Im September 2005 am Markt eingeführt, ist das M7CL Yamahas dritte digitale Misch-Konsole, die speziell für die Live-Beschallung konzipiert wurde und auf diesem Wege das Erbe der erfolgreichen Pulte PM1D und PM5D antritt.
Das M7CL verfügt über eine sehr direkt zu bedienende neue Benutzeroberfläche namens Centralogic™. Es ist mit seinen kaum 50kg in der 48+4-Kanal-Version ausgesprochen leicht und zudem sehr viel kleiner als vergleichbar spezialisierte Mischpulte. Es hat jene Fülle von Funktionen mit an Bord, die man von einer Digitalkonsole erwartet, aber noch entscheidender ist vielleicht, dass es hervorragend klingt und sich so als ausgesprochen starker Mitbewerber in den harten, kritischen Markt der mittelgroßen Konsolen einfügt. Die Einführung des M7CLs in die letzte Bastion der Analog-Konsolen ist der Vorbote zu einer großen digitalen Welle, die den Markt für kleine und mittlere Beschallungen übernehmen wird. Digitales Mischen wird dann auf allen Niveaus zur Wahl der Vernunft geworden sein.
Yamaha-Mitarbeiter Taku Nishikori wollte wissen, wie und warum das M7CL entwickelt wurde. Also sprach er mit dem Entwicklungsteam von Yamaha Corporation in der japanischen Zentrale, Hamamatsu City, Shizuoka, Japan.
Die Teammitglieder, die das M7CL entwickelt haben:
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Masaaki (Mick) Okabayashi CA Produce Group, Product Development Department Projektleiter des M7CL-Entwicklungsteams. War in den Bau von diversen erfolgreichen Pulten wie dem DM2000 oder dem PM5D involviert. Ist immer auf der Suche nach neuen Innovationen und mischt an seinen wenigen freien Tagen noch immer selbst einige Liveshows. |
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Naohide (Nao) Kohyama CA Produce Group, Product Development Department Co-Producer. War nicht nur bei der Entwicklung von Mischpulten involviert, sondern auch bei der von DSP-Engines, zu denen die angesehene DME-N-Serie gehört. |
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Yoshihisa (Yoshi) Miyoshi CA Produce Group, Product Development Department Development-Process-Manager. Hielt den Ablaufplan für die Entwicklung des Pultes stets in der Hand. |
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Kunihiro Takei Design-Labor Produkt-Stylist. Seine Leidenschaft ist das "Yamaha-Design". Wirkte bei diversen Produkt-Plattformen mit – Commercial Audio, Musical Instruments und sogar bei Golfclubs! |
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Masaru Aiso Software Group, Product Development Department Leiter Software-Engineering. Hat das Betriebssystem für Mischpulte wie PM1D und -5D entwickelt und angepasst. |
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Kotaro Terada Software Group, Product Development Department Hat das Grafische User-Interface unter seiner Obhut. Nutzte sein Wissen über die User der Konsolen PM1D und PM5D, um letztendlich den Centralogic™-Bildschirm zu entwickeln. |
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Masahiro Sasagawa Hardware Group, Product Development Department Leiter Elektrotechnik Sein Wissen steckt in ALLEN Digitalkonsolen Yamahas |
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Ken-ichi Ikeda Hardware Group, Product Development Department Spezialist für Digitaltechnik. Strebt immer nach der einfachsten Schaltung, was das Produkt extrem stabil macht. |
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Yoshihiro Natsume Mechanical Design Group, Product Development Department Leiter Mechanical Design. Brachte zukunftsweisend 3D-CAD-Systeme ein, um mit Hilfe von Wärme- und Strukturanalysen einen leichten und doch zuverlässigen Bau zu realisieren. |
[Taku] Wann entstand das grundlegende Konzept für das M7CL, und wie sind Sie darauf gekommen?
[Mick] Es war etwa im Hochsommer des Jahres 2003, als wir an sehr langen Tagen das PM5D entwickelten. Die übrige Industrie hatte bereits bemerkt, dass Yamahas Position als Industriestandard durch den Verkauf von 500 High-End-PM1D-Pulten gefestigt war. Tatsächlich aber denken wir immer auch voraus; wir wollten Digitalkonsolen mit allen ihren Vorzügen am Markt für kleine bis mittelgroße Beaschallungen einführen. So kam es damals, dass das M7CL-Projekt sogar noch vor der Markteinführung des PM5Ds begann.
