DM2000 & 02R96 engineering story (Ein Interview mit den Ingenieure der DM2000 und der 02R96)


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Die Einführung des O2R war ein Meilenstein für die Musik-Produktionsindustrie. Zusammen mit den modularen digitalen Multi-Track Recordern, wie zum Beispiel adat und Tascam DA 88, hat das O2R es ermöglicht, eine professionelle Aufnahmequalität zu einem niedrigen Preis zu erhalten, um so den Weg der Musik-Produktion nachhaltig zu verändern. Es hat Geschichte geschrieben. Der Erfolg des O2R machte es zu einem Vorbild für all diejenigen, die sich mit der Entwicklung etwaiger Nachfolgemodelle befassten. Es bedurfte ganze sieben Jahre, bis das DM2000 und das O2R96 auf den Markt kamen. Wie wurde das O2R verbessert; was waren in dieser Zeit die Gedanken der Entwickler während der Entwicklungsphasen?
Wir haben mit einigen der Entwickler gesprochen, die eine Schlüsselrolle in der DM2000/O2R96-Entwicklung inne hatten.


Seiichi “Stevie” Miyawaki
Miyawaki, bei Yamaha seit 1981, ist mitverantworltlich für den Bereich Pro-Audio Marketing und Produktplanung. Heute ist er Assistant General Manager der Commercial Audio Systems Abteilung in der Yamaha Corporation of America.


Hiroshi Hamamatsu
Hamamatsu-San ist Yamaha-Mitarbeiter seit 1986 und war immer einer DER Software Ingenieure innerhalb von Digital Mixing Projekten. Er beschäftigte sich während seiner Karriere mit den fast schon historischen Produkten DMP7, DMC1000 und 02R. In 2003 wurde er “Producer” und somit einer der Hauptverantwortlichen Mitarbeiter für das Gesamtprojekt. Dies umfasst nicht nur die Software Entwicklung sondern auch Aspecte wie Design und anderes.


Masaaki Okabayashi
Seitdem Okabayashi im Jahre 1987 zu Yamaha kam, war er einer der Hauptverantwortlichen Software Ingenieure im Bereich Digital Mixer Entwicklung. 2001 wurde er, wie auch Hamamatsu-San, erstmalig zum Producer befördert; als solcher war er dann verantwortlich für die Entwicklung des DM2000/O2R96.

Würden Sie uns bitte zunächst einmal erklären, vor welchem Hintergrund das 02R96 und das DM2000 entwickelt wurde?

Okabayashi: In den sieben Jahren nach der Vorstellung des Original-02Rs, hat sich die Art und Weise, wie Musik produziert wird, dramatisch verändert. Zum Beispiel sind 24 Bit und 96 kHz nicht mehr unüblich, während gleichzeitig immer mehr Leute von Stand-Alone-Rekordern zu DAWs gewechselt sind. Als sich dieser Wechsel vollzog, erreichten uns viele Änderunswünsche seitens der 02R-User. Die Wunschliste wurde länger und mit ihr wuchs der Druck, schnell zu reagieren. Unglücklicherweise war bereits Technologie auf höchstem Niveau in die Entwicklung des 02Rs geflossen, und um unsere User, welche dies als selbstverständlich erachten, weiterhin zufrieden zu stellen, mussten wir eine ganz neue Technik inklusive eines DSPs mit einer extrem hohen Performance entwickeln. Kleinere Updates wären nicht wirklich zufiedenstellend gewesen. Schließlich, obwohl es so länger gedauert hat, als es uns lieb war, haben wir genau das bekommen, was wir wirklich haben wollten.

Wie ging die Entwicklung vonstatten?

Miyawaki: Aufgrund einer Liste von achtbaren Vorschlägen, die wir von unseren 02R-Usern über all die Jahre erhalten haben, wussten wir zumindest, was die Leute wollten. Wie auch immer, viele Tage und Nächte wurden darüber diskutierend verbracht, ob unsere angestrebten Ziele mitsamt der angepeilten Kosten und der verfügbaren Ressourcen an Ingenieuren realistisch gesteckt waren oder nicht . Nach einer langen Reifeperiode kreierten wir den ersten Entwurf. Gleichzeitig besuchten wir Weltklasse-Mixing-Ingenieure auf der ganzen Welt und sammelten Input. Anschließend bauten wir einen Prototyp und brachten ihn zu genau diesen Leuten, um nun ein Feedback zu bekommen.

