Eine Hi-Tech-Pfarrei


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Ein innovatives Gemeindehaus installiert Yamaha-Systeme

Die "St. Antonino Märtyrer"-Pfarrei im italienischen St. Antonino Ticino gab dem Begriff "Gemeindehaus" mit der Einweihung der "Opera Grassi" eine ganz neue Bedeutung. Gemeindehäuser stellen in Italien traditionsgemäß einen Mittelpunkt des sozialen Lebens dar. Hier in der norditalienischen Provinz Varese (Väris) im Nordwesten der Lombardei nahe der Schweizer Grenze entstand ein umfassend ausgestatteter Mehrzweck-Komplex. Das Gebäude wurde vom Architekten Giorgio Luini gestaltet und konnte dank der Spende eines Herrn namens Emilio Grassi überhaupt erst realisiert werden. Zu den neuen Räumlichkeiten gehört eine Turnhalle, die für eine Vielzahl verschiedener Veranstaltungen in eine Bühne umgewandelt werden kann, und die über eine komplette eigene Beschallungsanlage verfügt. Außerdem wird ein Tagungssaal mit einer Bar geboten, der auch als Konferenzsaal dient. Er verfügt über die Möglichkeit, Filme mit 5.1-Surround-Sound zu zeigen, und ist Treffpunkt für die Gemeindemitglieder. In einem Stockwerk darüber befinden sich zudem ein Studienzentrum für die Jugendlichen sowie diverse Seminarräume.

Die Audiosysteme der im Februar eröffneten Räumlichkeiten wurden von Telesystem Professional installiert und von Pierluigi Pecchenini zusammengestellt. Der Systemdesigner der Firma Direct Field Engineering beschreibt die verschiedenen Zonen wie folgt: "Für jedes System in den beiden Haupträumlichkeiten, sprich der Bar-Zone und der Turnhalle, gibt es eine digitale Mixing-Engine vom Typus Yamaha DME24N, die sowohl alle Daten und Signale aus den Sälen, also Mikrofonsignale, Abspielgeräte etc., als auch die verschiedenen Beschallungsszenarien verwaltet."

Nach der akustischen Optimierung der Turnhalle wurden zwei Lautsprecher-Cluster von der Decke aus geflogen, von denen jeder aus zwei Yamaha IH2000/64 für die Mitten und Höhen sowie aus einem Yamaha IL1115 für die Bässe besteht. Der Subwoofer befindet sich zwischen den Tops und verfügt über einen 15''-Tieftöner. Dieses Setup wird von drei Yamaha-P7000S-Endstufen aus mit jeweils 750 Watt pro Kanal an acht Ohm versorgt und eignet sich in dieser Ausführung perfekt für die geplanten Anwendungen, zu denen unter anderem Musik-Beschallungen und Theater-Vorstellungen zählen.

Pecchenini fährt fort: "Um die größtmögliche Flexibilität für diese Anforderungen zu erreichen, wurden vier Mikrofon-Anschlüsse an der Wand angebracht. So können Conferenciers oder Kommentatoren ein Mikrofon oder eine Signalquelle anschließen und die Audioanlage des Saals benutzen. Die Anlage wurde außerdem so gestaltet, dass die zwei Boxen-Gruppen entweder zusammen oder jede für sich benutzt werden können."

Wenn Theater- oder Musikveranstaltungen stattfinden, werden die beiden Cluster verbunden und über programmierte Presets vor der Inbetriebnahme der Anlage eingestellt. Neben den Mikrofon-Anschlüssen befinden sich auch Yamaha-CP1SF-Fernbedienungen mit einem Fader und einem Schalter an der Wand. "Mit dem Fader wird die Lautstärke im Saal geregelt", so Pecchenini. Falls nötig, könne also der Pegel des Mikrofons nur über diesen Regler angepasst werden, ohne die Einstellungen des kompletten Systems ändern zu müssen.

Wenn es der Anlass erfordert, wird der im Gemeindehaus installierte Mixer (ein Yamaha MG16/6FX) über eine an der Wand angebrachte Line-Verbindung mit den DME-Inputs verbunden.

Eine weitere Fernbedienung (Yamaha CP4SW) mit vier Schaltern wird für den Wechsel der Presets im Saal verwendet. Über das Routing in der DME werden die verschiedenen Konfigurationen der Cluster aktiviert. Über drei der Schalter kann der User leicht und sehr schnell anwählen, ob er die beiden Cluster einzeln oder zusammen verwenden will. Der vierte Schalter schaltet beliebige, aus der Bar-Zone ankommende Signale stumm.

"Wir mussten bei unserer Arbeit berücksichtigen, dass es sich hier ganz klar um keinen Hörsaal handelt. Unser Ziel war, die größtmögliche Beschallungs-Abdeckung von oben zu erreichen. Bei diesen Systemen arbeiteten wir mit den Richtcharakteristiken und dem Abstrahlwinkel der Boxen. In diesem Fall haben sie eine Streuung von 60° x 40°", fügt Pecchenini hinzu. Danach wäre jeder Cluster entsprechend ausgerichtet und geneigt worden.

