YAMAHA DME: SCHLÜSSELROLLE BEI LUSTIGER HOLLÄNDER-SHOW


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Im Erdgeschoss des Fünf-Sterne-Hotels Kurhaus im niederländischen Scheveningen befindet sich die lebhafte Bar Crazy Pianos, deren allabendliche Unterhaltung wahrlich einzigartig ist. So spielen paarweise auftretende Pianisten Publikumswünsche, die von Klassischer Musik bis hin zu Rock'n'Roll reichen. Die Zuschauer werden angehalten, mitzusingen und bei zahlreichen Späßen mitzumachen.

Solch nette Form des Entertainments mag noch so unbeschwert sein, die Audioanlage des Crazy Pianos jedenfalls muss harte Arbeit leisten. Eine Yamaha DME24N Digital-Engine und ein Yamaha-DM1000-Digitalpult bilden das Herz eines bemerkenswert flexiblen Systems, das eigens dafür geschaffen wurde, den Kunden des Clubs eine bestmögliche Audioqualität zu garantieren.

Jeroen ten Brinke von Audio Design International hatte die Anlage zusammengestellt, installiert wurde sie von der Firma More Stage Services. Die Anforderungen an das neue System, das seinen Vorgänger nach acht Jahren ersetzte, waren sehr hoch gewesen. Schließlich ist Björn, der Geschäftsführer des Crazy Pianos, selbst ein echter Audio-Kenner.

Jeroen von Audio Design über die Installation der Anlage: "Als im Crazy Pianos vor acht Jahren die erste Anlage installiert wurde, hatte keiner die leiseste Ahnung, wie erfolgreich die Bar einmal werden würde. Also wurde das Equipment zunächst einmal gemietet. Aber da das Etablissement immer bekannter wurde, wollte Eigentümer Björn eine Anlage kaufen, und zwar gerade wegen des großen Erfolges eine sehr gute von höchster Qualität."

Jeroen entschied sich für eine Yamaha-DM1000-Digitalkonsole und eine digitale Mixing-Engine vom Typ DME24N, von der aus aktive JBL-Lautsprecher der VP-Reihe über ein CobraNet-Netzwerk (bei 96 KHz Samplingfrequenz und einer Latenz von 1,33ms) gespeist werden. "Das ist weltweit das erste System dieser Art", so Jeroen.

Die Anlage verwendet einen einfachen MIDI-Controller auf der Bühne, um eine von acht Stufen auszuwählen, die als Presets im DM1000 und in der DME24N vorprogrammiert wurden - und die jede für sich das ganze System auf einmal einstellen. Welche Stufe gewählt wird, hängt von der Tageszeit und vom Publikum ab, das sich zur jeweiligen Zeit in der Bar befindet.

Während des Tagesbetriebes steht die Anlage auf Stufe 8, das heißt, ein MP3-Player spielt Hintergrundmusik ab. Am Abend, wenn die Pianisten spielen, kann das System über sechs weitere Stufen angepasst werden, je nachdem, wie voll der Club ist. Stufe 1 ist zum Beispiel für den Anfang des Abends, wenn nur ein paar Besucher anwesend sind, die vielleicht zu Abend essen, und keine Verstärkung für das Klavier und den Gesang nötig ist. Die Stufen 2-6 heben Schritt für Schritt den Lautstärkepegel an, wenn mehr Leute kommen, und zwar bis zum einem Pegel von 105 dB, wenn die Bar voll ist.

"Die DME ist die Denkzentrale der Anlage. Sie ermöglicht uns, komplexe Veränderungen des Systems auf sehr einfachem Wege vorzunehmen", erklärt Jeroen. "So sind zum Beispiel alle Lautsprecher bei Stufe 1 gleich laut. Aber wenn die Lautstärke angehoben wird, betrifft dies vor allem die Lautsprecher an der Tanzfläche - und nicht so sehr die in den anderen Bereichen des Clubs."

"Wir verwenden außerdem eine ganze Reihe von Effekten der DME - vor allem Multiband-Kompression, Delays und Reverbs, um eine bestimmte Stimmung zu erzeugen. Es gibt außerdem Ambience-Mikrofone im Club, deren Signale bei lauteren Stufen parallel zum Main-Mix auf die Terrassen-Lautsprecher außerhalb des Clubs geschickt werden. Dies führt dazu, dass die Leute auf der Terrasse auch die Stimmung mitbekommen, die drinnen herrscht - und nicht nur einen trockenen Mix aus Musik und Gesang."

Die siebte und letzte Stufe wird verwendet, wenn das Crazy Pianos für Firmenveranstaltungen vermietet wird. Während die Vocal-Mikrofone für Reden und Präsentationen sowie MD-, CD- und DVD-Player aktiviert werden, bleibt der Rest stumm - wie zum Beispiel die Monitore, die Hall-Effekte, die Ambience-Mikrofone und die am Schlagzeug. Ein Redner muss sich also nicht mit Feedbacks oder dem Scheppern einer Snaredrum auseinandersetzen.

"Das gesamte System wird über die wirklich schlichte MIDI-Steuerung von den Leuten auf der Bühne umgeschaltet, aber es gibt noch eine großes Display, auf der die Leitung des Crazy Pianos ablesen kann, wie die Anlage gerade eingestellt ist", erklärt Jeroen, der fortfährt: "Hier kommt die Yamaha DME24N so richtig ins Spiel. Ohne sie wäre es gar nicht möglich gewesen, derart komplexe Schaltvorgänge und Lautstärkeänderungen von so einem intuitiv bedienbaren Benutzerinterface vorzunehmen."

"Sie ist klein, einfach zu bedienen, und sie unterstützt 96 KHz Sampling-Rate, was ebenfalls Anforderung bei uns war. Die DME ist das einzige Gerät, das alles konnte, was wir auf dem Zettel hatten."

Das System wurde ganz bewusst so eingerichtet, dass kein Haus-Techniker benötigt wird. "Björn hatte keine Lust auf einen Haus-Techniker. Seiner Meinung hätte man dann ohnehin zwei beschäftigen müssen, weil die Tage im Crazy Pianos sehr lang sind. Und wenn dann auch noch einer im Urlaub ist oder krank wird, muss man einen dritten haben. Und so weiter. Dann mixt womöglich einer besser als der andere und es gibt Streit. Björn glaubt, wenn keiner mixt und es klingt nicht gut, müssen es die Musiker sein, die keinen guten Sound machen", erklärt Jeroen lachend.

Daher wurde die Anlage selbst weggeschlossen. Die einzigen Teile, die von der Belegschaft eingesehen und bedient werden können, sind das Display und der MIDI-Controller.

Dennoch kann die Anlage von jedem Flecken der Welt aus ferngesteuert werden, indem via Internet das Desktop eines PCs gelenkt wird, der wiederum mit dem Yamaha-Studio-Manager, der DME-Designer-Software und dem HI-Q-Netzwerk verbunden wurde. Jeroen kann dabei alles überwachen, die Audioausgabe über den PFL-Bus streamen und - falls nötig - die Steuerung der gesamte Anlage übernehmen.

Jeroen erklärt zum Schluss: "Der Club ist sehr zufrieden. Björn hat enorm hohe Ansprüche, was die Klangqualität angeht - und er meint, es klinge perfekt. Alle sind sehr zufrieden - die Reaktion der Leute war durchweg positiv."