Glauben Sie, dass das DM2000 und das 02R96 die perfekte Antwort auf das Feedback der O2R-User sind?

Miyawaki: Obwohl ich nicht behaupten will, dass es perfekt ist, so kann ich doch sagen, dass wir alles Erdenkliche getan haben und wir sehr stolz auf das Ergebnis sind.

Nach dem Erscheinen des 02R entwickelte sich ein Trend zu sogenannten Digitalen Audio Workstations, der mehr und mehr Boden gewinnt..

Miyawaki: Dies war eine große Veränderung für uns. Noch lange nach dem Erscheinen des 02Rs machten Stand-Alone-Rekorder wie das DA88 oder ADAT die überwältigende Mehrheit der mit der Konsole verbundenen Aufnahmegeräte aus. Aber der Wechsel zu Computer-basiertem Recording kam sehr schnell. Daher war es essentiell vonnöten, dass sich jede neue Generation von Yamaha-Mixern sich nahtlos in diese Systeme integieren ließ. Sowohl das 02R96 als auch das DM2000 wurden als Fernsteuerung für ProTools und NUENDO designt. Obwohl die Möglichkeiten beider Konsolen weit über die Verwendung als Bedienoberfläche hinausgehen, stellen beide alle Werkzeuge bereit, um sowohl analoge Signale zu konvertieren und diese in ProTools zu portieren als auch um Multichannel-Signale, die aus ProTools kommen, zu abzumischen. Wir waren uns darüber bewusst, dass ein einfacher Mixer in der Musikproduktion nicht mehr nötig sein wird.

Okabayashi: ProTools-User brauchen noch immer die Möglichkeit zum Abmischen, Monitoren und Talkback. Obwohl in der Zentrale vieler Studios der Computer die Konsole abgelöst hat, brauchen die meisten professionellen Ingenieure nach wie vor Geräte wie das 02R oder das DM2000 für die Abschisch- und Kontroll-Vorgänge.

Ich nehme wohl zu Recht an, dass sowohl die Anzahl der Features als auch die grundlegenden Spezifikationen des 02R96 und DM2000 signifikant ausgebaut wurden?

Okabayashi: Das 02R war das beste, was wir vor sieben Jahren hatten bauen konnten. Aber inzwischen hat sich die Technologie in der Musikproduktion dramatisch weiterentwickelt - was früher unmöglich war, ist nun möglich. Extrem leise Passagen können heute festgehaten werden, die vor sieben Jahren niemals hätten aufgenommen werden können.
Ursprünglich war das 02R lediglich für die Pre-Production und andere Hilfsanwendungen gedacht gewesen. Zu unserer Freude sind dennoch viele Alben damit gemixt worden – eines hat sogar einen Grammy gewonnen. Diese Erfolg motivierte uns. Wir setzten uns zum Ziel, ein neues Pult mit einem Sound zu entwickeln, der an die Qualität einer SSL-Konsole heranreicht, die immerhin mehrere hunderttausend Dollar teurer ist.

Miyawaki: Wir hatten nicht beabsichtigt, beim 02R den Rotstift anzusetzen. Auf der anderen Seite war Kostenkontrolle eine Schlüsselvorgabe und wir mussten uns damals an Limits halten. So entschieden wir uns nicht ohne Bedauern im Hinblick auf diesen Schritt, die Klagqualität des 02R96 zum wichtigsten Kriterium zu erheben und die Kosten als zweitrangig zu betrachten.

Hat sich die Klangqualität verbessert?

Miyawaki: Absolut. 1995 war jeder von den beispiellosen Features angetan, die zum damaligen Preis angeboten wurden, wie etwa die Mixautomation oder das Senden und Empfangen von Audiosignalen, ohne die digitale Ebene zu verlassen. Digilal zu bleiben löste damals ein großes "Wow" aus. Aber der Markt reifte bis zu dem Punkt , an dem die Unversehrtheit des Klanges mindestens ebenso wichtig ist wie die Annehmlichkeiten durch digitale Signalbearbeitung. Als die Entwicklung des 02R96 und des DM2000 begann, waren wir uns zum Glück der Tatsache bewusst, dass die Klangqualität eine primäre Rolle zu spielen hat. Analog oder digital stand weniger zur Debatte. Wir waren mehr daran interessiert, dass die Leute sagen: "Warum ich diesen Mixer verwende? Weil er großartrig klingt! Excellente Spezifikationen sind nicht wirklich wichtig, wenn Du bei der Klangqualität punktest.

