Die Radio-Revolution - Ein M7CL bei "Viva Radio 2"


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Es ist keinesfalls übertrieben, "Viva Radio 2" als echtes Medienphänomen zu beschreiben. Die Hörfunk-Sendung wird vom vielseitigen italienischen Entertainer Fiorello und seinem getreuen Handlanger Marco Baldini live vor Zuschauern in den legendären RAI-Studios in Rom moderiert. Mit ihren witzigen Bemerkungen, ihren unschlagbaren Gags und rasend komischen Nachahmungen gilt die fantasievolle Sendung zu recht als kleine Radio-Revolution.

Von der neuesten Staffel der Sendung, die für zahllose Zuhörer täglich ein fester Bestandteil des Terminkalenders ist, wurden eine DVD und mehrere CDs veröffentlicht, die sich bestens verkaufen. Außerdem entstand hier das Grundgerüst für eine hochkarätige Werbekampagne der Automarke Fiat. Erstmals hatte eine Yamaha-M7CL-Digitalkonsole den wichtigen Job, das zu mixen, was Fiorello, Baldini, die Resident-Band und die Gäste der Show von sich geben.

Das RAI-Audioteam der Show besteht aus Sasà Bellistri, Marco Cristilli, Genesio Di Iacovo, Paola Bray, Mauro Tonini und Pino Berardi. Letzterer war dafür verantwortlich, zum ersten Mal das M7CL während der Radioübertragung zu nutzen. Cristilli und Bray wechselten sich am Monitor-Mix ab, Berardi und Di Iacovo kümmerten sich um das ausgespielte Audio und Tonini um die Beschallung der Zuschauer im Studio. Bellistri war der Mikrofon-Spezialist.

Berardi erklärt: "Wir verwenden das M7CL für das Monitoring und haben 17 Monitorkanäle. Um dies umzusetzen, fügten wir über die Steckplätze auf der Rückseite Ausgänge hinzu und benutzen die Matrix der Console für drei zusätzliche Mixe. So kommen wir insgesamt auf drei Stereomixe und 13 Mono-Mixe. Die verschiedenen Mixe speisen einerseits eine Reihe von Verstärkern, die fest mit den Kopfhörern der Musiker auf der Bühne verkabelt sind. Außerdem gelangen sie zum Tisch, wo die Moderatoren und ihre Gäste sitzen, von denen jeder seinen eigenen Kopfhörer-Verstärker hat. Wir haben außerdem Monitor-Lautsprecher auf der Bühne, falls Gastmusiker diese der Konserve vorziehen."

Berardi ist von der Leistungsfähigkeit des M7CL-Mixers begeistert: "Ich mag es sehr, mit dem M7CL zu arbeiten, weil sich seine Funktionen perfekt für den Job hier eignen. Das Pult ist flexibel, und die ausgesprochen intuitive Bedienung wurde mit dem Touchscreen sehr gut gelöst. Wir können damit alle anstehenden Aufgaben sehr schnell ausführen."

Die einmalige Kombination aus Touchscreen, Yamahas viel gerühmtem "Selected Channel"-Konzept und geradliniger Navigation ermöglicht eine schnelle und sehr direkte Bedienung aller Funktionen. Vorteilhaft für den Anwender ist auch, dass es nur eine Mischebene gibt, dass analoge Bedienelemente lediglich einfach belegt sind und dass alle virtuellen Bedienelemente über nur zwei Hauptansichten erreichbar sind. Tatsächlich kann man die gesamte Konsole allein über den 44,2- Zentimeter-Centralogic™-Bereich problemlos bedient werden.

Berardi fährt fort: "Eine der am stärksten benutzten Funktionen war die permanente Einflussnahme auf die verschiedenen Mixe. Es gibt zwölf frei vom Benutzer definierbare Tasten. Wir haben jede benutzt, um jeweils einen anderen Monitor-Mix für die verschiedenen Musiker und die Leute an den Tischen aufzurufen. Für einzelne Mixe werden recht oft Veränderungen verlangt. Diese Anlage erlaubt uns, sehr schnell auf die Parameter einzelner Einstellungen einzuwirken."