Im Moment ist es so, dass der Markt für kleine und mittelgroße Beschallungen sich beim Wechsel auf die digitale Domain am schwersten tut. Bei den ganz großen Live-Veranstaltungen gibt es schon bestens ausgebildete und hoch angesehene Toningenieure, die das enorme Potenzial digitalen Mischens und die damit verbundenen Möglichkeiten begrüßen. Das Gleiche gilt für Toningenieure aus der Recording-Szene, die ohnehin eher an computerlastige Arbeitsumfelder gewöhnt sind und mehr Zeit haben, sich mit komplexen digitalen Systemen auseinander zu setzen. Aber im kleinen und mittleren Beschallungsbereich steht in der Realität leider sehr wenig Zeit zur Verfügung, und es wurde lange geglaubt, dass nur ein Analog-Gerät schnell genug sein kann, um den Anforderungen an solche Shows gerecht zu werden. Zu diesem Vorurteil kommt noch, dass bei kleinen Anlagen oder zum Beispiel in Kirchen oftmals nur freiwillig arbeitende Leute mit eventuell etwas weniger Know-How zur Verfügung stehen. Wir von Yamaha wären also zum Scheitern verurteilt, wenn wir ein Pult mit einer prall gefüllten Feature-Liste herausbringen würden, dessen Bedienung zu kompliziert ist – selbst bei einem gewagt niedrigen Preis. Also war uns klar, dass das M7CL extrem einfach und zügig bedienbar sein musste, um auf diesem Wege den Anwendern die Angst vor Digitaltechnik zu nehmen. Während all dieser Überlegungen ist auch unser Leitspruch 'easier than analogue' ('einfacher als analog') entstanden.
Gleichzeitig hatten wir vor, die Vorteile von Digitalkonsolen bezüglich Gewicht und Größe hervorzuheben. Bei einer Analog-Konsole sind all die Regler und Platinen für die Kanäle vonnöten, plus rackweise Outboard-Equipment wie Gates, Kompressoren, Reverbs oder Grafikequalizer. Selbst mittelgroße Analog-Systeme waren, sagen wir mal 'unnötig' groß und schwer geworden. Sie brauchen zu viel Platz, zu viel Zeit für die Installation, und man muss tonnenweise Equipment in der Gegend herumschleppen. Moderne leichte Verstärker wie Yamahas PC-Serie oder Lautsprecher wie die Nexo GeoS wiegen nur einen Bruchteil von älteren Systemen und sind um ein Vielfaches kleiner, was von der Industrie honoriert wurde. Warum also diese Vorteile nicht auch auf Mischpulte übertragen? Digitalpulte können sehr viel kleiner und leichter sein, weil man für die Signalbearbeitung inklusive aller Equalizer, Effekte und Dynamics lediglich DSPs benötigt. Wir wollten, verglichen mit Analog-Systemen, weniger als 50 Prozent der Grundfläche erreichen und unter 50kg Gewicht bleiben.
Am wichtigsten allerdings war für uns die Überzeugung, keine Abstriche bei der Klangqualität machen zu müssen. Eine Bereitschaft, Vorteile bei Gewicht und Größe zu Lasten unserer Kernkompetenzen erreichen zu wollen, macht keinen Sinn. Wir waren alle definitiv dafür, die neue Livesound-Qualität der PM-Serie anzustreben.
[Taku] 'Geringes Gewicht' und 'Klangqualität' sind leicht verständliche Konzepte. Aber was meinen Sie mit 'Einfacher als analog'?
[Nao] Wir wussten nicht wirklich, woran andere Hersteller arbeiteten, aber ich persönlich glaubte, dass es sich wahrscheinlich um Geräte mit 'analogem Bedienkonzept' handeln würde. Wir dachten in eine andere Richtung. Wir hatten durch unsere 33-jährige Geschichte bezüglich der Herstellung von Mischpulten einen Vorteil und Erfahrung mit den verschiedensten Bedienkonzepten, aber wir wollten etwas ganz Neues erschaffen: das ultimative, absolut schlichte User-Interface - was nur durch intensivste Recherche und zuverlässigste Digitaltechnik realisiert werden konnte. Das war eine tolle Herausforderung – und zusammen kamen wir auf eine sehr elegante Lösung; genannt Centralogic™.
In einem frühen Stadium der Entwicklung besuchten wir auf der ganzen Welt massenweise Veranstaltungsorte wie zum Beispiel US-Kirchen und kleine wie mittelgroße Einrichtungen. Wir hatten durch diese Recherche einen riesigen Erfolg. Sehr ermutigend war, dass ich in meiner Meinung bestätigt wurde: 'Das analoge Bedienkonzept ist nicht in allen Situationen das beste.'