Was haben Sie getan, um die Klangqualität zu verbessern?

Okabayashi: Eine neue Mic-Preamp-Entwicklung war einer der Hauptpunkte. Wie Sie wissen, bevorzugt jeder Toningenieur seine speziellen Mic-Preamps. Schon in einem sehr frühen Stadium der Entwicklung baten wir zahlreiche Toningenieure, unsere Prototypen zu vergleichen und ihren persönlichen Favoriten herauszusuchen. Natürlich mussten wir dabei bedenken, dass wir einen Mic-Preamp für einen Mixer entwickelten - kein Stand-Alone-Gerät. Es fanden wiederholt Diskussionen statt, wie ein Mic-Preamp in einem Mixer zu klingen hat. Schließlich entschieden wir uns für einen, der absolut neutral klang, mit so wenig Färbung wie möglich. Keine Addition, keine Subtraktion. Er sollte wahrhaftig transparent sein. Basierend auf diesem Grundsatz und in Zusammenarbeit mit diversen Toningenieuren konnten wir unseren Plan abschließen.
Nach einer "Trial And Error"-Phase suchten unsere Hardware-Entwickler die beste Kombination von Teilen für die diskreten Schaltkreise aus - eine schwierige Aufgabe. Als es losging, blieb kein Platz mehr für besondere Erwägungen in Sachen Kosten. Hochqualitative Metallfilm-Widerstände und Kondensatoren, speziell für Audioanwendungen, waren nötig. Glauben Sie mir, wir haben bei der Klangqualität keine Abstriche gemacht.

Es dürfte sehr schwierig sein, einen für jedermann akzeptablen Mic-Preamp zu entwickeln.

Miyawaki: Es gibt Leute, die sagen, Yamaha-Digitalmixer mögen für Fusion geeignet sein, nicht aber so sehr für andere Genres. Nun gut, abgesehen von der Tatsache, dass Toningenieure aller Genres von Klassik bis hin zu Rock unsere Produkte lieben und auch benutzen, wollten wir diese Art von Kritik ein für alle Mal ausmerzen. Natürlich haben wir schon immer unser Bestes gegeben, aber noch öfter das Labor zu verlassen und mit noch mehr Toningenieuren gesprochen zu haben, hat sich als extrem wertvoll erwiesen.

Wie haben Sie den neuen Mic-Preamp getestet?

Miyawaki: Wir haben den digitalen Output eines Digitalrekorders mit dem analogen Output des selben Gerätes verglichen. Zudem haben wir Toningeniere Gesang, Klavier und Akustik-Gitarre über Mic, ohne Mic., über unsere Prototypen und über deren eigene Favoriten hören lassen. Sie sollten vergleichen, wieviel Luftschwingung jedes Mic einfing. Musik und Impulse, wie zum Beispiel der Sound einer zusammengerollten Zeitung, die auf eine harte Oberfläche trifft, wurden benutzt, um die Stereo-Seperation zu beurteilen. Nachdem diese Sounds mit zwei Mikrofonen aufgenommen worden waren, haben wir vergleichen, wieviel Ambience und Räunlichkeit geden Mikrophon eingefangen hat. Wir schöpften alle Möglichkeiten aus, die der Instinkt eines Hardware-Entwicklers oder ein Toningenieurs hätte erfassen können. Diese Tests und Beurteilungen fanden in zahlreichen Studios statt.

Brachte einer der Ingenieure einen Mic-Preamp mit, bei dem Sie das Gefühl hatten, dass er viel besser ist als ihrer?

