Das PM5D ist unumstritten eine großartige Konsole für besten Sound im Live- und Veranstaltungssegment. Dank seiner hohen Qualität und viel gerühmten Zuverlässigkeit avancierte das Pult in Kürze zur allerersten Wahl in der Klasse der großen Digitalmischpulte. Doch trotz seiner Ausgereiftheit und Popularität hatten die User des PM5Ds immer wieder Wünsche nach zusätzlichen Funktionen geäußert, um als anspruchsvolle Protagonisten der Toningenieurs-Szene noch besser für alle erdenklichen Aufgaben gewappnet zu sein.
Und genau so entstand das PM5D-V2. Das Pult wurde gespickt mit neuen Funktionen, die von der kleineren Raffinesse bis hin zu bemerkenswerten Innovationen reichen – und allesamt auf reichhaltigen Erfahrungen beruhen. Benutzer des Original-PM5Ds werden von diesen guten News nicht ausgeschlossen. Ein kostenfreies Firmware-Update, das von Yamahas Pro-Audio-Webseite herunter geladen werden kann, bringt jedes beliebige PM5D auf den neuen PM5D-V2-Stand.
Das komfortabel skalierbare System, eines der meistgewünschten Features seitens der PM5D-User, wurde in Form digitaler DSP5D-Mixing-System-Einheiten von Yamaha in die Tat umgesetzt. Mit dem DSP5D wurde ein Rack-fähiges Gerät geschaffen, das im Wesentlichen über den gesamten Funktionsumfang einer PM5D-V2-Konsole verfügt und von dieser aus nahtlos bedient werden kann. Zwei DSP5D-Einheiten können zusammen mit einer einzigen PM5D-V2-Konsole verwendet werden. Ein PM5D-V2 und eine DSP5D-Einheit sorgen zusammen für insgesamt 96 Mono- und 16-Stereo-Input-Kanäle. Durch Hinzufügen einer zweiten DSP5D-Einheit kommt das Gespann sogar auf 144 Mono- und 24-Stereo-Inputs, womit auch sehr große Anwendungen bequem bewältigt werden können. Und natürlich wird auch die Rechenleistung entsprechend verdoppelt oder verdreifacht.
Mit an Bord: Alle Effekte, EQs und Dynamik-Prozessoren, die Sie jemals benötigen werden
Das PM5D-V2 hat alle Ausprägungen der Signalbearbeitung mit an Bord und lässt so keine Wünsche offen! Jeder Input-Kanal verfügt über einen 4-Band-EQ plus HPF, einen Kompressor, ein von diesem unabhängiges Gate und ein Delay (bis zu 1000 Millisekunden Delayzeit). Bei den Stereo- und Mix-Outs wurden ein 8-Band-EQ, ein Kompressor und ein Delay implementiert, bei den Matrix-Outs ein 4-Band-EQ, ein Kompressor und ein Delay. Die CUE- und Monitor-Ausgänge arbeiten ebenfalls mit einem hilfreichen 1000-Millisekunden-Delay. Aber das ist noch längst nicht alles. Das PM5D-V2 bietet zwanzig 31-Band-GEQs oder alternativ eine Kombination aus 12 GEQs und 8 unabhängigen Multieffektprozessoren der SPX2000-Klasse. Letztere können mit jedem Input-, Stereo-, Mix- oder Matrix-Kanal der Konsole verpacht werden und greifen auf ein reichhaltiges Angebot an Reverbs, Delays, Modulations-Effekten und Kombinations-Effektmodulen zu. Ebenfalls integriert in das PM5D-V2 sind Yamahas konkurrenzlos gute ADD-ON-EFFECTS! Dadurch bekommen Sie sofortigen Zugriff auf zahlreiche Signalbearbeitungs-Applikationen wie den renommierten REV-X-Reverb. Mit dabei sind auch der Compressor276, der Compressor260 und EQ601 vom AE-011-Channelstrip-Package sowie die Open-Deck-Applikationen vom AE-021-Masterstrip-Package.