Dabei würden die DMEs nicht nur die Frequenzbearbeitung und Verzögerung der Signale, sondern weitere Aufgaben übernehmen, wie Pecchenini näher ausführt: "Sie sind für die gesamte Signalverarbeitung zuständig, also für das Equalizing, Delaying und Limiting. Außerdem fungieren sie als Frequenzweiche. Kurz gesagt, Sie stellen den gesamten Kanalzug. Jeder Cluster verfügt über einen Hoch-Mitten-Teil in Passiv-Ausführung mit interner Frequenzweiche, während die Frequenzweiche für den Bass von einem Modul der DME stammt."

Neben den Fadern und Schaltern an der Wand sowie den XLR-Line-Inputs zum Anschließen eines Mixers können zwei Output-Anschlüsse dazu verwendet werden, die im anderen Raum stattfindenden Veranstaltungen aufzunehmen, ohne dass die Einstellungen in der Regie im ersten Stock, wo sich die DME, Endstufen etc. befinden, verändert werden müssen. Die Anlage wurde seit ihrer Einweihung im Februar erfolgreich bei Sport-Events, Folkmusik-Veranstaltungen und Rockkonzerten getestet (einige Rockbands haben anstatt der Hauskonsole ihren eigenen Mixer über die praktischen Wand-Anschlüsse mit der Anlage verbunden).

Der Tagungsraum, in dem bei der Konferenz/Projektions-Anwendung ungefähr 70 Personen Platz finden, wurde vor allem als Treffpunkt für die Jugend der Gemeinde eingerichtet. Daher gibt es hier eine gut ausgestattete Bar und einen Spiele-Bereich. Die Rückwand des Raumes erstrahlt in perfektem Weiß, um hier eine Kopie der Projektion zu zeigen.

Zur Audioanlage gehören drei an der Decke montierte Fullrange-Lautsprecher der Yamaha-Installation-Serie - genauer gesagt zwei IF2108 und eine IF2205, was Pecchenini näher erläutert: "Neben dem Video-Projektor befindet sich auch die Heizung an der Decke, was bei der Gestaltung der Beschallungsanlage genauestens berücksichtigt werden musste. Ich nutzte es zu meinem Vorteil, dass die Hörner der Boxen gedreht werden können, und installierte diese in der horizontalen Ausrichtung. Der extrem geringe Querschnitt der mittleren Box mit ihren beiden 5''-Kalotten war von fundamentaler Wichtigkeit, da so die Sicht auf die Projektion nicht versperrt wurde."

Das Equipment-Rack für diese Zone besteht ebenfalls aus drei Endstufen von Yamaha: einer P2500 für den linken und den rechten Kanal des Hauptsystems, einer weiteren für den Center-Kanal und den LFE und einer vierkanaligen XM4080 für die Surround-Lautsprecher.

Neben Konferenzen und Seminaren beherbergt dieser Raum eine Reihe von Themen-bezogenen Projektionen, bei denen Surround-Effekte von sechs kleinen, an der Wand montierten Surround-Lautsprechern wiedergegeben werden. Sie werden von der DME verwaltet und können dank eines weiteren Presets aus Yamaha-Digital-Engine auch mit dem Hauptsystem verknüpft werden. Sie sind dann eins mit der Standard-Beschallung, wenn der Raum für Konferenzen verwendet wird. Auch hier kann der Benutzer die benötigte Konfiguration selbst auf eine sehr intuitive Weise vornehmen.

Das Grassi-Gemeindehaus-Projekt war das erste, bei dem Pecchenini die Yamaha-Boxen verwendete - und der System-Designer war begeistert: "Ich bin wirklich sehr zufrieden. Die in der Turnhalle installierten Höhen-Mitten-Boxen sind extrem interessant. Mit ihnen konnte ich erstens in einer ordentlichen Höhe arbeiten, indem ich die gesamte Anlage von der Decke aus geflogen habe, und zweitens ermöglichen sie eine beachtenswerte Manipulation der Richtcharakteristik. Im anderen Saal sind die Boxen dank ihrer kleinen Ausmaße sehr anpassungsfähig und einfach in der Verwendung. Die 8''-Tieftöner klingen sehr gut, sie sind ausgesprochen linear und bringen auch unten herum ordentlich Leistung."

Abschließend fügt Pecchenini hinzu: "Ich möchte auch gerne hervorheben - und Pfarrer Don Paolo Torti pflichtet dem bei, dass dieses Projekt eine Art Versuch war. Die Produkte kamen gerade auf den Markt, als wir uns für sie entschieden haben. Doch alles arbeitete nicht zuletzt dank der tollen Hilfe von Yamaha-Mitarbeiter Gianni Volonterio, der bedauerlicherweise weit vor seiner Zeit gestorben ist, perfekt zusammen."