Okabayashi: Offen gestanden denke ich nicht, dass absolut neutrale Mic-Preamps immer jedermanns favorisierte Wahl seien müssen, aber ein Mixer ist kein Musikinstrument. Jedes Instrument wie zum Beispiel ein Keyboard hat seinen charakteristischen Klang, und manchmal braucht man genau diesen, um eben genau jene Musik zu schaffen, die man beabsichtigt zu schaffen. Das macht den Wert eines Musikinstruments aus. Im Recording-Bereich muss das nicht so sein. Wir haben uns entschieden, das der Mic-Preamp so transparent wie möglich klingen muss. Das ist die grundlegende Philosophie hinter dem 02R96 und dem DM2000.
Obwohl wir sehr stolz auf unsere neuen Preamps sind, haben wir erkannt, dass man manchmal für zum Beispiel besondere Vocal-Aufnahmen vielleicht doch lieber zu seinem persönlichen Favoriten greifen würde. Weil 02R96 und DM2000 eine Überbrückung des interenen Preamps per Bypass ermöglichen, kann man einfach sein Lieblingsgerät über die Insert einschleifen und scharf schalten. Das klingt vielleicht unspektakulär, ist aber für all diejenigen, welche auf das Feature gewartet haben, eine riesige Sache. Und von diesen Usern gibt es viele. Ich glaube, es zeigt, wieviel Aufmerksamkeit wir der Analogdomain geschenkt haben.
Wie schon einer der Top-Ingenieure, die mit dem Projekt zusammengearbeitet haben, sagte: "Verglichen mit dem 02R klingen beide neuen Konsolen sehr viel sauberer und transparenter - sowohl bei tiefen als auch bei hohen Frequenzen - keine Spur von Matsch, sehr crisp und auch die Mittenabbildung ist angenehm. Sofern Vocals und Akustik-Gitarre bei den Aufnahmen beteiligt waren, waren die Preamps sehr viel besser als der sonst von mir favorisierte "1000-Dollar-pro Kanal"-Preamp.

Viele User schließen ihre Instrumente direkt an die Konsole an. Wie ist die Qualität der Line-Inputs?

Okabayashi: Es gibt Mixer, die bei bestimmten Gain-Pegeln dünn klingen oder verzerren, wenn sie auf diese Weise verwendet werden. Wie auch immer, mit dem 02R96 und dem DM2000 sollte dies nicht passieren. Die Line-Inputs sind noch besser als die vom 02R - da besteht kein Zweifel.

Eines der bedeutenden Features des 02R96 und des DM2000 ist, dass alle Kanälte in der Lage sind, 24bit/96kHz zu verarbeiten. Dies erfordert eine riesige Rechenleistung…

Miyawaki: Das ist wahr. Unser neuer High-Performance-Chip "DSP 7" kümmert sich um das Audioprocessing, nicht um die Effekte. Er ist vier Mal so schnell wie der DSP 3. Wenn am also bedenkt, dass das 02R über sechs DSP3s und das 02R96 über sieben DSP7 verfügt, kann man sich leicht ausrechnen, dass das 02R96 fünf mal so viel Rechenleistung hat wie das 02R. Das DM2000 benutzt 14 DSP7, weil es fast doppelt so viele Inputs hat.

Hamamatsu: Genau genommen kann ein DSP7 zwölf Kanäle bei 96 kHz gleichzeitig berechnen, während der DSP3 höchstens zwei bis drei schafft.
Zusätzlich sind 02R96 und DM2000 in der Lage ,alle Ein- und Ausgänge zu "softpatchen". Diese Flexibilität hatte das 02R nicht. Man kann nun den Signalflow völlig frei bestimmen, ohne irgendwelche Kabel umstecken zu müssen. Man könnte zum Beispiel den Mikrofon-Pegel auf Kanal eins auf den Fader von Kanal 16 legen - oder man legt ein Signal von einem CD-Player auf einen beliebigen stereo-gepaarten Kanal. Solch gestiegene Funktionalität wurde ebenfalls erst durch den DSP7 möglich gemacht.

Und die Effekte?

Hamamatsu: Alle Effekte werden vom DSP6 berechnet, der sehr viel mächtiger als der ist DSP3, welcher im 03D oder 02R verwendet wurde. Verbunden mit der 96kHz-Samplingrate hat sich die Ausdruckskraft erheblich vergrößert. Zudem verfügt das 02R96 über vier Effektprozessoren, inklusive eines neu hinzugekommenen Multiband-Kompressors, während das 02R mit zweien auskommen musste. Das DM2000 kommt sogar mit acht daher.

Hiroshi, ich hörte, Sie waren verantwortlich für die gesamte Software-Entwicklung. Wieviele Programmierer waren in das Projekt involviert?