Virtueller Soundcheck
Hier ein perfektes Beispiel für eine Version-2-Funktion, die als Reaktion auf Rückmeldungen aus der Branche implementiert wurde. Mit einer Mehrspur-Recording-DAW wie Steinbergs Nuendo wird das PM5D Teil eines Recording-Systems feinster Qualität. Aber nicht nur das: Ein Mitschnitt einer Probe oder eines Auftritts kann temporär mit einer Auswahl von Konsolen-Inputs verpatcht und für Einrichtungen und Anpassungen verwendet werden. Dies ist besonders dann von Vorteil, wenn einzelne Musiker oder Künstler abwesend sind. Das Resultat eines solchen "virtuellen Soundchecks" kann direkt auf eine Szene gespeichert werden, und zwar ohne dass es nötig wird, die Konsole kompliziert neu zu verpatchen oder gar zu rebooten – und ohne Angst vor versehentlichen Veränderungen der Einstellungen. Im Gegensatz zu ähnlichen Funktionen anderer Konsolen kann man beim PM5D-V2 der virtuellen Soundcheck-Funktion je nach Bedarf einzelne Kanäle zuordnen. Folglich können Soundeffekte oder Kanäle für Hintergrundmusik während des Soundchecks weiterbetrieben werden.
Zusätzliche EQs
Die acht internen Effekt-Prozessoren aus der SPX2000-Klasse verfügen über DSP-Power satt. Aber da nicht jede Anwendung diese acht leistungsfähigen FX-Geräte voll auslastet, kann man bei Bedarf einen Teil der Rechenleistung abzweigen. In Version 2 kann dieses Potenzial einer sehr sinnvollen Verwendung zufließen: zusätzlichen insertierbaren grafischen und parametrischen EQs. Das PM5D-V2 verfügt bereits über eine Fülle von unabhängigen Equalizern (mit neuen, schmaler einstellbaren Bandbreiten) für die Input- und Output-Signalverarbeitung. Aber jeder Toningenieur kommt einmal in eine Situation, in der scheinbar gar nicht genug EQs zur Verfügung stehen können. Und genau hier sind die von diesem neuen Feature geschaffenen, zusätzlichen EQs unverzichtbar.
Solide Sicherheitsfunktionen
Obgleich schon das erste PM5D eine große Anzahl von Sicherheitsfunktionen zu bieten hatte, verfügt Version 2 über einen noch lückenloseren Schutz, der das System in allen erdenklichen Situationen korrekt am Laufen hält. Die neue "Load Lock"-Funktion zum Beispiel verhindert, dass versehentlich Daten von einem externen Speichermedium oder dem PM5D-Editor geladen werden, die wichtige Einstellungen verändern. Zusätzlich sorgt eine OUTPUT-ISOLATION-Funktion dafür, dass Output-Einstellungen, die bei einem Band- oder Programmwechsel unverändert bleiben sollen, von einem Szenen-Recall unangetastet bleiben. Hierzu zählen unter anderem Kompression, Delay, EQ, Fader-Stellungen und Verpatchungen. Die Bedienbarkeit der Input-Kanäle wird nicht beeinflusst. Sie können die Output-Parameter, die Sie schützen wollen, beliebig festlegen. Ferner können Sie bestimmte Szenen in den READ-ONLY-Status versetzen, und sie so vor dem Überschreiben durch Speicher-, Lade oder Editier-Vorgänge schützen.
"Channel Move"-Funktion
Diese scheinbar schlichte Funktion kann beim Überarbeiten eines Kanal-Belegungs-Plans von großem Vorteil sein. Mono- und Stereo-Input-Kanäle können mit einem Handgriff auf jeden beliebigen anderen Kanal bewegt werden. Sie sparen also Zeit, weil Sie nicht alle beteiligten Einstellungen – inklusive der für die Verpatchung und die Vorverstärker (HA) – von neuem eingeben müssen.
01. FOH- oder Monitor-Mix bei Konzerten
Wenn die DSP5D-Einheit nah beim PM5D-V2 steht, kann sie über ein D-Sub-68-Pin-Kaskade-Kabel verbunden werden. Bei der hier gezeigten Einrichtung mit einer einzigen, mit dem PM5D-V2 verbundenen DSP5D, kommen Sie auf 96 Mono-Input-Kanäle, 16 Stereo-Input-Kanäle und 48 "Omni"-Outputs (24 Mix-Busse, 16 Matrix-Busse, Stereo-Summen und die Cue/Monitor-Outs). Weitere Periphere wie externe Dynamik-Prozessoren oder Abspielgeräte für Spezial-Effekte können im selben Rack wie die DSP5D-Einheit verstaut werden.