Zum Beispiel hat ein Analogpult alle Regler auf der Mixer-Oberfläche. Diese Eigenschaft wird überhaupt als der Kern der 'analogen Intuitivität' betrachtet, aber im Grunde hat dies eine andere Auswirkung. Weil die 'gesamte Information zu jeder Zeit präsent ist', lassen sich leicht Fehler machen, etwa aufgrund der Ähnlichkeit der zahlreichen Knöpfe. In der Praxis wird das Mischpult häufig mit einem Acryldeckel geschützt, damit keine unerwünschten Änderungen vorgenommen werden können, vor allem, was die Input-Gains und Output-Levels angeht. Ich grübelte also noch motivierter an einer Funktion, die bestimmte Parameter verstecken kann - oder diese verriegelt.
Der Touchscreen war die logische Konsequenz. Er fungiert als Zentrale der extrem flexiblen Bedienoberfläche und hat sowohl Anzeigen als auch Bedienelemente zu bieten.
Andererseits gibt es bei der Bedienung von Analogmixern natürlich andere Vorteile. Beispielsweise muss man Modi oder Layern keine besondere Beachtung schenken. Also haben wir versucht, eine Konsole zu schaffen, deren Fader und Regler nicht doppelt belegt sind, was Verwirrungen vorbeugt und somit hilft, sich auf die 'Kunst des Mischens' zu konzentrieren - und nicht auf die Technik.
Natürlich haben wir noch viele andere Dinge gelernt und wollen noch viele andere erforschen, aber ich sollte besser aufhören zu reden, bevor ich anfange, Geheimnisse auszuplaudern….:-).
[Taku] Mit welchen Hauptproblemen wurden Sie während des Entwicklungsprozesses und dem Bau des M7CLs basierend auf der Centralogic™-Konzeptstudie konfrontiert?
[Masaru] Obgleich uns das grundlegende Konzept völlig klar war, brauchte es einige Anläufe, um ein reales Produkt daraus zu schnitzen. Es war unglaublich schwer, hinreichend Information auf dem Touchscreen zu platzieren und zu layouten, dabei die Übersicht zu bewahren und auch noch Spaß am Betrieb des Pultes zu gewährleisten. Ich erinnere mich an viele Nachtschichten!
[Kotaro] Ich weiß gar nicht mehr, wie viele Anzeigen- und Oberflächen-Entwürfe ich eigentlich gemacht habe, aber für die finalen Layouts entschieden wir uns erst nach zahlreichen Gesprächen mit diversen Toningenieuren und anderen Profis aus dem Geschäft.
Die Anzahl der Parameter in einem Mischpult übersteigt jegliche Vorstellungskraft. In nur einem Kanal stoßen wir auf Input-Gain, Level, On/Off, HPF, die zwölf EQ-Parameter, Kompressor, Noise-Gate, Aux-Sends und so weiter… Es ist eine lange Liste, und dann muss man das Ganze noch mit 32 oder 48 für die horizontale Kanalauszählung multiplizieren. Dann gibt es da noch Outputs, Effekte, Szenenspeicher und das Benutzermanagement. Es war wirklich verwirrend. Alles hing daran, wie logisch und schlicht ich das Layout würde gestalten können.
Wir glaubten schon, dass ein Touchscreen damit fertig werden würde, aber in der Realität fanden wir ein zweischneidiges Schwert vor: Dem Touchscreen zu stark zu vertrauen, hätte zur Folge gehabt, dass das Pult nicht in jeder Situation sofort startbereit gewesen wäre. Also verfolgten wir den Workflow eines Toningenieurs, ermittelten, wie viele tatsächlich vorhandene Regler wir brauchen würden, und wo sich diese am besten befinden sollten. Wir fragten uns, was wohl besser auf einem Touchscreen und was besser als realer Knopf funktionieren würde. Und es gab viele andere Aspekte zu bedenken, wie die Größe der Symbole, deren Farbe oder ihr Kontrast etc.. Wir haben ungewöhnlich viel Zeit mit solchen Ermittlungen verbracht, aber wir sind sicher, dass es das wert war.
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[Taku] Die Einführung eines weiteren neuen und leicht zu bedienenden User-Interfaces sollte willkommen sein, aber hatten Sie keinerlei Sorgen, dass die User bereits existierender Yamaha-Konsolen verwirrt werden könnten?
[Mick] Tatsächlich verträgt sich Centralogic™ mit den herkömmlichen User-Interfaces aller existierenden Yamaha-Konsolen. Das Erbe ist nicht zu verleugnen: Man ändert in einem virtuellen Kanalzug Parameter, indem man einfach den jeweiligen Kanal anwählt. Centralogic™ verfügt über zusätzliche Ansichten und Zugänge zu den Kanälen, indem via Navigations-Tasten ein Block mit acht Kanälen auf dem Centralogic™-Bereich angezeigt werden kann.
