Der Bau eines neuen Theaters ist für die Kunst-Szene ohnehin immer ein guter Grund zum Feiern. Und wenn das Haus überdies mit einer topmodernen digitalen Audioanlage von Yamaha ausgestattet wird, freuen sich die Künstler und Besucher umso mehr.
Das Grand Théâtre de Provence in der südfranzösischen Stadt Aix-en-Provence wurde 2007 komplett fertig gestellt und ist seitdem eines der größten Theater in der Region. Die neue Spielstätte wurde mit modernster Technik ausgestattet und steht auf 350 Stoßdämpfern, damit sich störende Vibrationen von einer nahe gelegenen Eisenbahn nicht auf das Haus übertragen.
Eine bemerkenswerte Besonderheit des Gebäudes ist eine EtherSound-Anlage, die mit zahlreichen digitalen Audiogeräten von Yamaha bestückt wurde. So gehören zum Beispiel die Konsolen vom Typ PM5D, M7CL, DM1000 und 01V96 sowie sechs fernsteuerbare AD8HR-Preamp/A-D-Wandler-Einheiten mit jeweils acht Kanälen zum System.
Der große Zuschauersaal fasst zwischen 1259 und 1366 Besucher und wurde so gebaut, dass er sich für grundverschiedene Vorstellungen gleichermaßen eignet. Gezeigt werden hier nämlich nicht nur herkömmliche Schauspiele, klassische Konzerte, Opern (beim berühmten Festival d’ Art Lyrique, dem jährlich stattfindenden Opernfestival in Aix-en-Provence) und Ballett-Vorführungen, sondern auch PA-unterstützte Konzerte mit akustischer Musik.

Die Firma Texen aus Brion baute die gesamte technische Infrastruktur in das Gebäude ein und entwarf auch die Audioanlage, deren Planung im Laufe der Zeit noch einmal erheblich überarbeitet wurde, als das Unternehmen erfuhr, dass hier mehr stattfinden sollte als einfach nur Opern.
"Erst dachten wir an eine 48-Kanal-Analog-Konsole mit Kupfer-Multicores und überall verteilten Lautsprechern - was ein bisschen altmodisch klingen mag, aber für Opern völlig ausreicht. Aber nach nur einem Jahr waren unsere Planungen bei einem EtherSound-Netzwerk mit einer FOH-Linearray-PA und einer PM5D-Digitalkonsole angelangt", erklärt François Mondié, Leiter des Texen-Büros in Aix-en-Provence, der das Projekt über den gesamten Zeitraum betreute.
"Als wir merkten, dass ein Digitalsystem vonnöten sein würde, schien das Yamaha PM5D die logische Konsequenz zu sein. Man kennt das Pult überall und seine Zuverlässigkeit ist außer Zweifel. Es ist mit EtherSound und AuviTran-Interfaces voll kompatibel, und wir wussten, dass es aufgrund seines intuitiv erfassbaren Aufbaus auch von den Festival-Mix-Ingenieuren problemlos bedient werden kann."
Vor der Installation des Audioequipments, nein, eigentlich sogar bevor das Theater gebaut wurde, arrangierte Texen in den Werkstätten des Festival d’ Art Lyrique einen Probelauf. Es wurden lange CAT5- und Fiberglas-Leitungen gelegt, um den gesamten digitalen Audio-Aufbau und das voraussichtliche Licht-Netzwerk zu simulieren. Mitarbeiter von Yamaha Commercial Audio France waren bei dem Test zugegen. Sie brauchten einen Tag für die Vorbereitungen sowie die Installation selbst, und brachten die Anlage einen kompletten Nachmittag lang zusammen mit Texen und den anderen beteiligten Herstellern an ihre Grenzen.
"Wir haben das System unter widrigsten Bedingungen laufen lassen, um schauen zu können, wie die Geräte darauf reagieren. Danach konnten wir bestätigen, dass das ganze System stabil läuft und die fixierte Latenz im Betrieb mit 48 Mikrofonen noch akzeptabel ist. Durch den Test waren alle absolut sicher, dass diese Anlage auch in Zukunft vollkommen korrekt arbeiten würde", so François Mondié weiter.
Das PM5D wurde während des Theaterbaus in einer freitragenden Regie auf der Rückseite des Zuschauersaals installiert. Es empfängt über die AD8HR-Preamps und das EtherSound-Netzwerk die Signale von 48 Mikrofonen und schickt die Mixe ebenfalls via EtherSound zu den Linearrays im Zuschauersaal.
Das 48-Spur-M7CL wurde in erster Linie als Monitor-Konsole eingebaut, aber dank ihrer beispiellosen Flexibilität können beide Pulte auch problemlos ausgetauscht werden, falls dies nötig wird.
Die anderen Yamaha-Geräte wurden in zwei weiteren Bereichen des Veranstaltungsortes installiert. Die 01V96-Konsole befindet sich in einem großen Proberaum, während das DM1000 im Aufnahme-Studio zusammen mit der digitalen Audio-Workstation (DAW) Pro-Tools verwendet wird. Das Studio erhält die Signale von der FOH-Konsole, sodass alle Veranstaltungen aufgenommen und archiviert werden können.
"Yamaha Commercial Audio hat sich als Hersteller beim Ausstatten des Grand Théâtre de Provence selbst übertroffen", findet Jean-Claude Berhuy, Geschäftsführer von Texen.
"Die Yamaha-Mitarbeiter Stéphane Brocard, Fabien Saadoun und Oliver Gastoué waren die ganze Zeit vor Ort, um uns Ratschläge zu geben und Support zu liefern. Von ihnen bekamen wir auch das Leih-Equipment für die Testphase, welches wir lange nach unseren Vorgaben haben laufen lassen, um den System-Aufbau und die Einstellungen vorzubereiten."
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