Der ersten Show der neuen Serie gingen eine Woche andauernde Proben voran, in denen für jeden Beteiligten der beste Monitor-Mix erstellt und die Pulteinstellungen gespeichert wurden. "Wir nahmen anschließend noch ein paar Änderungen vor, aber nur an Details, so was wie Post- oder Prefader-Mikrofon-Sends", fährt Berardi fort. "Für den Main-Monitor-Mix, der auf Fiorellos Kopfhörern landete, benutzen wir den Stereo-Output der Konsole. Er wird in Echtzeit gemixt. Der Künstler ist sehr anspruchsvoll und will genau wissen, was auf Sendung passiert. Die anderen haben die Aux- und Mix-Outputs prefader, außer ein paar Leuten wie Baldini und die Gäste. Diese bekommen zwar dieselben Fader-Pegel wie die anderen, aber postfader, sodass sich für Fiorello erfolgte Änderungen auch auf ihr Signal auswirken.

Die Musiker der Band müssen nicht hören, was auf Sendung geschieht - für sie ist vor allem wichtig, was ihre Kollegen spielen. Die Monitor-Leute konnten mit dem M7CL eine ganze Reihe von Anforderungen erfüllen. Die Blechbläser bevorzugen generell das Ride-Becken des Schlagzeugers für den Tempobezug sowie das Klavier für die Harmonie, während der Schlagzeuger sich selbst und den Bass hören will. Und der Bandleader Enrico Cremonesi möchte von allem ein bisschen hören. Die Stereo-Monitormixe gehen an Fiorello, Baldini und die Gäste, zu denen unter anderem auch Kaliber wie Zucchero, Fiorella Mannoia oder Elisa gehören - das Monitoring muss also erstklassig sein.

Berardi erklärt: "Bei der Show im vergangenen Jahr benutzten wir ein Analog-Pult, dass ganz klar nicht über die Flexibilität der Yamaha-Konsole verfügte, dank derer sich die Lage wirklich gebessert hat. Dass Einstellungen gespeichert werden können, erleichtert unsere Arbeit enorm. Und auch die internen Effekte werden intensiv genutzt."

Das M7CL verfügt über ein weit reichendes Angebot von Spitzeneffekten: Von Ambience-Effekten und Delays bis hin zu Modulationseffekten und Distortion. Egal, ob Sie einfach eine Prise natürlich klingenden Hall hinzufügen, oder ob Sie den Sound mit überirdischen Effekten verfremden wollen, das M7CL hat alles, was Sie brauchen. Mit an Bord sind zudem Yamahas Add-On-Effekte mit dem REV-X-Algorithmus, der von allen erhältlichen simulierten Räumen mit am besten und natürlichsten klingt.

Claudio Conti, der für die Entwicklung und das Test-Labor der RAI-Produktionsabteilung arbeitet, erklärt: "Die Entscheidung, welche neuen Produkte angeschafft werden, bleibt für gewöhnlich uns überlassen. Wir haben die Aufgabe, sie zu prüfen, und sicherzustellen, dass sie bezüglich ihrer Qualität und Bedienung unseren Anforderungen entsprechen."

Der staatliche Sender brauchte eine nicht zu große Konsole, aber flexibel und benutzerfreundlich sollte sie sein. Tatsächlich ist das M7CL handlich, leicht und hat bis zu 48 Kanäle. Dabei ließen sich bei dem Gewicht und Umfang des Pultes vielleicht 24 Kanäle vermuten.

Conti stimmt dem zu: "Wir hatten im Vorfeld schon unsere Anforderungen skizziert und stellten fest, dass das M7CL diese erfüllen würde. Da wir schon diverse Yamaha-Mixer im Haus hatten, vom 02R bis zum DM2000, kannten wir die Qualität der Produkte. Es gab niemals Probleme - sie funktionierten immer gut. 2004 benutzen wir eine Yamaha-DM2000-Konsole für ein erfolgreiches Experiment. Wir haben die Audiosignale der Fernsehshow 'Stasera Pago Io - Revolution', auch eine Sendung mit Fiorello, neu gemischt und im 'Dolby ProLogic Surround'-Format gesendet."

Das M7CL wurde von Conti und einem Kollegen zahlreichen Tests unterzogen. Der Technische Leiter fügt hinzu: "Wir realisierten sofort, dass das Pult sehr intuitiv bedienbar ist. Man kommt schon bei der ersten Benutzung ohne Erklärungen oder eine Bedienungsanleitung aus. Seit wir es gekauft haben, wird es dauerhaft bei 'Viva Radio 2' verwendet. Besonders beeindruckt sind wir von seiner Direktheit, ein nicht zu unterschätzender Aspekt bei unseren Shows. Immerhin müssen sich verschiedene Toningenieure bei den Veranstaltungen abwechseln, das Pult muss also sehr benutzerfreundlich sein."


Das Foto zeigt das Audioteam von Viva Radio 2: Von links nach rechts: Sasà Bellistri, Marco Cristilli, Genesio Di Iacovo