Der schwedische TV-Sender TV4 wurde 1990 eröffnet und hat sich seitdem zum größten Privatfernsehsender des Landes entwickelt.
Vor kurzem wurden die Editierräumlichkeiten der Sende-Studios in Schwedens Hauptstadt Stockholm einer mehrere Millionen Kronen teuren technischen Überholung unterzogen (1 Krone = 0,11 Euro). Dabei erwiesen sich Yamahas digitale Mixing-Engines (DMEs) als perfekte Problemlösungen, die viele für einen effizienten Sendebetrieb benötigten Funktionen in einem Gerät vereinen. Sechs DME24Ns befinden sich im Herzen dieser innovativen Installation.
Jede DME wurde mit einer MY8-ADDA96-Wandlerkarte ausgestattet und ersetzt eine ganze Palette von externen Studiogeräten, wodurch viele typische Probleme im Rundfunkbetrieb durch zum Beispiel die Verwendung von Patchbays und Equipment von unterschiedlichen Herstellern beseitigt wurden.
Installiert wurde das System von der Firma Support AB aus dem Stockholmer Stadtteil Bromma. "Wir haben uns für die DMEs entschieden, weil wir uns als Yamaha-Händler bestens mit den Geräten auskennen und genau wissen, wie diese bedient werden", so Johan Küller von JMG Support. "Natürlich wussten wir auch, dass die Klangqualität der DMEs ausgezeichnet ist. Somit konnten wir sichergehen, dass der Kunde zufrieden sein würde."
Jedes DME-System bei TV4 wurde so eingerichtet, dass immer zwei Schneideräume und eine zu beiden gehörende Sprecherkabine verwaltet werden.
Die DMEs kümmern sich um das gesamte Monitoring, alle Schaltvorgänge sowie um die Lautstärke der Aufnahme-Signalquellen, zu denen ein nicht-lineares Schnitt-System (NLE), Video-Rekorder (VTR) und ein Mikrofon in der Kabine gehören. Dieses Mikrofon kann zudem von der DME komprimiert oder limitiert werden.

Ein weiterer Input stammt von den Telefonhybriden, über die anrufende Zuschauer aufgenommen und auf Sendung gebracht werden können. Dank der DME können die Telefonhybrid-Ausgänge in beiden Schneideräumen und in der Sprecherkabine abgehört werden. Außerdem können sie die Inputs der NLEs und eines PCs, der sich in der Kabine befindet, speisen.
"Unsere größte Herausforderung bestand darin, eine einfache Benutzerschnittstelle zu schaffen", erklärt Johan. "Auf Wunsch des Kunden sollte das System in der Lage sein, über einen Tastendruck an die alltäglichen Szenarios des Senders angepasst werden zu können. Und als wir uns die verschiedenen Kombinationen von Inputs und Outputs vor Augen führten, wurde uns klar, wie komplex die Umschaltvorgänge werden würden. Um diese so einfach wie möglich zu halten, war eine digitale Signalverarbeitung über DSPs unumgänglich.
"Weil der Kunde auf solch unkomplizierte Arbeitsschritte bestand, merkten wir auch, dass wir kundenspezifisch angepasste Eingabegeräte einrichten mussten. Betrachten wir also die Komplexität des Systems und die Anforderung des Kunden an eine einfache Umschaltung und angepasste Bedienpulte, boten sich Yamahas DMEs geradezu an."
Kundenspezifisch angepasste Bediengeräte, die über die serielle Schnittstelle der DME mit dieser verbunden wurden, befinden sich sowohl in der Sprecherkabine als auch in jeder Regie. In der Kabine bestimmt der Anwender, ob er das Mikrofon oder den Telefonhybriden aufnehmen will, und ob er das Signal für die Aufnahme in die Sprecherkabine oder in einen der Scheideräume routen will.

In den Schneideräumen hat der Operator ein Bedienpult, bei dem er auswählen kann, ob er den Output des NLE-Systems, das Mikro oder den Telefonhybriden abhört. Er kann außerdem bestimmen, ob er aus der Sprecherkabine oder vom VTR aus aufnehmen will, und den Aufnahmepegel einstellen.
"Die Installation war eine Herausforderung, weil das System sehr anpassungsfähig sein musste. Wir hatten komplizierte Umschaltvorgänge, die auf sehr geradlinige, intuitive Weise erfolgen mussten", so Johan. "Die Anlage, die wir TV4 geliefert haben, erfüllt diese Anforderung. Es handelt sich um ein einfach zu bedienendes Netzwerk, das zudem über einen ausgezeichneten Klang und höchste Wiedergabe-Treue verfügt."
"Aber das Beste am System ist die Flexibilität. Über Software können wir problemlos Änderungen vornehmen, die sonst eine Neuverkabelung erfordert hätten, was viel länger gedauert und TV4 natürlich vor Probleme gestellt hätte. Für solche Schwierigkeiten existiert nun gar kein Potenzial mehr."