unnötig macht."
Die DME bildet das Zentrum der Anlage und erlaubt, verschiedene Bereiche im Zuschauersaal einfach abzuschalten, wenn zum Beispiel der die dritte Etage, hier "Upper Circle" genannt, nicht benötigt wird.
"Wir haben drei Etagen mit Bestuhlung. Die neue Anlage erlaubt uns, im 'Upper Circle' mehr Lautsprecher zu verwenden, was die Klangqualität für unsere Zuschauer erheblich verbessert. Genau genommen haben wir gegenüber den beiden Lautsprechersystemen in unserem oberen Stockwerk noch sechs kleinere Boxen", so Liam weiter.
"Mit der DME können wir all diese Lautsprecher als zusammenhängende Zone muten und müssen Sie nicht einzeln abschalten. Es gibt außerdem einige Inszenierungen, in denen wir die Subwoofer verschieben müssen. Mit der DME ist es ganz einfach, die Anlage so umzugestalten, dass dies berücksichtigt wird"
"Ein weiterer Vorteil ist, dass wir jetzt bestimmte Szenarien über MIDI mit Hilfe unserer SFX-Software von Stage Research antriggern können, was wir vor allem für Soundeffekte nutzen." Das erleichtere die Vorgehensweise bei Vorstellungen mit einer Person, die Licht und Ton gleichzeitig macht, enorm.
Die Installation des Equipments war eine große Herausforderung, da man wegen des Alters der Spielstätte und der Original-Gebäudetechnik enorm vorsichtig sein musste. Und schon aufgrund der umfassenden Zuwendung durch die öffentliche Körperschaft "English Heritage", die den Erhalt historischer Gebäude fördert, durfte der Denkmalschutz nicht hinter modernen technischen Anforderungen zurückstehen. Zudem konnte man nicht einfach Kabelkanäle über der vor kurzem aufgehängten extrem teuren handgemalten Tapete im Zuschauersaal entlangführen.
Dennoch waren die Teams von Yamaha, Orbital und dem Royal Theatre in der Lage, das Equipment so zu installieren, dass alle Parteien am Ende zufrieden waren.
"Die Haustechnik hier stand mit der alten Anlage fortwährend auf dem Kriegsfuß, aber wir haben über die Jahre das beste draus gemacht", so Liam weiter. "Das neue System erleichtert uns vieles. Es klingt viel besser und beschallt ausgewogener. Die Sounddesigner für die Vorstellungen empfinden die neue Anlage als enormen Fortschritt."
Das Projekt war so erfolgreich, dass im Nachhinein noch ein weiteres EtherSound-System geordert wurde, welches während man bei der Entstehung dieses Artikels gerade an der benachbarten Derngate-Bühne installierte, die übrigens ebenfalls über eine DME64N und eine M7CL-Konsole verfügt.