Ich bin sehr zuversichtlich, dass sowohl Yamaha-User als auch Personen, die unsere Produkte noch nicht kennen, damit leicht klarkommen werden. Probieren Sie es einfach aus!
[Taku] Woher kamen die Impulse für das neue Erscheinungsbild – und sind irgendwelche technischen Neuerungen beteiligt, welche die Gewichtsersparnis, die geringere Grundfläche und die dennoch solide Bauweise ermöglicht haben?
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[Kunihiro] Das M7CL verfügt über ein klares Konzept und einen professionellen Apparat rund um die Centralogic™-Idee. Ich wollte ein wirklich geradliniges Design beziehungsweise Layout kreieren. Funktionalität und Ästhetik entstammen einem schlichten 'Kreuz-Motiv': Die 'Overview', also 'Übersicht', ist vertikal angelegt – die 'Selected Channel View', also die Ansicht des einzelnen Kanals, horizontal. Wenn man das Pult als Gesamtes betrachtet, fallen die massiven Seitenteile ins Auge, die einen warmen Sound und Stabilität ausdrücken, während die kantigen Aluminium-Holme für wegweisende und kühne Spitzen-Technologie stehen. Tatsächlich wurde das Äußere des M7CLs vom DM7P inspiriert, Yamahas erste Digitalkonsole aus dem Jahre 1987. In der Gründerzeit der digitalen Mischpulte hatte das DM7P mit seiner intelligenten Bedienoberfläche und seiner leichten, kompakten Bauweise einen großen Einfluss auf die professionelle Audioindustrie. Vom ästhetischen Gesichtpunkt her war es elegant und von großer funktioneller Schönheit. Ich hoffe, man kann spüren, dass das M7CL ein Bestandteil jener Philosophie ist, der Yamaha in 18 Jahren fortschreitender Entwicklung stets treu blieb. |
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[Yoshihiro] Wir verhielten uns bei unserem Streben nach der wegweisenden Bauart ausgesprochen zukunftsorientiert. Wir kooperieren mit allen möglichen Spezialisten, nicht nur solchen aus der Audiobranche, sondern sogar mit Leuten aus der Tennisschläger-Industrie, von Golfclubs und aus dem Musikinstrumentenbau. Einer der großen Vorteile bei Yamaha ist, dass wir von einem universellen Erfahrungsschatz profitieren können. Wir haben einfach alle Ideen, die mit den verschiedenen Blickwinkeln einhergingen, zusammengefügt und auf diesem Wege jedes unserer Ziele erreicht: Geringes Gewicht, wenig Grundfläche, Zuverlässigkeit und Stabilität. Ein innovatives 3D-CAD-Design und eine Strukturanalyse waren maßgeblich daran beteiligt, dass ein außergewöhnlich geringes Gewicht bei einer hohen Robustheit des Gehäuses erzielt wurde.
[Ken-ichi] Bei der Entwicklung der Elektronik wollten wir eine generelle Reduzierung der internen Verkabelung sowie eine Normierung der Bauteile erreichen. Diese Vorgehensweise bewirkt nicht nur eine Kostenersparnis sondern sorgt auch für eine effiziente Montage. Der hierbei erzielte Bonus wird umgehend wieder in noch akribischere Qualitätskontrollen gesteckt, was bedeutet, dass dieses Produkt wirklich äußerst solide und zuverlässig ist! Und außerdem, falls doch einen Fehler entsteht, etwa durch eine unsachgemäße Verwendung oder den seltenen Ausfall eines Bauteils, hilft die Bauweise beim Einsparen von Servicezeit und Geld. Leider sieht man dem Pult diesen wichtigen Beitrag von außen nicht an, aber wir sind dennoch stolz auf das Ergebnis.
[Taku] Wie war die Herangehensweise in Bezug auf die Klangqualität, und wurde der Entwicklungsfahrplan durch irgendetwas aufgehalten?
[Masahiro] Ich war natürlich positiv überrascht und hoch erfreut, als Mick (Okabayashi) mir offenbarte, dass beim Erreichen einer hohen Klangqualität keine Kosten gescheut werden sollten. Also schwärmten wir aus und entwickelten völlig neue Vorverstärker, die eine neue Qualitäts-Ära bei Yamahas Livesound einläuten dürften. Wir haben dabei stets den Vergleich bei analogen wie digitalen Hi-End-Konsolen gesucht und sind sehr stolz auf das Ergebnis. Ich kann natürlich Sound mit Worten nicht hinreichend erklären, also hören Sie bitte selbst und vertrauen Sie dabei Ihren Ohren!
