Das Theatre Royal Haymarket, eines der renommiertesten Häuser Großbritanniens, bekam zum Jahresbeginn 2011 mit Sir Trevor Nunn einen ebenso angesehenen Intendanten. Nunn, einst künstlerischer Leiter bei der famosen Royal Shakespeare Company, debütierte mit gleich vier sehr unterschiedlichen Bühnenproduktionen und vertraute das Sounddesign aller Inszenierungen keinem Geringeren als dem erfahrenen Star-Engineer Paul Groothuis an, der sich wiederum auf ebenfalls nicht ganz unpopuläre Digitalkonsolen und Mixing-Engines von Yamaha verließ. Einer großartigen Spielzeit sollte also nichts mehr im Wege stehen.
Gespielt wurden die vier Bühnenstücke in folgender Reihenfolge: Erst lief Flare Path von Terrence Rattigan, dann Rosencrantz And Guildenstern Are Dead von Tom Stoppard, danach William Shakespears The Tempest und schließlich The Lion in Winter von James Goldman. Die Konzipierung eines Audiosystems, das gleichzeitig zu einer Dreiecksgeschichte aus dem zweiten Weltkrieg, einer absurden Komödie, einem Shakespeare-Klassiker und einem Weihnachtsdrama aus dem 12. Jahrhundert passen würde, war eine echte Herauforderung - vor allem, weil die Anzahl der benötigten Funkstreckenmikrofone je nach Inszenierung von 0 bis 24 reichte.
"Ich kannte so etwas noch aus meiner Zeit am National Theatre und konzipierte ein Basis-System für Musik, Effekte und so weiter, das man um verschiedene Komponenten erweitern konnte, und zwar je nach Anforderung der entsprechenden Inszenierung", erklärt Paul.
Die Anlage wurde von der Firma Autograph Sound geliefert und bestand zunächst einmal aus einer Yamaha DME64N für das Lautsprecher-Management, von der aus die Audiosignale zur Haus-PA mit Meyer-, JBL- und d&b-Lautsprechern geschickt wurden. Da bei Flare Path keine Funkmikrofone benötigt wurden, bestand der Rest des Systems aus einem DM1000VCM auf der Bühne für Soundeffekte. Dieses war mit einer MY16-AT-ADAT-Interface-Karte ausgestattet, um 16 Musikkanäle der Theater-Playbacksoftware QLab unterzubringen, die auf zwei Macintosh-Computern lief.
Im Gegensatz dazu war die Inszenierung von Rosencrantz And Guildenstern Are Dead mit allein 24 Funkstrecken wesentlich komplexer. Paul brachte dafür eine Yamaha-Digitalkonsole vom Typ PM5D mit ein, für die ganz konventionell ein FOH-Platz eingerichtet wurde. Dieser Aufbau blieb bei The Tempest unverändert, wo viel Musik gespielt wurde und zusätzliche Hintergrundspuren hinzukamen. Zum Schluss bei The Lion In Winter benutzte Paul dann wieder den ersten Aufbau von Flare Path mit dem DM1000VCM.
"Es ging vor allem um zwei Dinge: Zum einen sollten der Equipment-Aufstellung so wenig Zuschauerplätze wie möglich zum Opfer fallen, und außerdem hatte die Anlage absolut betriebssicher zu sein", erklärt Paul. "Bei Flair Path und The Lion In Winter benötigten die Schauspieler keine Funkmikros. Es gab zwar recht viel Musik, aber eben keinen Livegesang. Also kamen wir mit der Konsole auf der Bühne aus. Der Aufbau für die anderen zwei Produktionen war zwangsläufig komplexer und erforderte eine FOH-Mixposition. Das PM5D war das perfekte Pult, um Zuschauerplätze zu schonen, weil es all das, was für das Sounddesign benötigt wurde, schon mit an Bord hatte."
Ein weiteres Argument in einer Spielzeit sei der Vertrautheits-Faktor, wie Paul betont: "Ich schaue mir die Vorstellungen auch aus dem Blickwinkel des Operators an. Ich selbst habe den Job viele Jahre lang gemacht. Durch alle Modelle zieht sich eine einheitliche 'Yamaha-Sprache'. Kennt man eines, kennt man alle."
"Bei einer Spielzeit wie dieser war es ein kluger Schachzug, Yamaha-Konsolen zu verwenden, denn der Operator (der Tontechniker am Pult) musste beim Gerätetausch das neue Pult nicht gleich von Grund auf neu erlernen. Wir hatten den Fall ja bei den Wechseln von Flare Path auf Rosencrantz And Guildenstern und von The Tempest auf The Lion In Winter."
"Yamaha-Konsolen sind natürlich so weit verbreitet, dass die meisten Pult-Bediener mit ihnen bestens vertraut sind – und das ist ein echter Vorteil. Ihre Bedienung ist einfach, man benötigt keine lange Einarbeitungszeit und sie sind derart vielseitig, dass man einfach alles damit machen kann", so Paul weiter.
Als Langzeit-Yamaha-User hat Paul die Pulte bei allen möglichen Inszenierungen eingesetzt, und sein Sounddesign wurde von Tausenden hochzufriedener Theaterbesucher genossen.
"Ich verwende sämtliche professionellen Yamaha-Digitalpult-Modelle seit ihrer Markteinführung. Schon 1995 benutzte ich für A Little Night Music ProMix01-Pulte und bin Yamaha seitdem treu geblieben. Ich muss bei der Positionierung des Pultes flexibel bleiben, weil ich sowohl Schauspiel als auch Musical mache, und bei Yamaha weiß ich immer genau, woran ich bin.", so Paul weiter.
Mit ihren vier Inszenierungen, für die unter anderem die Topleute Ralph Fiennes, Sienna Miller, Robert Lindsay und Joanna Lumley engagiert wurden, war die Spielzeit sehr erfolgreich. Mehrere Stücke wurden bereits verlängert. Und egal, ob das Publikum gerade mit dem brüllenden Getöse einer Staffel Lancaster-Weltkriegsbomber oder mit den Feinheiten von Shakespears besonderer Sprache unterhalten wurde - die Yamaha-Konsolen haben ihren Beitrag vorbildlich geleistet.