Hamamatsu: Beim 02R waren wir nur zu sechst, allesamt mit Audioerfahrung ausgestattet sowie einer sehr guten Kenntnis von Mischpulten. Diesmal hatten wir in Spitzenzeiten bis zu 30 Programmierer dabei. Viele von ihnen hatten zuvor kaum oder keine Berührung mit Digitalmixern gehabt, weil wir sie bei anderen Bereichen über die ganze Welt verstreut ausgeliehen hatten.

Okabayashi: Wie auch immer, jeder Mitarbeiter war angespornt worden, die Denkweise eines Toningeniers anzunehmen, indem man ihn eine vollständige Studioproduktion miterleben ließ.

Miyawaki: Der Informationsaustausch war nicht immer einfach. Je detaillierter die Aufgaben bei der Software-Entwicklung verteilt wurden, desto größere Schwierigkeiten traten auf. Der eine arbeitet an Teil A, dieser aber funktioniert nicht von allein, sondern braucht Teil B, den ein anderer entwickelt. B widerum braucht Teil C, etc. Es wurde offensichtlich, dass für unseren Erfolg ein guter Arbeitsmechanismus vonnöten sein würde.
Wie gesagt, wir vertrauten auf Hiroshi. Als der Guru schlechthin ist er fester Bestandteil von Yamahas Digitalmixer-Historie und begleitet die Entwicklung bis hin den legendären DMP7 und DMC1000 zurück. Da er verantwortlich war, blieben wir zuversichtlich.

Erzählen Sie mir etwas über die Wordclock, ist sie besser als beim 02R?

Miyawaki: Als die große PM1D-Livekonsole entwickelt wurde, entwiikelten genau jene Bauteile neu, die sich um Jitter kümmertne. Und genau diese Schaltung bauten wir auch in 02R96 und DM2000 ein - mit dem Unterschied, dass der Chip jetzt auch mit 96 kHz umgehen kann.

Okabayashi: Selbstredend halbiert sich das Signal-Delay, wenn sich die Wordclock-Präzision verdoppelt.

Die Welt ist voll von Geräten, die digitale Signale ausgeben, inklusive CD-Player, Videorekorder, Synthesizer, etc, aber es ist aufgrund der Wordclock- und Synchronisations-Probleme nicht immer einfach, auf der digitalen Ebene zu verbleiben.

Miyawaki: Ich denke nicht, dass man die digitale Ebene nicht verlassen darf. Was Samplerate-Konvertierung angeht, gibt es keine perfekte Lösung. Manchmal ist es besser, ein analoges Signal zu empfangen und es mit 96 kHz zu verarbeiten. Folglich haben wir eine digitale I/O-Karte mit Samplingrate-Konverter entwickelt. Wir meinen, wir haben den sowohl nach technischen als auch nach ökonomischen Gesichtspunkten bestmöglichen Konverter genommen, den man heute bekommen kann.

Welche Sorround.Möglichkeiten bieten 02R96 und DM 2000?

Miyawaki: Eine Surround-Produktion erfordert den Anschluss eines geeigneten Monitor-Systems. Einfach zwei Lautsprecher links und rechts zu montieren, um sich dann in die Mitte setzten, reicht nicht aus. Die gesamte Abhöre muss inklusive der Raumakustik neu eingerichtet werden.
Das 02R96 und das DM2000 sind wohl die ersten Digitalmixkonsolen, welche jedem einzelnen Monitor-Lautsprecher eine Pegeldämpfung und ein Delay zur Verfügung stellen. Beide Konsolen sind mit acht sogenannten Omni-Outs ausgestattet, an denen Surround-Monitore angeschlossen werden können. Das Delay an jedem Omni-Out kann entweder in 0.02ms- oder 8mm-Schritten justiert werden, was dem Benutzer erlaubt, jeweden Kammfiltereffekt aus dem Hörbereich zu entfernen.
Außerdem muss man beim Surround-Monitoring in der Mitte eines gedachten Kreises sitzen, auf dessen Umrandung auch der linke, der Center und der rechte Lautsprecher platziert sein sollten, sonst ist das Monitoring nicht präzise genug. Aber es gibt nicht immer ausreichend Platz, was bewirkt, dass die Monitore in einer geraden Linie stehen. Für diesen Fall, können im 02R96 und im DM2000 die Laufzeiten über die Anpassung des Delays für den Center korrigiert werden. Pegel-Dämpfungen in Verstärkern oder Aktiv-Boxen bieten oft keine ausreichend feine Auflösung für präzise Eingriffe. 02R96 und DM2000 sind in der Lage, den Sound Pressure Level eines jeden Lautsprechers in 0,1dB-Schritten zu justieren.
Das "Bass Management" in beiden Konsolen 02R96 und DM2000 erlaubt die bequeme wie korrekte Anpassung der niedrigen Frequenzen in der Regie.