[Yoshihisa] Obgleich der Entwicklungszeitplan recht straff war, ist er dank des großen Engagements während des gesamten Prozesses wunderbar aufgegangen. Geholfen hat, dass das Konzept bereits in einem sehr frühen Entwicklungsstadium komplett stand. Aus praktischer Sicht heißt das, es gab keine generellen Spezifikations-Änderungen in der Entwicklungsphase. Und das wiederum wirkte sich unverzüglich auf eine höchst mögliche Zuverlässigkeit bei Hard- und Software aus. Und als positive Nebenwirkung wurde dadurch die Motivation aller Beteiligten bis zum Ende der Entwicklung konstant hoch gehalten.
[Taku] Mich würde interessieren, wie Sie es wohl geschafft haben, das Betriebssystem so stabil zu programmieren?
[Masaru] Andere Hersteller strampeln sich ab, eine DSP-Steuerung über die Nutzung von Standard-Betriebsystemen und eingebetteter PC-Technik, die der breite Markt hergibt, zu realisieren, aber wir glauben noch immer nicht an deren Stabilität und Zuverlässigkeit. Unserer Erfahrung nach trägt unser eigenes Yamaha-OS immer noch am meisten zur Betriebssicherheit eines Mixers bei. Also haben wir uns für unser gereiftes, sehr schlankes Echtzeit-Betriebssystem entschieden.
Tatsächlich haben Kollegen die Konsole am Yamaha R&D Centre, London, in jeder Entwicklungsphase vom frühen Prototyp bis zur Markteinführung kontinuierlich getestet - und nicht einen Absturz verzeichnet! Wir sind sehr zufrieden mit diesem Ergebnis.
[Taku] Irgendwelche anderen netten Funktionen beim M7CL?
[Mick] Einer meiner Favoriten ist die 'Rack'-Page. Diese wurde tatsächlich wie ein richtiges Rack gestaltet, das man mit jedem Effekt wie dem GEQ, Reverb oder Delay bestücken kann. In diese Auswahl gehört auch der 'Flex15 GEQ', zu welchem wir ein tolles Feedback von unseren Kunden bekommen. Dieses Modul ist ein Grafik-Equalizer, der nur die halbe DSP-Leistung benötigt, weil man die Anzahl der justierbaren Bänder von 31 auf 15 reduziert. Das heißt, man kann zwei 31-Band-GEQs mit 15 gleichzeitig verwendbaren Bändern benutzen, welche dieselben DSP-Ressourcen verbrauchen wie ein Standard-Mono-GEQ.
Tatsächlich fragten wir eine britische Verleihfirma, alle EQ-Racks zu checken, als diese gerade von einer Tour zurückkamen und das Ergebnis war: Nur bei einem Modul wurden mehr als 15 Bänder eingestellt, und das unter 30 Modulen.
[Taku] Könnten wir noch Ihre Botschaft an die Leser haben, Mick?
[Mick] Das M7CK ist ein weiteres wegweisendes Produkt von Yamaha. Wir vertrauen alle auf seine Intuitivität (einfacher als analog!) und sein Leistungsvermögen, ermöglicht durch State-Of-The-Art-Technologie. Das Feedback der Erstbesitzer und Erstbenutzer auf die Klangqualität des Pultes war extrem positiv. Wir werden aber immer bestrebt sein, über ein funktionierendes Teamwork mit verschiedenen Experten ebenso verschiedener technischer Tätigkeitsfelder Neues zu schaffen, anstatt uns selbstzufrieden 'auf unseren Lorbeeren' auszuruhen. Probieren Sie Centralogic™ aus, genießen Sie die Klangqualität, spüren sie Yamaha-Technologie und haben Sie Spaß am Mixen.
[Taku] Und zu guter Letzt muss ich Euch fragen: Arbeitet Ihr bereits an einem neuen Mixer?
[Mick] Das kann ich unmöglich kommentieren, aber schließlich sind noch hier, nicht wahr!
[Taku] Ganz herzlichen Dank!
Interviewt und niedergeschrieben von Taku Nishikori
Manager, Yamaha CA Support Centre Europe
Taku ist seit 1991 bei Yamaha und arbeitete als Software-Entwickler/GUI-Designer für verschiedene digitale Mischpulte wie die Modelle ProMix01, 02R, 03D, PM1D etc. Heute leitet er das Yamaha CA Support Centre Europe in London und verstärkt Yamahas paneuropäische Support-Kapazitäten.