02. Konzerte mit DSP5D als ferngesteuerter I/O-Einheit
Falls die Konsole in einiger Entfernung von der Bühne steht, können Sie sich einer digitalen DCU5D-Verkabelungs-Einheit bedienen. Mit ihrer Hilfe kann die DSP5D auf der Bühne aufgestellt und via "Digital-Snake", in diesem Fall ein einfaches CAT5-Netzwerk-Patchkabel, mit der DCU5D-Einheit verbunden werden. Letztere wird wiederum via D-Sub-68-Pin-Kaskade-Kabel mit dem PM5D-V2 vernetzt. Zusätzlich zu den 48 Inputs und 24 Outputs vom PM5D-V2 selbst erhalten Sie auf der Bühne weitere 48 Mikrofon/Line-Inputs und 24 Omni-Outputs (insgesamt 24 Mix-Busse, 16 Matrix-Busse und 48 "Omni"-Outs). Natürlich können alle DSP5D-Funktionen direkt von der PM5D-V2-Konsole aus bedient werden. Sie können der DSP5D-Einheit außerdem eine oder zwei MY-Output-Interface-Karten hinzufügen und diese zum Anfahren eines Endstufen-Racks für Monitor- und FOH-Lautsprecher verwenden.

03. Zwei DSP5Ds für die große Bühne
Falls Sie – zum Beispiel bei aufwändigen Inszenierungen – noch mehr Ein- und Ausgänge auf der Bühne benötigen, können Sie, wie im folgenden Schaubild gezeigt, ein zweites Gespann aus DSP5D und DCU5D hinzufügen. Die zweite DCU5D-Einheit wurde über ein Paar D-Sub-68-Pin-Kaskade-Kabel mit der ersten DSP5D verbunden. Die zweite DSP5D-Einheit ist via Netzwerkkabel an die zweite DCU5D-Einheit angeschlossen worden. In diesem Beispiel fährt jede DSP5D eine Endstufe und einen FOH-Lautsprecher an. Es handelt sich hier um einen schnellen und unproblematischen Aufbau für Bühnen, die über keine fest installierte, für diese Aufgabe geeignete, Audioanlage verfügen. Werden Monitor-Boxen benötigt, können sie ebenfalls einfach hinzugefügt werden. Die Receiver der Funkstrecken für die Künstler-Mikros können direkt mit der DSP5D-Einheit verbunden werden. Die geringe Distanz garantiert eine hohe Betriebssicherheit. Dieser Aufbau versorgt Sie auf der Bühne mit 96 Mikrofone/Line-Inputs, und 48 "Omni"-Outputs (plus 24 Mix-Busse und 16 Matrix-Busse).

04. Opernhaus mit Orchestergraben- und Bühnen-DSP5D
Bei diesem System, das vor allem für typische Anwendungen in einem Opernhaus konstruiert wurde, befindet sich eine DSP5D im Orchestergraben, während die zweite auf der Bühne steht. Wie im vorangegangenen System wurde die Konsole im hinteren Teil des Hauses über ein D-Sub-68-Pin-Kaskade-Kabel mit der DCU5D verbunden, die wiederum über ein CAT5-Patchkabel mit der ersten DSP5D vernetzt wurde. Die zweite DSP5D ist auf dieselbe Weise über eine DCU5D-Einheit mit der ersten DSP5D verkabelt. Dieser Aufbau ergibt 48 Mikrofon/Line-Inputs für den Orchestergraben und weitere 48 Mikrophone/Line-Inputs für die Bühne. Die DSP5D-Kanäle können direkt von der PM5D-V2-Konsole aus bedient werden. Zwei DME64N-DSP-Engines, die mit der Bühnen-DSP5D verbunden worden sind, übernehmen die Signalbearbeitung und -verteilung für die FOH-, Logen- und Backstage-Lautsprecher. Die DSP5D im Orchestergraben versorgt auf direktem Wege die Aktivmonitore der Musiker.