Wow! Da ist verblüffend.

Okabayashi: Einige Firmen bringen solche Standalone-Monitoring-Surround-Prozessoren auf den Markt, die wir schon in unsere Mixer eingebaut haben. Ein großes Problem des Surround-Monitorings das Fehlen einer vergleichbaren Abhör-Umgebung in verschiedenen Studios. Es ist nahezu unmöglich, ein solch kritische Abhör-Bedingung zu kopieren. Daher verschaffen wir unseren Usern über verschiedene Settings so viel Flexibilität wie möglich.
Mit DTV in Sicht gibt es kaum Zweifel, dass Surround in naher Zukunft populärer wird. Außerdem motiviert der Wechsel von CD zu DVD die Major-Labels, sowohl Stereo- als auch 5.1-Master zu produzieren und sich einen Vorrat an Audiosoftware anzulegen. Daher sind wir sehr stolz, die einzige Firma zu sein, welche die Anforderungen dieser Industrie zu einem erschwinglichen Preis erfüllt.
Eine letzte Sache, die ich gerne erwähnen würde, ist, dass die Technik um unser Surround-Monitoring mit Hilfe von Akustikern entwickelt worden ist, welche die "THX pm3"-Studios entworfen haben.

Das Design hat sich ebenfalls toll verändert.

Miyawaki: Wir dachten bezüglich unser wichtigsten Zielgruppe an Post-Production-Studios. Also stebten wir an, von diesem Markt angenommen zu werden.

Die dunkelblaube Oberfläche und die silbernen Fader vermittelt einen noblen wie klassischen Eindruck.

Miyawaki: Die silberfarbenen Fader sind nich wirklich Kosmetik. Sie sind berührungsempflindlich und daher, weil sie ja leiten müssen, von Metall ummantelt. Beim 02R musste man den Fader bewegen, um den Kanale zu selektieren, nun muss man ihn nur noch berühren. Natürlich kann diese Funktion auch abgeschaltet werden, falls dies erwünscht ist.

Gibt es noch andere Features, die erwähnenswert sind?

Okabayashi: Wir sollten vielleicht das das vertikale Pairing ansprechen, mit Hilfe dessen man zwei Kanäle verschiedener Layer zu einem Stereopaar zusammenfassen kann. Außerdem Auch wenn CH1 auf der ersten Ebene ist und CH 25 auf der zweiten, können diese als Stereopaar definiert und mit einem Fader bearbeitet werden.

Wer braucht so ein Feature?

Okabayashi: Obwohl es nicht viele Leute brauchen werden (lacht), einige wie zum Beispiel Rundfunkstationen, finden es sehr wichtig. Dort werden nur wenige Mikrophone, aber eine Menge Stereoanschlüsse benötigt. Weil man die Kanäle des 02Rs nicht vertikal gruppieren konnte, hatten wir viele Beanstandungen von Rundfunkitechnikern, die fragen: "Wer braucht für Stereo zwei Fader?"

Miyawaki: Die Funktion erweist sich ebenfalls als sehr nützlich bei Live-Anwendungen, wo der Keyboarder einen ganzen Haufen von Stereo-Klangerzeugern auf der Bühne hat.

Als letztes: Was für Produkte würden Sie gerne in Zukunft entwickeln?

Miyawaki: Wir hoffen, den Erwartungen der Yamaha-Kunden zj entsprechen oder sie zu übertreffen. Unsere Mission ist, solche Leute, welche die Musik und die Musikproduktion lieben, anzuregen. Obwohl es schwierig ist, regelmäßig "Wow"-Produkte wie den DX7 oder den 02R zu entwickeln, denken wir vorwärts, entwickeln neue Technologien und träumen von zukünftigen Überflieger-Produkten.

Vielen Dank, dass Sie sich heute die Zeit genommen haben.